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St Martin 2019: Bedeutung – was wird am Martinstag gefeiert?

"Rabimmel, rabammel, rabumm"  

Sankt Martin 2019: Warum wir den Martinstag feiern

11.11.2019, 09:24 Uhr | t-online.de, hs, sms

St Martin 2019: Bedeutung – was wird am Martinstag gefeiert?. Mädchen mit Laterne: Umzüge sind an dem Gedenktag Tradition. (Quelle: imago images/imagebroker)

Mädchen mit Laterne: Umzüge sind an dem Gedenktag Tradition. (Quelle: imagebroker/imago images)

Laternenbasteln, Martinsfeuer, Martinsgans – rund um den 11. November gibt es eine Vielzahl von Bräuchen. Was haben sie zu bedeuten? Die Antworten finden Sie hier.

In der christlichen Liturgie ist Martin von Tours ein Heiliger, der im Jahr 316 oder 314 geboren wurde. Ihm zu Ehren wurde der Martinstag als Gedenktag eingeführt. Begangen wird er am 11. November, der Grablegung Martins.

Protestanten feiern am Martinstag nicht nur den Heiligen, sondern auch den geistigen Vater des Protestantismus – Luther kam im Jahr 1483 einen Tag vor dem Martinstag auf die Welt und wurde ebenfalls auf den Namen Martin getauft.

Die Geschichte von Sankt Martin

Martin von Tours war im 4. Jahrhundert Bischof der französischen Stadt Tours. Er wurde 316 oder 317 in Ungarn geboren und trat mit 15 Jahren in die römische Armee ein. 

Die christliche St.-Martin-Geschichte erzählt von zwei Begebenheiten aus dem Leben des Martin von Tours: Die erste Geschichte handelt davon, wie Martin als römischer Soldat in einer kalten Nacht auf einen frierenden Bettler trifft. Aus Mitleid schneidet der Soldat seinen Umhang in zwei Hälften und gibt dem Bettler eine davon.

In der folgenden Nacht träumt Martin von dem Bettler, der sich als Jesus Christus zu erkennen gibt. Diese Geschichte wird bis heute am Martinstag als Theaterspiel oder bei Umzügen aufgeführt.

Warum feiern wir Sankt Martin am Martinstag?

Am 11. November 397 soll Martin beerdigt worden sein – deshalb wurde der Tag zum Gedenktag für den Heiligen ausgewählt. Mittlerweile ist er ein wichtiger kirchlicher Feiertag

Wo wird Sankt Martin gefeiert?

Während Sankt Martin in Deutschland vor allem mit Laternen, Umzügen und Gänsebraten verbunden wird, gibt es in anderen Ländern ganz andere Bräuche: 

Österreich: Martini

In Österreich gibt es rund um den Martinstag am 11. November ganz ähnliche Traditionen wie in Deutschland. Häufig gibt es eine Martinsgans und auch Martinsumzüge mit Laternen und Kinderliedern. 

Am Ende eines Umzugs wird in Österreich die Legende rund um die Mantelteilung nachgespielt. Im Anschluss gibt es Martinswecken. Das sind gebackene Männchen aus Hefeteig und Rosinen. 

Auch das "Martinsbetteln" ist als Tradition ähnlich wie in Deutschland geblieben. Dazu kommt eine speziell burgenländische Tradition: Die Reifezeit des jungen Weißweins dauert bis zum 11. November. Erst dann testen die Winzer die Qualität ihres Weines. Zum sogenannten Martinsloben öffnen viele Winzer ihre Weinkeller und laden zu Weinproben ein. 

Dänemark: Mortensaften

In unserem nördlichen Nachbarland gibt es vor allem eine Tradition für den Abend vor dem Sankt Martinstag: Ähnlich wie in Deutschland wird Gänse- oder auch Entenbraten gegessen und gefeiert. Die Tradition rührt einerseits von der Legende um die Gänse und Sankt Martin, andererseits aber auch von der  Tatsache, dass Gänse früher die Tiere waren, die am häufigsten vor dem Winter geschlachtet wurden. 

Großbritannien und Irland: Saint Martin's Day

Auch in den britischen Ländern England und Schottland sowie in Irland kennt man den Martinstag. Hier galt der 11. November ebenfalls lange als traditioneller Schlachttag, weshalb bis heute Schweinebraten gegessen wird. 

Polen: Rogal świętomarciński

Bei unseren Nachbarn im Osten gibt es keinen Gänsebraten, sondern süße Croissants. Die sogenannten Rogal świętomarciński sind mit Mohn, Datteln, Feigen und anderen Süßigkeiten gefüllt. Um die Tradition ranken sich viele Mythen, zum Beispiel soll die Hörnchenform an die Hörner der Tiere erinnern, die früher geopfert wurden. Andere sagen, sie soll an das Hufeisen erinnern, das das Pferd von Sankt Martin verloren habe. 

Niederlande: Sint Maarten

In den Niederlanden feiert man den "Sint Maarten" mit einem Laternenumzug. Anschließend singen die Kinder "Maartensliedjes" und ziehen von Tür zu Tür, wo sie Süßigkeiten, Obst oder Kuchen bekommen. In einigen niederländischen Städten sind auch Freudenfeuer eine Tradition am Martinstag. 

