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Die Pille danach: Sieben Fakten, die Frauen kennen sollten

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Keine Abtreibungspille  

Die Pille danach: Sieben Fakten, die Frauen kennen sollten

12.01.2018, 09:53 Uhr | Ann-Kathrin Landzettel, t-online.de

Die Pille danach: Sieben Fakten, die Frauen kennen sollten. Frau liegend im Bett: Die Einnistung der befruchteten Eizelle kann die Pille danach nicht verhindern. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/clownbusiness)

Frau liegend im Bett: Die Einnistung der befruchteten Eizelle kann die Pille danach nicht verhindern. (Quelle: clownbusiness/Thinkstock by Getty-Images)

Pille vergessen, Kondom gerissen oder nicht an die Verhütung gedacht: Bei Verhütungspannen gibt es für Frauen die Pille danach. Seit 2015 ist sie rezeptfrei in Apotheken zu bekommen. Wie die Pille danach eine Schwangerschaft verhindert und was sie kostet: Sieben Fakten, die Frauen kennen sollten.

Seit März 2015 gibt es die Pille danach rezeptfrei in der Apotheke. Frauen können das Notfallverhütungsmittel seitdem ohne Arztbesuch erhalten und nach einer Verhütungspanne schneller reagieren. Diese Möglichkeit wird genutzt: Während das Präparat 2015 467.000 Mal zur Selbstmedikation herausgegeben wurde, holten 2016 bereits 664.000 Frauen die Pille danach in der Apotheke.

Kosten: Wie teuer ist die Pille danach?

Die Verkaufspreise schwanken. Für rezeptfreie Arzneimittel legt der jeweilige Apothekenleiter die Preise fest. Die Kosten für die Pille danach liegen zwischen 20 und 40 Euro. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten von Notfallverhütungsmitteln nur für Frauen bis zum 20. Lebensjahr, sofern der Arzt ein entsprechendes Rezept ausgestellt hat. Frauen, die älter als 20 Jahre sind, müssen die Kosten für die Pille danach selbst tragen.

Pille danach: Zwei Wirkstoffe verhindern eine Schwangerschaft

Die Pille danach ist in zwei Varianten erhältlich:

  • Präparate mit dem Wirkstoff Levonorgestrel (LNG)
  • Präparate mit dem Wirkstoff Ulipristalacetat (UPA)

Bei dem Wirkstoff Levonorgestrel handelt es sich um ein synthetisches Gestagen. Ulipristalacetat ist ein selektiver Progesteron-Rezeptormodulator. Beide Wirkstoffe hemmen den Anstieg des luteinisierenden Hormos (LH) und verzögern somit den Eisprung (Ovulation). Der Eisprung erfolgt etwa fünf Tage später. Diese Verzögerung ist ausreichend, da Spermien eine durchschnittliche Überlebensdauer von drei bis fünf Tagen haben.

Die Pille danach ist keine Abtreibungspille

Wichtig zu wissen: Steht der Eisprung unmittelbar bevor oder hat er bereits stattgefunden, wirken beide Wirkstoffe nicht mehr. Die Einnistung der befruchteten Eizelle kann die Pille danach nicht verhindern. Zudem ist die Pille danach keine Abtreibungspille: Hat sich eine befruchtete Eizelle bereits in die Gebärmutterschleimhaut eingenistet und besteht eine Schwangerschaft, kann diese durch die Einnahme nicht abgebrochen werden. Zudem bietet die Pille danach keinen Schutz gegen sexuell übertragbare Infektionskrankheiten. Für den Rest des Zyklus besteht kein Verhütungsschutz.

Tritt die Monatsblutung nach der Einnahme nicht innerhalb von einer Woche nach dem erwarteten Menstruationstermin ein, sollten Frauen einen Termin bei ihrem Frauenarzt vereinbaren und einen Schwangerschaftstest machen.

Die Pille danach richtig einnehmen: Darauf müssen Frauen achten

Die Wirksamkeit der Pille danach ist am größten, wenn sie zeitnah nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr eingenommen wird – am besten innerhalb von zwölf Stunden. Je mehr Zeit zwischen dem ungeschützten Geschlechtsverkehr und der Einnahme der Pille danach vergeht, desto größer ist das Risiko, dass der Eisprung stattfindet. Präparate mit dem Wirkstoff Levonorgestrel sind für die Einnahme bis maximal 72 Stunden (drei Tage) nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr zugelassen, das Präparat mit dem Wirkstoff Ulipristalacetat bis maximal 120 Stunden (fünf Tage) danach. Levonorgestrel wird in einer Einzeldosis von 1,5 Milligramm verabreicht. Die Einzeldosis Ulipristalacetat beträgt 30 Milligramm.

Vorsicht bei Antibiotika: Was die Wirkung der Pille danach vermindert

Die Wirkung der Pille danach kann durch bestimmte Substanzen – darunter Johanniskraut, virenhemmende Mittel, Antiepileptika und Antibiotika – herabgesetzt sein. Daher sollten Frauen im Gespräch mit ihrem Arzt oder dem Apotheker immer die Medikamente nennen, die sie aktuell einnehmen. Ein höheres Körpergewicht kann möglicherweise ebenfalls die Wirksamkeit der Pille herabsetzen. Liegen schwere Leberfunktionsstörungen oder Asthma vor, raten Ärzte von der Einnahme ab. Dann kann das Legen einer Kupferspirale eine alternative Notfallverhütung sein.

Mögliche Nebenwirkungen bei der Pille danach

Aufgrund der hohen Hormonbelastung nach Einnahme der Pille danach kann es zu Nebenwirkungen kommen. Zyklusstörungen zählen ebenso dazu wie Schwindel, Kopfschmerzen, Spannungsgefühle in den Brüsten sowie Unterleibschmerzen beziehungsweise -krämpfe. Das Risiko für Thrombosen kann nicht ausgeschlossen werden.

Um Übelkeit vorzubeugen, sollten Frauen vor der Einnahme etwas essen. Kommt es innerhalb von drei Stunden nach der Einnahme zum Erbrechen, ist die Wirksamkeit der Pille danach gefährdet. Dann muss umgehend eine weitere Tablette LNG oder UPA eingenommen beziehungsweise schnellstmöglich ein Arzt für eine alternative Schwangerschaftsverhütung aufgesucht werden.

Stillen mit der Pille danach: Geht das?

Stillen mit der Pille danach ist grundsätzlich möglich, allerdings mit Einschränkungen. Da die Wirkstoffe in die Muttermilch übergehen, sollte bei der Einnahme von LNG eine Stillpause von acht Stunden berücksichtigt werden. Nach der Einnahme von UPA sollten Frauen eine Woche lang nicht stillen.

 

Quelle und weiterführende Informationen:
- Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA): https://www.abda.de/fileadmin/assets/Praktische_Hilfen/Leitlinien/Selbstmedikation/Anhang_1_Vergleich-Notfallkontrapeztiva_BAK_20151007.pdf
https://www.abda.de/fileadmin/assets/ZDF/ZDF_2017/ZDF_17_48_Versorgung_Notfallverhuetungsmittel.pdf
https://www.abda.de/fileadmin/assets/Praktische_Hilfen/Leitlinien/Selbstmedikation/Notfallkontrazeptiva_Handlungsempfehlung-Checkliste_BAK_20151007.pdf
- Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA):
https://www.bzga.de/?uid=78a2428a705a01210e4bcea47e29d7ab&id=medien&sid=-1&idx=1199
- Frauenärzte im Netz: https://www.frauenaerzte-im-netz.de/de_pille-danach_73.html

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