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Haare selber schneiden: Anleitung + Tipps für Haarschnitt beim Partner & Kind

Schnitt für Partner und Kinder  

Haarschnitt: So geht es ohne Friseur

01.02.2021, 13:15 Uhr | AM, sah, t-online

Haare selber schneiden: Anleitung + Tipps für Haarschnitt beim Partner & Kind. Haarschnitt: Auch zu Hause kann man die Haare richtig schneiden. (Quelle: Getty Images/Nastasic)

Haarschnitt: Auch zu Hause kann man die Haare richtig schneiden. (Quelle: Nastasic/Getty Images)

Wegen des Lockdowns sind die Frisöre geschlossen. Die Verlockung jetzt selbst zur Schere zu greifen und Hand anzulegen, ist groß. Damit der Selbstversuch nicht zum Fiasko gerät, darf nicht jede Schere ans Haar. 

Kurzhaarschnitte können bereits nach wenigen Wochen ungepflegt aussehen. Doch es ist auch möglich, selbst Hand anzulegen. Anfänger benötigen für einen Kurzhaarschnitt Zeit, Geduld und Mut. Sie können sich selbst die Haare schneiden, besser ist es jedoch, wenn ihnen jemand hilft. Wir erklären, wie ein Haarschnitt mit Schere und Maschine geht.

Grundausstattung: Was brauche ich für einen Kurzhaarschnitt?

Wie bei jedem Handwerk gilt auch für das Haareschneiden: Je besser das Werkzeug, desto besser gelingt die Arbeit. Nutzen Sie daher auf keinen Fall eine Bastel- oder Haushaltsschere. Denn Scheren minderer Qualität quetschen die Haare und erzeugen nach weiteren ein bis zwei Wochen Spliss.

Am besten legen Sie folgende Utensilien parat:

Tipp: Am Anfang sollte der Schnitt so einfach wie möglich sein. Schneiden Sie am besten höchstens ein paar Zentimeter, denn was ab ist, ist ab. Die Haare sollten dabei am besten trocken sein, denn im nassen Zustand erscheinen sie länger, dadurch kann der Pony schnell zu kurz geraten.

Tipps für sauberes Arbeiten: Vorbereitung und Ort

  • Tragen Sie keine normale Kleidung beim Schneiden: Die kurzen Härchen setzen sich im Stoff fest und piksen. Verwenden Sie daher einen Umhang oder lassen Sie den Oberkörper frei.
  • Am besten wählen Sie zum Haarschneiden einen Ort ohne Teppich. Das Badezimmer oder zur Not die Küche bieten sich an.
  • Die Person, der die Haare geschnitten werden, sollte auf einem Stuhl mit glatter Oberfläche Platz nehmen. Abgeschnittene Haare können sich nämlich hartnäckig in Textilien festsetzen.
  • Der Hobbyfriseur sollte den Kopf von allen Seiten gut erreichen können.
  • Den Großteil der abgeschnittenen Haare sollten Sie aufsammeln und wegwerfen. Wenn Sie versuchen, alle Haare im Abfluss zu entsorgen, wird dieser ziemlich sicher verstopfen.
  • Am besten stellen Sie vor der Prozedur den Staubsauger bereit, damit sich die Härchen nach Möglichkeit nicht überall weiter verteilen, sondern direkt aufgesaugt werden können.

Haare mit Maschine selbst schneiden – den Kopf rasieren

Wenn Sie niemanden haben, der Ihnen die Haare zu Hause schneiden kann, empfehlen wir einen Haarschnitt mit der Haarschneidemaschine, bei dem alle Haare auf die gleiche Länge getrimmt werden. Den Hinterkopf und die Ohrpartie selbst mit der Schere oder der Maschine zu bearbeiten, erfordert sehr viel Geschick und Übung. Zudem benötigt man vor und hinter sich einen Spiegel.

So schneiden Sie sich die Haare selbst:

  • Die Haare sollten trocken sein, wenn Sie sie mit der Haarschneidemaschine kürzen.
  • Bringen Sie vor dem Schneiden den korrekten Aufsatz für die Wunschlänge an.
  • Tipp, um böse Überraschungen zu vermeiden: Je nachdem, wie lang die Haare sind, kann es sinnvoll sein, mit dem längsten Aufsatz für den gesamten Kopf zu beginnen.
  • Wechseln Sie danach schrittweise die Aufsätze bis zur gewünschten Länge.
  • Halten Sie den Haarschneider mit den Klingen nach unten, dabei sollte die Spitze des Aufsatzes die Kopfhaut leicht berühren. Wenn Sie mit dem Aufsatz stets vorsichtig auf der Kopfhaut entlang fahren, werden die Haare gleich kurz beziehungsweise lang.
  • Am besten Sie führen den Haarschneider entgegen der Wuchsrichtung, so erfolgt der Schnitt möglichst effektiv.

