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Warum junge Frauen lieber schön als schlau sein wollen

t-online, amr

16.05.2011Lesedauer: 4 Min.
Bratz-Puppe mit lila-blondem Haar mit Buchcover von Natasha Walter.
Muss Kinderspielzeug so sexy sein? (Quelle: dpa, Fischer Verlag)
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"Wenn eine AchtzehnjĂ€hrige sich statt einer Weltreise eine BrustvergrĂ¶ĂŸerung wĂŒnscht, scheint etwas falsch gelaufen zu sein mit der Emanzipation." Die meisten Frauen glauben ihr Leben und ihre SexualitĂ€t selbstbestimmend im Griff zu haben, in Wahrheit jedoch sind sie der Annahme verfallen, dass Erfolg und Misserfolg im Leben weitestgehend von ihrer persönlichen AttraktivitĂ€t abhĂ€ngig ist. "Living Dolls - Warum junge Frauen heute lieber schön als schlau sein wollen" lautet der Titel des Buches von Natasha Walter, in dem die britische Publizistin dem Schönheitsideal der Frau als "lebendigen Puppe" nachgeht. Sie öffnet die Augen fĂŒr das PhĂ€nomen des wieder erstarkenden, aggressiven Sexismus, der von Frauen nicht nur geduldet, sondern fĂ€lschlicherweise auch als neue weibliche Freiheit und UnabhĂ€ngigkeit gepriesen wird.

Die Frau als "Lebendige Puppe"

Ein Leben als Puppe ist fĂŒr viele Frauen heutzutage offensichtlich erstrebenswert geworden. Blondierte Rollenmodelle - perfekt geschminkte, operierte und in modisch freizĂŒgige Kleidung gepresste Vorbilder gibt es viele. Die amerikanische Schauspielerin und SĂ€ngerin Hilary Duff sagte gegenĂŒber dem Musiksender MTV: "Als ich jĂŒnger war, hat mich Barbie sehr inspiriert. Ich finde ihren Stil und ihre Person toll." Die Sexindustrie bestimmt das Bild der Frau und das fĂ€ngt schon bei Kinderspielzeug an. Auf dem Weg zur Schule werden kleine MĂ€dchen von perfekt gestylten "Bratz"-Puppen begleitet - Aufdrucke von Hannah Montana und anderen Hollywoodstars schmĂŒcken ihre T-Shirts, Schultaschen und Haarspangen. Den Barbie-Ballerinas entwachsen, interessieren sich die MĂ€dchen fĂŒr "Germany's Next Topmodel" und stĂŒrzen sich in ein Projekt aus Selbstverschönerung, DiĂ€ten und Shopping.

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Sexy Kinderspielzeug

Was noch vor einer Generation undenkbar war, haben Marketing-Abteilungen fĂŒhrender Spielzeugmarken auf geniale Weise geschafft - das MĂ€dchen und die Spielzeugpuppe miteinander verschmelzen zu lassen. Die VerknĂŒpfung von Weiblichkeit und Erotik beginnt im Kindesalter. In den 1970er Jahren wurde Barbies perfektes Aussehen, ihre Wespentaille und ihr großer Busen von Feministinnen verurteilt. Trotzdessen - sie wurde den MĂ€dchen als Pilotin oder Ärztin prĂ€sentiert. Die Bratz-Puppen haben ausschließlich Klamotten, um Shoppen, Flirten und "Clubben" zu gehen. Mit ĂŒberdimensional großem Gesicht, schillernden Augen und dickem rosa Schmollmund, schicken Outfits mit Netzoptik, Miniröcken und Lederstiefeln liefen die Bratz-Puppen der Barbie in den letzten Jahren den Rang ab und verhalfen dem Hersteller MGA zu MillionenumsĂ€tzen knapp an der Milliardenmarke.

Zu viele einseitige Vorbilder fĂŒr MĂ€dchen

Eltern akzeptieren bereitwillig, mit welchen Produkten fĂŒr kleine MĂ€dchen der Spielzeugmarkt aufwartet. Konditioniert durch Medienbilder mit teils subtiler, teils progressiver Erotik, hĂ€ngt heute die Toleranzgrenze vieler Menschen sehr tief. Und allein bei den Puppen bleibt es nicht, denn im Kino und Fernsehen werden sie lebendig und treffen sich zum Einkaufen, Ausgehen, Anziehen und Umziehen. VarietĂ€t finden die kleinen Zuschauerinnen bestenfalls in den unterschiedlichen Farben von Haar und Kleidern, nicht aber in der Persönlichkeit der Figuren. Walter stellt die Frage nach differenzierten Rollenvorbildern und kommt zum Schluss, dass diese vernachlĂ€ssigt werden oder generell nicht vorhanden sind. Lisa Shapiro, verantwortlich fĂŒr die Bratz-Lizenzvergabe in Großbritannien, sagte in einem Interview der Zeitschrift "Guardian": "Wir möchten, dass die MĂ€dchen das Leben der Bratz fĂŒhren - die Wimperntusche verwenden, das Haarprodukt benutzen,... bei Bratz geht es um das reale Leben. Das muss so sein." So wird MĂ€dchen schon frĂŒh die Welt als Laufsteg, mit EinkaufslĂ€den und Schönheitssalons als Dreh- und Angelpunkte des Lebens erklĂ€rt.

