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Adoption in Deutschland: Das sind die Voraussetzungen

Kinderwunsch erfüllen  

Adoption in Deutschland: Das sind die Voraussetzungen

23.08.2018, 16:48 Uhr | aw, cch, t-online.de

Adoption in Deutschland: Das sind die Voraussetzungen. Eine kleine Familie: Viele Paare wünschen sich Familienzuwachs – eigenen oder auch adoptierten. (Quelle: Getty Images/LSOphoto)

Eine kleine Familie: Viele Paare wünschen sich Familienzuwachs – eigenen oder auch adoptierten. (Quelle: LSOphoto/Getty Images)

Für Paare mit großem Kinderwunsch, die keine eigenen Kinder bekommen können, ist eine Adoption eine mögliche Alternative. Dabei handelt es sich oft um eine langwierige Prozedur. Wir informieren, welche Voraussetzungen Sie erfüllen müssen.

Die Zahl der Adoptionen in Deutschland ist zurückgegangen. 2016 wurden 3.976 Kinder und Jugendliche adoptiert. Zehn Jahre zuvor kam es noch zu über 4.700 Adoptionen. Wir zeigen Ihnen die Voraussetzungen für eine Adoption auf.

Zunächst einmal gilt: Mit einer Adoption müssen die künftigen Adoptiveltern, das Kind und dessen leibliche Eltern einverstanden sein. Im Mittelpunkt einer jeden Adoption steht das Kindeswohl. "Die Annahme als Kind ist zulässig, wenn sie dem Wohl des Kindes dient und zu erwarten ist, dass zwischen dem Annehmenden und dem Kind ein Eltern-Kind-Verhältnis entsteht", heißt es im Bürgerlichen Gesetzbuch zum Adoptionsrecht.

Eine Adoption vermitteln

  • die Adoptionsvermittlungsstellen der Jugendämter,
  • die zentralen Adoptionsstellen der Landesjugendämter
  • und die anerkannten Adoptionsvermittlungsstellen freier Träger

Adoption in Deutschland: Ehepaare, Singles, Homosexuelle

Bei vielen Jugendämtern in Deutschland ist die Ehe Voraussetzung dafür, als Paar adoptieren zu können. Ehepaare müssen sich immer gemeinsam für eine Adoption entscheiden. Eine besondere Form ist die Stiefkindadoption, also wenn ein Ehepartner das leibliche Kind des anderen adoptiert.

Bei unverheirateten Paaren darf die Adoption nur von einem der zukünftigen Elternteile durchgeführt werden. Auch Alleinstehende können ein Kind adoptieren. Bei ihnen kann sich eine Adoption vor allem dann anbieten, wenn sie ein verwandtes Kind aufnehmen oder eine bereits länger andauernde Beziehung besteht, die einem Eltern-Kind-Verhältnis ähnelt.

Homosexuelle Paare dürfen ebenfalls Kinder adoptieren, sofern sie verheiratet sind. Dies gilt seit der Gesetzesänderung im Oktober 2017, mit der die "Ehe für alle" in Deutschland ermöglicht wurde. Eine Stiefkindadoption ist bei homosexuellen Paaren mit eingetragener Lebenspartnerschaft bereits seit 2004 möglich.

Das Alter der Adoptionsbewerber muss stimmen

Um sich den Kinderwunsch durch eine Adoption zu erfüllen, muss ein Elternteil laut dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) mindestens 25 und der andere mindestens 21 Jahre alt sein. Alleinstehende müssen 25 Jahre alt sein, um ein Kind adoptieren zu können. Wer das Kind seines Ehegatten annehmen möchte, muss mindestens 21 Jahre alt sein.

Ein maximales Alter ist für die Bewerber um ein Adoptionskind nicht vorgeschrieben. Der maximale Altersunterschied zwischen dem Kind und den Eltern sollte 40 Jahre nicht überschreiten. Dazu gibt es zwar keine gesetzliche Regelung, in der Praxis wird aber normalerweise darauf geachtet. Auch sollte man sich als 45-Jähriger darauf einstellen, dass das Adoptivkind kein Säugling mehr sein wird, sondern bereits fünf Jahre alt oder älter.