Welche Länge ist die Richtige?

  • 3 Millimeter sind sehr kurz, aber gerade für Männer mit lichtem Haar geeignet.
  • 5 Millimeter sind auch noch sehr kurz. Dementsprechend hält der Schnitt länger.
  • 6 bis 12 Millimeter eignen sich für Einsteiger, kürzer geht schließlich immer.

Tipp: Schneiden Sie sich die Haare möglichst über dem Waschbecken und tragen Sie am besten einen Friseurumhang oder arbeiten Sie oben ohne.

Im Video sehen Sie, wie man sich einen Kurzhaarschnitt mit verschiedenen Längen selbst schneidet:

So geht der Kurzhaarschnitt mit der Schere

Diese Anleitung ist für Personen, die Partner, Mitbewohner, Freunden oder Kindern die Haare schneiden wollen.

Der Hobbyfriseur und der Frisurträger sollten ihre Erwartungen abgleichen. Ist es der erste Amateur-Haarschnitt, kann es länger dauern bis das Ergebnis zufriedenstellend ist. Außerdem besteht auch die Chance, dass das Ergebnis nicht perfekt ausfällt. Wie bei fast allen Dingen, macht auch beim Haarschneiden Übung den Meister.

Tipp: Achten Sie darauf, dass der Kopf stets gerade gehalten wird – mitunter muss daran erinnert werden.

Der Nacken

Der Nacken ist der Startpunkt der ganzen Prozedur. Nutzen Sie für ihn am besten den Haarschneider, wenn Sie einen haben. Hierbei sollten die Haare trocken sein.

  • Stellen Sie die Länge mit dem Aufsatz ein. Für einen klassischen Schnitt können Sie die Haarschneidemaschine auf 6 oder 9 Millimeter einstellen.
  • Wo beginnen? Viele Friseure beginnen zunächst auf einer Seite des Kopfes und arbeiten sich dann über den Nacken zur anderen Seite vor. Sie können aber auch zuerst beide Seiten schneiden und anschließend den Hinterkopf.
  • Kürzen Sie die Haare immer entgegen der Wuchsrichtung. Ziehen Sie den Trimmer also stets von unten nach oben durch die Haare. Der Aufsatz sollte dabei sanft über die Kopfhaut gleiten.
  • Für einen schönen Übergang: Beim Nachobenziehen heben Sie den Haarschneider in einer leichten Bewegung aus den Haaren heraus in Ihre Richtung. Der Atlasknochen dient dabei als Stopplinie.
  • Auch im Nacken können Wirbel liegen, oder die Haare haben unterschiedliche Wuchsrichtungen. Das bedeutet, dass Sie dort eventuell vorsichtig die Richtung wechseln sollten.
  • Wenn Sie nur eine Schere haben, können Sie Ihre Finger zur Abstandsmessung verwenden. Nehmen Sie eine Haarsträhne zwischen Zeige- und Mittelfinger, die senkrecht nach unten zeigen und am Kopf anliegen. Schneiden Sie nun vorsichtig die oberhalb hervorstehenden Haare ab.

Haareschneiden: Indem Sie einzelne Haarsträhnen zwischen Zeige- und Mittelfinger klemmen und mit beiden Fingern den Kopf berühren, können Sie einen gleichmäßigen Abstand halten und die richtige Länge treffen. (Quelle: Getty Images/ Ivan-balvan)Haareschneiden: Indem Sie einzelne Haarsträhnen zwischen Zeige- und Mittelfinger klemmen und mit beiden Fingern den Kopf berühren, können Sie einen gleichmäßigen Abstand halten und die richtige Länge treffen. (Quelle: Ivan-balvan/Getty Images)

Die Seiten

  • Wenn Sie die Seiten schneiden, gilt es die Ohren zu schützen. Dazu können Sie entweder selbst das Ohr sanft umklappen, oder das Frisurenmodel bitten, das eigene Ohr umgeklappt festzuhalten. Nun können Sie die Rundung des Ohrs vorsichtig mit Schere oder Maschine nachschneiden.
  • Nun kommt wieder die Maschine zum Einsatz. Ähnlich wie im Nacken wird nun sowohl von Gesichtskontur zu Gesichtskontur als auch von unten nach oben geschnitten. Die sogenannte Hutline markiert hier die Stopplinie. Gemeint ist die weiteste Stelle des Kopfes. Der Übergang der Seiten sollte mit dem Übergang des Hinterkopfes zusammenlaufen.