Warum gibt es die Martinsgans?

Früher gab es vor Weihnachten ebenso eine Fastenzeit wie heute noch vor Ostern. Der 11. November war der erste Tag dieser Zeit. Währenddessen durfte kein Fleisch gegessen werden. Hinzu kam, dass es ohnehin schwierig war, die Tiere über den Winter zu bringen. Deshalb war am Martinstag traditionell Schlachttag. Erst später kam es zur Erzählung der Legende: 

Sie erzählt davon, wie Martin von Tours auf den Wunsch des Volkes hin zum Bischof geweiht werden soll. Da sich der bescheidene Mann des Amtes nicht würdig fühlt, versteckt er sich in einem Stall. Doch die Stallgänse verraten ihn mit ihrem lauten Geschnatter.

Als Strafe lässt der Geistliche die Gänse braten. Der Brauch, am Martinstag einen Gänsebraten aufzutischen, wird deshalb auch auf diese Legende bezogen. 

Wieso basteln Kinder eine Laterne zu Sankt Martin?

Für das Basteln der Laternen zum Martinstag gibt es unterschiedliche Erklärungen. Eine Erklärung ist das Tagesevangelium des Martinstages. Dort ist eine Bibelstelle vorgesehen, in der Licht eine zentrale Rolle spielt. 

Eine weitere Erklärung ist, dass es früher am Abend vor Feiertagen eine Lichtprozession gab. Ursprünglich fanden am Martinstag zudem Fackelumzüge statt. Im Laufe des 19. Jahrhunderts wurden die Fackeln zu geschlossenen Laternen. Diese bestanden zuerst aus Rüben oder Kürbissen und wurden später zu Papierlampions und schließlich zu den heute bekannten Laternen. 

Warum gibt es am Martinstag Umzüge?

Die ersten katholischen Martinsumzüge gab es ab 1867 im Rheinland. In Düsseldorf gab es 1890 den wohl ersten Umzug mit Kindergesang und Musikkapellen. Der Sankt Martin, der den Umzug mit seinem Pferd anführt, kam erst später hinzu. Anfang des 20. Jahrhunderts breiteten sich die Martinsumzüge im gesamten Rheinland und in angrenzende Regionen aus. 

Vorläufer der heutigen Umzüge waren außerdem Bettelumzüge von Tür zu Tür. Die sogenannten Heischegänge wurden von armen Menschen genutzt, um Lebensmittel zu erbetteln. Später zogen nur noch Kinder und Studenten umher. Als Gegenleistung für die Gaben, die sie bekamen, sangen sie Lieder. Je nach Ort gibt es diese Tradition noch heute als "Schnörzen", "Dotzen" oder "Gribschen". 

Sankt-Martin-Lieder

Viele Texte in Liedern und Gedichten rund um Sankt Martin haben mit dem Inhalt seiner Legende zu tun und ehren sein Leben und seine Verdienste. Besungen wird in den Texten, wie sich der spätere Bischof durch seine barmherzigen Taten von einem Soldaten zum Heiligen wandelte. Ein Beispiel hierfür ist das folgende St.-Martin-Lied, das vermutlich aus dem 19. Jahrhundert stammt und mit dieser Strophe beginnt:

"Sankt Martin"

Sankt Martin, Sankt Martin, Sankt Martin ritt durch Schnee und Wind, sein Ross, das trug ihn fort geschwind. Sankt Martin ritt mit leichtem Mut, sein Mantel deckt ihn warm und gut. (Volkslied, 1. Strophe)

Besonders bekannt sind die Lieder zum Martinstag, die gerne von Familien bei Laternenumzügen gesungen werden. Viele Kinder lernen die Texte bereits im Kindergartenalter und basteln in der Zeit um den Martinstag ihre eigenen Laternen für den Umzug.

"Sei gegrüßt, Sankt Martin, Gottesmann"

Sei gegrüßt Sankt Martin, Gottesmann, Sankt Martin sei gegrüßt! Dir zur Ehr' sind all die Lämpchen an, Sankt Martin, sei gegrüßt! 

Du, ein Muster der Barmherzigkeit, bist belohnt in alle Ewigkeit, Sankt Martin sei gegrüßt!

"Ich geh mit meiner Laterne"

Ich geh’ mit meiner Laterne, und meine Laterne mit mir. Am Himmel leuchten die Sterne, hier unten leuchten wir.

Ein Lichtermeer zu Martins Ehr! Rabimmel, rabammel, rabumm! (Volkslied, 1. Strophe)

"Laterne, Laterne"

Laterne, Laterne, Sonne Mond und Sterne. Brenne auf mein Licht, brenne auf mein Licht, aber nur meine liebe Laterne nicht! (Volkslied, 1. Strophe)

Durch die Straßen

Durch die Straßen auf und nieder leuchten die Laternen wieder: rote, gelbe, grüne, blaue, lieber Martin, komm und schaue!

Wie die Blumen in dem Garten, blüh'n Laternen aller Arten: rote, gelbe, grüne, blaue, lieber Martin, komm und schaue!

Und wir gehen lange Strecken mit Laternen an den Stecken, rote, gelbe, grüne, blaue, lieber Martin, komm und schaue!

Verwendete Quellen:

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