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Corona-Regeln: 1G, 2G, 3G – wo gilt was und für wen?

Überblick über Corona-Regeln  

1G, 2G oder 3G – wo gilt was und für wen?

15.09.2021, 10:48 Uhr
Corona-Regeln: 1G, 2G, 3G – wo gilt was und für wen? . Restaurant in Rostock (Symbolbild): Mittlerweile gilt teilweise schon die 2G- oder sogar 1G-Regelung.  (Quelle: imago images/BildFunkMV)

Restaurant in Rostock (Symbolbild): Mittlerweile gilt teilweise schon die 2G- oder sogar 1G-Regelung. (Quelle: BildFunkMV/imago images)

Für Ungeimpfte wird es in Deutschland und auch in anderen Ländern zunehmend ungemütlicher. Mittlerweile haben mehrere Bundesländer die sogenannte 2G-Regelung eingeführt. Wo und für wen gilt was? 

Mittlerweile sind in Deutschland fast 52 Millionen Menschen – also etwa 62 Prozent der Gesamtbevölkerung – vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Sie sollen alle Freiheiten zurückbekommen und von potenziellen künftigen Einschränkungen nicht mehr stark beeinträchtigt werden. Auf der anderen Seite stehen rund vier Millionen Genesene, die teilweise bereits zusätzlich geimpft wurden – aber auch viele Millionen Ungeimpfte. Für sie soll es jetzt vielerorts unbequem werden: Einige Bundesländer setzen auf die 2G-Regel, einzelne Einrichtungen sogar auf 1G. Doch was bedeuten die Regeln und was gilt wo und für wen? 

Achtung: Die Informationen zu den einzelnen Regelungen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und wurden zuletzt am 14. September 2021 aktualisiert. Für tagesaktuelle, detaillierte Informationen zu Ihrer Region informieren Sie sich am besten direkt bei den Behörden vor Ort. 

Was bedeuten 1G, 2G und 3G?

Mittlerweile sind die 3G-, 2G- und 1G-Regel schon fast in den normalen Sprachgebrauch übergegangen. Doch was steckt eigentlich hinter den Abkürzungen? Die "G" stehen entweder für geimpft, genesen oder getestet.

Bei der 3G-Regel können alle, die weder geimpft noch genesen sind, einen negativen Corona-Test vorzeigen und erhalten so Zutritt beispielsweise zu Veranstaltungen oder in Restaurants, Theater oder Kinos. Alle drei "G" sind somit zulässig. 

Wird die Regel beispielsweise in einem Restaurant oder bei einer Veranstaltung vom Betreiber auf 2G beschränkt, bedeutet das, dass nur noch Geimpfte oder Genesene Zutritt haben. Wer sich nicht impfen lassen möchte und auch nicht als genesen gilt, muss auf diese Veranstaltung oder diesen Besuch verzichten. Ausnahmen gelten allerdings für all diejenigen, die sich aus gesundheitlichen Gründen nicht impfen lassen können. 

Besonders streng ist die 1G-Regel: In diesem Fall dürfen nur noch Geimpfte teilnehmen oder eintreten. Wer genesen und zusätzlich geimpft ist, erhält ebenfalls eine Genehmigung. "Nur" Genesene oder Getestete hingegen müssen draußen bleiben. 

Was gilt auf Bundesebene? 

Seit dem 23. August gilt bundesweit die 3G-Regel. Wer nicht geimpft ist oder nicht als genesen gilt, muss in vielen Fällen einen aktuellen Test vorlegen. So gilt der Zutritt nur für Geimpfte, Genesene oder Getestete in folgenden Situationen: 

  • Beim Besuch im Krankenhaus, Alten- oder Pflegeheim sowie in Behinderteneinrichtungen. 
  • In der Innengastronomie und in Hotels und Beherbergungsstätten. 
  • Bei Veranstaltungen, Festen sowie Sport in Innenräumen. 
  • Bei körpernahen Dienstleistungen wie beim Friseur oder der Kosmetik. 

Allerdings können die einzelnen Bundesländer je nach Infektionsgeschehen beschließen, die 3G-Regel zu erweitern oder auszusetzen.

Wie viele Menschen sind jeweils von den Regelungen in Deutschland betroffen? 