MĂ€dchen eifern Idolen nach

Der Druck auf junge Frauen geht von Magazinen der Mode- und Musikbranche aus, die Frauen zu Objekten degradiert. In einer neuen Analyse populĂ€rer Musikvideos fanden Forscher heraus, dass 84 Prozent der Videos sexuelle Bilder, insbesondere aufreizend gekleidete Frauen zeigen. Sehr bemerkenswert ist jedoch, dass alle SĂ€ngerinnen mit erotischer, vulgĂ€rer Ausstrahlung gerade von jungen MĂ€dchen bewundert wurden. Sie wollen ihren Idolen nacheifern und geben sich auch nicht mit der Zuschauerrolle zufrieden. Soziale Online-Plattformen bieten dabei die beste Möglichkeit sich selbst darzustellen. Auf manchen Fotos prĂ€sentieren sich Elf-, ZwölfjĂ€hrige mit einem Styling, was eher einer SechzehnjĂ€hrigen entspricht. Doch wen wundert das, wenn GeschĂ€fte wattierte BHs und ReizwĂ€sche fĂŒr unter ZehnjĂ€hrige anbieten oder T-Shirts mit dem Aufdruck: "So viele Jungs, so wenig Zeit" fĂŒr MĂ€dchen unter sechs Jahren zum Kauf angeboten werden. Bei jungen MĂ€dchen, die noch herauszufinden versuchen, welches Verhalten ihnen Billigung und Bewunderung eintrĂ€gt, dĂŒrfte die alleinige Fokussierung auf ein reizvolles Äußeres die Bandbreite ihrer Alternativen eher verengen als erweitern.

Immer mehr Frauen in der Sexbranche

Walter weist auch kritisch auf den Zuwachs der aufboomenden Glamour-Modeling-Branche hin. Zu diesem Teil der soften Sexbranche wollen immer mehr junge Frauen dazugehören. "Die MĂ€dchen wĂ€ren ganz versessen darauf bis auf den Slip entkleidet, erotisch posierend fotografiert zu werden." Tabledance und Prostitution werden unter dem Deckmantel pseudofeministischer Errungenschaften schöngeredet."Ich hatte noch nie einen Job, in dem ich mich so stark und mĂ€chtig fĂŒhlte" so zitiert Walter eine Stripperin.

Dass Frauen heute unabhĂ€ngig sind und keiner herrschenden Sexualmoral mehr unterstehen ist sehr positiv. Dass aber alle sexualisierten Bilder in den Medien und der Werbung und sogar Prostitution als Indizien fĂŒr eine wachsende Freiheit und Macht der Frauen verkauft werden, ist erschreckend, so Natasha Walter.

Kindern Freiraum lassen, schaffen und anbieten

MĂ€dchen sollen alles toll finden, was rosa ist und glitzert. Viele halten dieses Verhalten fĂŒr eine Folge der verĂ€nderungsresistenten Biologie des Weiblichen, ohne die kulturellen Aspekte zu betrachten, die die Kinder in ihrem Denken formen. FĂŒr Natasha Walter ist es an der Zeit, die ĂŒbertriebene Weiblichkeit, die den Frauen dieser Generation als Ideal vermittelt wird, in Frage zu stellen. "FĂŒr unsere Töchter muss die Rolltreppe nicht auf der Puppenetage enden." Man sollte MĂ€dchen und Jungen gleichermaßen den Freiraum lassen, sich selbst zu entdecken und sie dabei frei entscheiden lassen. Dazu sollten Eltern die Vielseitigkeit von Rollenvorbildern prĂ€sentieren, damit Kinder entscheiden können, ob sie blau, rosa, oder eben gelb oder grĂŒn bevorzugen. Wenn wir uns von vermeintlich biologisch festgelegten Auffassungen lösen, könnten traditionelle "mĂ€nnliche" und "weibliche" Verhaltensweisen fĂŒr jeden einzelnen Menschen zu einer Sache der freien Entscheidung werden.

Buchtipp: Living Dolls. Warum junge Frauen lieber schön als schlau sein wollen, Natasha Walter, KrĂŒger Verlag, ISBN: 978-3-8105-2377-8, 19,95 Euro

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