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Der kleine Luis lebt mit einem Papi und einem Papa

t-online, Simone Bla├č

Aktualisiert am 05.08.2016Lesedauer: 5 Min.
Zwei V├Ąter und ein Kind - so lebt diese Regenbogenfamilie.
Zwei V├Ąter und ein Kind - so lebt diese Regenbogenfamilie. (Quelle: Susanne Krauss)
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Tobias Rebisch und sein Mann Marc w├╝nschten sich ein Kind. Sie wollten eine ganz normale Familie sein. Eine Regenbogenfamilie. Der Weg dahin war nicht einfach. Im Gespr├Ąch mit t-online.de schildert er, welche H├╝rden sie nehmen mussten.

Mit ihrem Buch "Zwei Papas und ein Baby" wollen die beiden M├Ąnner anderen Paaren in ihrer Situation Mut machen. Paaren, die ebenfalls einem Kind eine Umgebung schaffen wollen, in der es geliebt, wahrgenommen und in seiner Entwicklung gef├Ârdert wird.


Ein Regenbogenvater erz├Ąhlt

"Das Gef├╝hl, das wir hatten, als wir ihn das erste Mal im Arm hielten, war immens stark. Es war eine bedingungslose Liebe vom ersten Augenblick an. Er sollte nie wieder alleine sein m├╝ssen."
Eine Adoption fordert viel: "Das war ein sehr wichtiger, aber auch anstrengender Prozess f├╝r uns. Wir haben ├╝ber Dinge geredet, die sonst nicht zur Sprache gekommen w├Ąren.
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Regenbogenfamilien schaden Kindern nicht

"Wir m├Âchten die T├╝r zu unserem Leben ein St├╝ck weit aufmachen, damit man sich ein Bild von einer Regenbogenfamilie machen kann. Unsere Lebensweise ist noch nicht selbstverst├Ąndlich, aber wir sind auf einem guten Weg dahin. Unsere Gesellschaft ist in weiten Teilen reif daf├╝r, zwei Papas und ein Kind als gleichberechtigte Familie anzuerkennen." Tobias Rebisch (37), sein Mann Marc und der jetzt dreij├Ąhrige Luis sind eine von rund 5000 Regenbogenfamilien in Deutschland. Zwei Frauen oder zwei M├Ąnner, die gemeinsam Kinder gro├čziehen - das mag f├╝r den einen oder anderen Au├čenstehenden zun├Ąchst verwunderlich sein, den Kindern schadet es nachweislich nicht. Das best├Ątigen Studien wie diese des Bundesjustizministeriums: Kinder aus Regenbogenfamilien sind selbstbewusst, autonom und psychisch stabil.

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Eine Adoption ist auch eine Auseinandersetzung mit sich selbst

Ist es f├╝r homosexuelle Frauen noch relativ einfach, ein Kind zu bekommen, so bleibt M├Ąnnern nur die Adoption. Das ist in Deutschland m├Âglich, aber schon f├╝r heterosexuelle Paare nicht einfach. Adoptionswillige werden sehr genau unter die Lupe genommen. Schlie├člich haben die Kinder, die vermittelt werden sollen, bereits eine Trennung durchlitten und sollen so gut wie m├Âglich vor einer erneuten Erfahrung dieser Art gesch├╝tzt werden. Fragen nach der eigenen Kindheit, dem geplanten Erziehungsstil, der Stabilit├Ąt der Beziehung werden gestellt. "Das war ein sehr wichtiger, aber auch anstrengender Prozess f├╝r uns. Wir haben ├╝ber Dinge geredet, die sonst nicht zur Sprache gekommen w├Ąren. Wir haben unsere Beziehung reflektiert, unsere W├╝nsche artikuliert, es war eine sehr intensive Zeit der Auseinandersetzung. Mit uns selbst, aber eben auch mit dem anderen."

"Wir malten uns schon das n├Ąchste Weihnachtsfest aus"

Zun├Ąchst planten Tobias und Marc eine Auslandsadoption. Sie wollten einem Kind aus S├╝dafrika ein Zuhause bieten, doch nach drei Jahren Wartezeit stellte sich heraus, dass es nicht funktionieren w├╝rde. Ein neuer Antrag wurde gestellt, nun einer auf eine Adoption in Deutschland. Die jahrelange Wartezeit war zerm├╝rbend. "Wir hatten, wie jedes Paar, eigentlich gehofft, dass es schnell gehen w├╝rde. Malten uns schon das n├Ąchste Weihnachtsfest mit strahlenden Kinderaugen aus. Wir machten keine gr├Â├čeren Reisen, waren beruflich vorsichtig mit gro├čen Projekten, fokussierten uns voll und ganz darauf, dass wir ja bald Eltern sein w├╝rden. Wenn dann Jahr f├╝r Jahr vergeht, dann ist das eine gro├če Belastungsprobe.ÔÇť Tobias Rebisch sieht im Gespr├Ąch mit t-online.de eine Parallele zu heterosexuellen Paaren, die vergeblich versuchen, ein Kind zu bekommen, die ebenso Monat f├╝r Monat wieder hoffen und entt├Ąuscht sind. "Man m├Âchte die Antwort auf das 'Warum' vom anderen h├Âren, aber der wei├č sie ja auch nicht."