Mittlerweile sind in Deutschland fast 52 Millionen Menschen – also etwa 62 Prozent der Gesamtbevölkerung – vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Hinzu kommen rund vier Millionen Genesene, die teilweise bereits zusätzlich geimpft wurden. Bleiben bei etwa 83 Millionen Einwohnern (Statistisches Bundesamt 2021) noch rund 27 Millionen Menschen ohne Corona-Impfung oder Genesung. 

Darunter sind allerdings auch rund 9,2 Millionen Kinder im Alter von null bis elf Jahren. Für sie steht bisher kein zugelassener Impfstoff zur Verfügung, sie sind von den Regelungen ausgenommen. Ähnliches gilt für andere Personengruppen, für die eine Impfung derzeit noch nicht zugelassen oder empfohlen wird wie Schwangere, einige Vorerkrankte oder Allergiker. 

Welche Bundesländer haben bereits die 2G-Regel eingeführt? 

Folgende Länder haben die 2G-Regelung bisher beschlossen und dabei unterschiedliche Voraussetzungen zugrunde gelegt. Ein Überblick: 

Baden-Württemberg

In Baden-Württemberg tritt am Donnerstag, 16. September, ein neuer Dreistufenplan bei den Corona-Maßnahmen in Kraft. Neu ist dabei eine dritte Stufe, die vorsieht, dass an Veranstaltungen des öffentlichen Lebens nur noch Geimpfte und Genesene teilnehmen dürfen, während Tests von Ungeimpften nicht mehr ausreichen.

Diese dritte Stufe tritt bei zwölf neuen Corona-Fällen auf baden-württembergischen Intensivstationen innerhalb von sieben Tagen oder bei einer Gesamtzahl von 390 Corona-Intensivpatienten in Kraft. Dann sind für Nichtgeimpfte auch private Feiern auf zwei Haushalte beschränkt.

Diese strengeren Maßnahmen für Ungeimpfte seien keine Strafen, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne). Sie würden zu deren eigenem Schutz ergriffen und verhinderten neue Extremsituationen auf den Intensivstationen.

Berlin

Der Berliner Senat hat die Einführung eines 2G-Optionsmodells für Veranstaltungen und Dienstleistungen beschlossen. Die geänderte Rechtsverordnung ermöglicht etwa in der Gastronomie sowie im Kultur- und Sportbereich Erleichterungen für Betriebe und Veranstalter, wenn diese lediglich Geimpfte und Genesene einlassen. Die neue Regelung soll voraussichtlich am Samstag, 18. September, in Kraft treten.

Das Optionsmodell betrifft etwa körpernahe Dienstleistungen, Freizeitangebote, Zoos, Sport oder Spielhallen. Wo eine 2G-Regelung umgesetzt wird, entfällt die Pflicht zur Einhaltung des Mindestabstands oder der Maskenpflicht. Somit könnten etwa in der Gastronomie wieder mehr Gäste zugelassen werden.

Bei Großveranstaltungen, die nur Geimpfte oder Genesene zulassen, erlaubt die neue Verordnung eine hundertprozentige Auslastung bei maximal 25.000 Teilnehmern. Die 2G-Regelung kann auch nur für einzelne Tage oder begrenzte Zeiträume angewandt werden.

"Wir haben in Berlin mit dieser Rechtsverordnung eine sehr strikte 2G-Regelung eingeführt, das heißt, es gibt wirklich keine Ausnahmen", sagte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD). Wo nur Geimpfte oder Genesene eingelassen würden, müsse auch das Personal geimpft oder genesen sein. Von der 2G-Option ausgenommen seien "grundsätzliche Versorgungsbereiche", darunter der Einzelhandel, Gottesdienste, Parteiversammlungen und Wahlen, damit niemand ausgeschlossen werde.

Zuvor hatte der Berliner Senat die 2G-Regel bereits für einige Bereiche eingeführt. Geimpfte und Genesene dürfen seit Anfang September wieder in den Innenbereichen von Klubs und Diskotheken tanzen. In Saunen, Thermen und ähnlichen Einrichtungen dürfen beide Gruppen wieder an Aufgüssen teilnehmen und Dampfbäder betreten.