Auch das polizeiliche Führungszeugnis spielt eine Rolle – es sollte frei von Eintragungen sein.

Jugendämter regeln einzelne Voraussetzungen für die Adoption

Bestimmte Voraussetzungen werden von den zuständigen Jugendämtern zum Teil unterschiedlich gehandhabt. Üblicherweise wird auf ein ausreichendes und geregeltes Einkommen geachtet und darauf, dass dem Kind genügend Wohnraum zur Verfügung steht.

Die gesundheitliche Verfassung der künftigen Adoptionseltern ist ebenfalls wichtig. Sie sollten imstande sein, für das Kind "bis über die Pubertät hinaus als belastbare Bezugsperson zur Verfügung zu stehen", erklärt das Bayerische Landesjugendamt. Die Adoptivbewerber sollten "in guter körperlicher, geistiger und seelischer Verfassung sein", heißt es in einem Informationsblatt der Adoptionsvermittlungsstelle Berlin. Ein Gesundheitszeugnis vom Gesundheitsamt ist deshalb erforderlich. Zudem spielt das Umfeld eine Rolle: Es sei ein unterstützendes Netzwerk von Nöten, um das Kind langfristig betreuen und versorgen zu können.

Natürlich sollten die Adoptiveltern auch unter psychologischen Gesichtspunkten gut zu ihrem potentiellen Adoptivkind passen. Normalerweise werden Bewerbern ausführliche Fragen zu ihrer Persönlichkeit, ihrem bisherigen Lebenslauf und ihrer familiären Situation gestellt. Zentral ist dabei die Frage nach der Motivation: Weshalb streben sie eine Adoption an? Diese Eignungsfeststellung kann einige Zeit in Anspruch nehmen – die Vermittlungsstelle Berlin spricht hier von etwa einem dreiviertel Jahr.

Manche Paare, denen eine Adoption in Deutschland zu umständlich erscheint, wollen aus diesen Gründen auf ein Kind aus dem Ausland ausweichen. Doch auch die Voraussetzungen für eine Adoption im Ausland sind nicht zu unterschätzen.

Voraussetzung: Kinderlosigkeit sollte verarbeitet sein

Sollte ein Paar sich für eine Adoption entschieden haben, weil es selbst keine eigenen Kinder bekommen kann, ist es den Jugendämtern wichtig, dass die Auseinandersetzung damit bereits abgeschlossen ist. Medizinische Versuche, ein Kind zu bekommen, sollten beendet sein und nicht parallel zum Adoptionsverfahren ablaufen.

Was kostet eine Adoption?

Die Ausgaben für eine Adoption in Deutschland summieren sich auf einige Hundert Euro. Sie entstehen durch Kosten für das Familiengericht, den Notar, Beglaubigungen und Einwilligungserklärungen.

Kind adoptieren: Tipps zur guten Eingewöhnung

Bevor sich ein vertrautes Eltern-Kind-Verhältnis aufbauen kann, bedarf es meist einer langen Zeit der Eingewöhnung. Darüber sollte man sich im Klaren sein, wenn man ein Kind adoptieren möchte. Überfordern Sie das Kind nicht und seien Sie besonders verständnisvoll, wenn es anfangs Probleme geben sollte.

Sie können das Kind bei der Eingewöhnung unterstützen, indem Sie am Anfang viel Ruhe und nur eine überschaubare Anzahl an Bezugspersonen bieten. Wenn das Kind mehr über seine Herkunft wissen möchte, teilen Sie ihm die Wahrheit mit. Wenn Sie sich unsicher sind, können Sie dabei auch professionelle Hilfe in Anspruch nehmen – das Jugendamt bietet hierbei Unterstützung.

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