Mit dem Thema Adoption altersgerecht umgehen

Heute ist Tobias Rebisch davon ├╝berzeugt, dass alles so kommen musste. Denn nur so konnte Luis seinen Weg zu ihnen finden. "Das Gef├╝hl, das wir hatten, als wir ihn das erste Mal im Arm hielten, war immens stark. Es war eine bedingungslose Liebe vom ersten Augenblick an. Er sollte nie wieder alleine sein m├╝ssen." Tobias Rebisch ist sich sicher, dass sie nur auf Luis gewartet haben. "Er ist genau unser Sohn. Wenn man mir damals gesagt h├Ątte, dass er es ist, auf den wir warten sollen, ich h├Ątte keinen Moment gez├Âgert." Luis leiblicher Mutter gegen├╝ber empfinden Marc und Tobias Dankbarkeit.

Bei einer Adoption sucht das Jugendamt Eltern aus, die vorgeschlagen werden. Ihnen als homosexuellem Paar wurde ein heterosexuelles gegen├╝bergestellt. "Ich glaube, dass Luis Mutter ein sehr toleranter und mutiger Mensch ist. Wir sind ihr sehr dankbar, dass sie uns dieses Gl├╝ck geschenkt hat."

Schon jetzt wei├č Luis, dass auch er eine Mama hat, die aber eben nicht bei ihnen lebt. Anl├╝gen wollen die beiden ihn nie. Stattdessen altersgerecht mit dem Thema umgehen. "Und wenn Luis sp├Ąter Kontakt zu seiner Mutter aufnehmen m├Âchte, dann werden wir ihn dabei unterst├╝tzen, aber Antworten geben muss sie nur ihm, uns nicht."

Jedes Kind ist ein Geschenk

Wenn Tobias Rebisch von "unserem kleinen Mann" spricht, dann strahlen seine Augen. "Nat├╝rlich sind wir auch keine Superpapas, wir sind ganz normal. Und auch wir kommen an unsere Grenzen und versuchen es dann, so gut wie m├Âglich zu machen. Aber wir sind uns immer bewusst, was f├╝r ein Geschenk dieses Kind ist. Und wir denken manchmal, dass es eigentlich w├╝nschenswert w├Ąre, dass jeder, der ein Kind m├Âchte, sich einem solchen Bewusstwerdungsprozess unterzieht. Da s├Ąhe die Welt sicher ganz anders aus."

Auch w├╝nscht er sich mehr Ehrlichkeit unter den Eltern. "Am Anfang bin ich immer ganz nerv├Âs geworden, wenn ich den M├╝ttern auf dem Spielplatz zugeh├Ârt habe. Alle Kinder haben durchgeschlafen, nur unseres nicht. Da fragt man sich nat├╝rlich, macht man als Mann vielleicht doch etwas falsch? Und wundert sich gleichzeitig ├╝ber die tiefen Augenringe der Frauen."

Irgendwann werden Intoleranz und Vorurteile an die T├╝r klopfen

Eine alte Bekannte, zuf├Ąllig wiedergetroffen, relativierte die Sicht der Dinge. Sie wurde, gemeinsam mit ihrem ebenfalls adoptierten Kind, eine wichtige Freundin und Begleiterin und ein entscheidender Diskussionspartner. Denn ob es dem Kind an etwas fehle, wenn es von M├Ąnnern aufgezogen w├╝rde, das fragten sich Tobias und Marc immer wieder ÔÇô von Anfang an. "Ich habe mich lange damit besch├Ąftigt, herauszufinden, was Mutterliebe ausmacht. Diese Frage hat mich verunsichert, weil ich keine Antwort darauf finden konnte. Mittlerweile wei├č ich, dass wir ihm alles geben k├Ânnen, was er braucht. Luis entwickelt sich pr├Ąchtig. Und an weiblichen Bezugspersonen und anderen Rollenbildern im Umfeld mangelt es ja nicht."

Sie alle zusammen arbeiten daran, dass Luis ein stabiles Selbstbewusstsein bekommt. Denn eines Tages wird der Moment kommen, in dem er mit Intoleranz und Vorurteilen zu k├Ąmpfen haben wird. "Wir werden ihn nicht immer besch├╝tzen k├Ânnen. Aber wir versuchen, ihn stark zu machen. Ihm ein stabiles Zuhause zu bieten und ihm zu zeigen, dass wir immer f├╝r ihn da sind."

"Ich heirate mal den Stefan"

Luis nennt seine beiden V├Ąter Papi und Papa. Und heiraten wollte er seinen Freund Stefan. Bis vor kurzem. Jetzt ist es die Anna. Oder doch die Jana? So ganz sicher ist er sich da nicht. Genauso wenig wie alle seine Freunde. Was der kleine Mann aber sicher wei├č, ist, dass er eine Schwester m├Âchte. Und er wei├č auch schon, wie sie hei├čen soll: Lilly. Der Antrag auf eine weitere Adoption ist gestellt, jetzt warten die drei M├Ąnner. Die zwei gro├čen und der kleine.

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