Brandenburg

Die geplante "2G"-Regel mit mehr Freiheiten für geimpfte und genesene Menschen soll nicht für lebensnotwendige Dinge im Alltag gelten. "Es beschränkt sich im Wesentlichen auf Freizeitvergnügen, also Clubs und Diskos", sagte CDU-Fraktionschef Jan Redmann. Es gehe auch um Kulturveranstaltungen, die mit der "2G"-Regel ohne Abstände stattfinden könnten. SPD-Fraktionschef Erik Stohn sagte: "Das ermöglicht den Betreibern mehr Wirtschaftlichkeit und den Gästen mehr Sicherheit." Er forderte Ausnahmen für 12- bis 17-Jährige. Grünen-Fraktionsvorsitzende Petra Budke betonte, Getestete müssten Museen, Bibliotheken, Behörden und Nahverkehr weiter nutzen können.

Hamburg

In der Hansestadt wurde das 2G-Modell bereits Ende August eingeführt. Restaurants, Kneipen, Theater, Kinos und andere Freizeiteinrichtungen bleiben seitdem Geimpften und Genesenen vorbehalten. Zumindest dann, wenn die Betreiber sich für die 2G-Option entschieden haben. Dann fallen dort allerdings auch andere Beschränkungen wie Abstandsregeln, Testpflicht, Tanzverbot oder Vorgaben zu Sitzplätzen weg. 

Hessen

Wie unter anderem das ZDF berichtet, will auch Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier eine 2G-Regelung durchsetzen. Das Modell soll dann für Gastronomen und Veranstalter gelten. Private Anbieter sollen die Möglichkeit haben, nur Geimpften und Genesenen Zutritt zu geben. 

Niedersachsen

Niedersachsen führt eine freiwillige 2G-Option für viele weitere Branchen ein. Wie Regierungschef Stephan Weil (SPD) ankündigte, dürfen künftig etwa Gastronomen sowie Betriebe in Bereichen wie Kultur und Sport auf eigenen Wunsch hin nur Geimpfte und Genesene einlassen. Besucher, die lediglich einen Corona-Test vorlegen, müssten draußen bleiben. Im Gegenzug werden dann die Masken- und Abstandspflicht ausgesetzt. Die neue Verordnung könnte dann ab 22. September in Kraft treten, wenn die bisherige ausläuft. 

Diskotheken und Clubs dürfen in Niedersachsen freiwillig schon nach dem 2G-Modell öffnen, Gäste sind dann von der Maskenpflicht befreit. Die Regelung zeige "durchweg guten Erfolg", sagte Weil im Landtag. Sie solle ausgeweitet werden.

Rheinland-Pfalz

Wie die "Südwestpresse" berichtet, führt Rheinland-Pfalz ab kommenden Sonntag eine sogenannte "2G-Plus-Regelung" ein. Das "2G+"-System ermöglicht ein großes Stück Normalität für Geimpfte und Genesene, heißt es von der Landesregierung. "Die Landesregierung sieht keinen Lockdown mehr als Schutzmaßnahme vor: Geschäfte, Restaurants, Hotels, Theater und Kinos sollen geöffnet bleiben", betont sie auf ihrer Internetseite. Stattdessen wird der Zutritt von nicht immunisierten Menschen bei steigender Inzidenz reduziert, um eine Überlastung des Gesundheitssystems zu verhindern. 

Sachsen-Anhalt

Die Landesregierung in Sachsen-Anhalt hat die Einführung eines 2G-Optionsmodells für Veranstaltungen und Betriebe am 14. September beschlossen. Mit der überarbeiteten Rechtsverordnung können Unternehmen und Veranstalter entscheiden, nur Geimpfte und Genesene einzulassen. Es handle sich ausdrücklich um ein Angebot und nicht um eine Verpflichtung, erklärte die Landesregierung.

Veranstalter und Betriebe, die sich für das 2G-Zugangsmodell entscheiden, müssen weder Abstandsregeln noch die Maskenpflicht oder Kapazitätsbegrenzungen einhalten. Im Vorfeld muss das Modell dem Gesundheitsamt gemeldet und per Aushang oder Hinweis am betreffenden Ort öffentlich gemacht werden. Es ist auch möglich, dass 2G-Modell im stunden- oder tageweisen Wechsel mit dem 3G-Modell zu wählen.

Sachsen-Anhalts Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) erklärte: "Mit dem 2G-Zugangsmodell wollen wir wieder volle Räume in der Gastronomie, in der Kultur und weiteren Bereichen ermöglichen." Grundsätzlich wäre mit der Regelung eine Vollauslastung für Sport- und Kulturstätten mit einer Gesamtkapazität bis zu zehntausend Menschen möglich. Darüber hinaus gilt, dass bis zur Hälfte der Höchstbelegung zuzüglich weiterer 5.000 Menschen möglich sind, maximal aber 25.000 Menschen.

Sachsen

Sachsen will mit der neuen Corona-Schutzverordnung das 2G-System als Optionsmodell einführen. Demnach sollen nur noch Geimpfte und Genesene Zugang zu Restaurants, Einrichtungen oder Events von bis zu 5.000 Menschen erhalten, wenn der Veranstalter das für sich selbst entscheidet, gab Staatskanzleichef Oliver Schenk (CDU) bekannt.

Im Gegenzug bestehe die Möglichkeit, Beschränkungen wie die Maskenpflicht und das Abstandsgebot aufzuheben. Allerdings muss eine Einlasskontrolle erfolgen. Unklar ist bisher, ob Kinder bis zum Alter von zwölf Jahren und Menschen, die sich nicht impfen lassen können, beim Besuch entsprechender Einrichtungen einen Test benötigen.

Schleswig-Holstein 

Ähnlich wie in Baden-Württemberg soll auch in Schleswig-Holstein dann eine 2G-Regelung greifen, wenn sich die Situation in den Krankenhäusern zuspitzt. Dann soll 2G als Wahlmöglichkeit eingeführt werden, hat Ministerpräsident Daniel Günther angekündigt. 

Wo gilt sogar schon eine 1G-Regelung? 

Der bekannte Berliner Gastwirt Josef Laggner kündigte kürzlich an, bei seinem "Oktoberfest" am Schlachtensee nur noch Geimpfte einzulassen. Er erntete daraufhin viel Kritik, hält jedoch an seinem Plan fest, weitete die Regelung sogar aus und hofft, dass sich andere Gastronomen und Veranstalter seinem Vorbild anschließen. Sein Oktoberfest findet vom 26. September bis zum 19. Oktober statt.

Wie der NDR berichtet, gilt auch bei einigen Sportveranstaltungen mittlerweile die 1G-Regel. So startete der Hamburg Marathon nur für vollständig Geimpfte. 

Wo bleibt zunächst die 3G-Regelung bestehen?

Einige Bundesländer beraten noch über künftige Regelungen oder haben bereits beschlossen, dass es die 2G-Regel zunächst nicht geben wird. Dazu zählt beispielsweise Thüringen: 

Das Thüringer Gesundheitsministerium prüft in der Corona-Pandemie weiterhin die Einführung einer 2G-Regelung für bestimmte Bereiche, will diese aber noch nicht in die kommende Verordnung aufnehmen. "Sobald die Prüfung der offenen Fragen abgeschlossen ist, kann eine weitere Anpassung der Verordnung erfolgen", hieß es am Dienstag aus dem Ressort. Demnach werde es in der neuen geplanten Verordnung, die Ende der Woche verkündet werden soll, noch keine 2G-Regelung geben. Zuvor hatte die "Thüringer Allgemeine" darüber berichtet.

Wie das ZDF berichtet, will auch Bayern das 2G-Modell zunächst nicht vorantreiben. Beim Zutritt zu Restaurants, Kultur- und Sportveranstaltungen oder Fitnessstudios sollen Getestete, Geimpfte und Genesene zunächst gleichgestellt bleiben. Auch für Nordrhein-Westfalen komme die 2G-Regel nicht infrage, betonte Ministerpräsident Armin Laschet. In Bremen und dem Saarland gibt es bisher noch keine Entscheidung zur 2G-Regelung, ähnlich sieht es in Mecklenburg-Vorpommern aus. 

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche
  • Internetseiten der Bundesregierung
  • Internetseiten der Landesregierungen
  • Impfdashboard
  • Nachrichtenagenturen AFP, dpa
  • NDR: "Für Ungeimpfte wird's schwerer: Hamburg startet 2G-Regelung", 28. August 2021. 
  • Südwest Presse: "Wo und wann gilt die 2G-Regel? Infos zur Bedeutung der neuen Maßnahme", 14. September 2021. 
  • ZDF: "2G-Regel: Was jetzt in den Bundesländern gilt", 14. September 2021. 
  • NDR: "1G, 2G, 3G: Unterschiedliche Regeln für Zuschauer bei Sportveranstaltungen", 12. September 2021. 
  • weitere Quellen
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