Das Deckhaar

Sie können das Deckhaar mit der Maschine oder Schere kürzen. Das Deckhaar wird in der Regel länger gelassen. Wenn Sie das Deckhaar mit der Schere schneiden, können Sie die Haare anfeuchten. Am besten geht das mit einer Sprühflasche. Die Haare können jedoch auch über dem Waschbecken unter fließendem Wasser angefeuchtet werden.

Deckhaar mit der Maschine kürzen:

Für die Haarschneidemaschine sollten Sie daher den größtmöglichen Aufsatz wählen. Kürzen Sie damit das Deckhaar.

Deckhaar mit der Schere schneiden:

  • Insbesondere, wenn das Deckhaar etwas länger bleiben soll, können Sie nun die Haarschneideschere verwenden.
  • Arbeiten Sie sich von hinten nach vorne zur Stirn vor.
  • Greifen Sie dafür Strähne für Strähne zwischen Zeige- und Ringfinger und kürzen Sie die Haare vorsichtig mit der Schere.
  • Schneiden Sie zunächst lieber etwas weniger ab – nachbessern kann man immer noch.
  • Tipp: Um die Haare gleichmäßig zu kürzen, sollten Sie stets die zuvor geschnittene Haarpartie mit in die neue noch ungeschnittene Strähne aufnehmen.

Die Übergänge

Die Übergänge sind der schwierigste Arbeitsschritt. Es gibt zwei Möglichkeiten: ein harter oder ein weicher Übergang.

Beim harten Übergang müssen Sie darauf achten, dass die kurzen Haare am Nacken und den Seiten ordentlich auf einer Linie abschließen. Das Deckhaar sollte rundherum ebenfalls einen gleichmäßigen Übergang bilden.

Für den weichen Übergang brauchen Sie Geduld und Fingerspitzengefühl:

  • Mit der Haarschneidemaschine oder der Schere muss ein gleichmäßiger Übergang geschaffen werden.
  • Das bedeutet, dass Sie zwischen den kurzen Haaren des Nackens und dem längeren Deckhaar im Bereich des Atlasknochens und der Hutlinie die Längen sanft angleichen müssen.
  • Nehmen Sie dafür oben Teile des Haupthaars und Teile des Nackenhaars zwischen die Finger und schneiden Sie vorsichtig die Übergänge.
  • Dasselbe können Sie mit dem Trimmer und einem Kamm machen. 

Nacken ausrasieren und Koteletten

  • Sind die Haare am Oberkopf entfernt, können Sie den Nacken am besten rasieren. Denn ein ausrasierter Nacken macht den frischen Haarschnitt perfekt. Dazu können Sie einfach die Haarschneidemaschine ohne Aufsatz verwenden und vorsichtig die Härchen abrasieren, sodass eine schöne eckige oder abgerundete Kontur entsteht.
  • Ähnlich gehen Sie bei den Koteletten vor. Die Haare vor den Ohren sollten Sie ebenfalls vorsichtig kürzen. Nehmen Sie dafür die Schere oder den Rasierer mit Aufsatz. Anschließend können Sie der Kotelette mit dem Rasierer ohne Aufsatz – ähnlich wie beim Nacken – einen Abschluss beziehungsweise eine Kontur geben.

Tipp: Bitten Sie den Frisierten, die Haare selbst mit den Händen so zurechtzulegen, als wäre es nach der gewohnten Haarwäsche. So liegen die Haare, wie sie sollen und man kann kontrollieren, ob Partien vergessen wurden. Abschließend sollten Sie von allen Seiten prüfen, ob der Haarschnitt gleichmäßig geworden ist.

Pony schneiden

Pony schneiden: Entfernen Sie möglichst wenig, denn was ab ist, ist ab. (Quelle: Getty Images/dimid_86)Pony schneiden: Entfernen Sie möglichst wenig, denn was ab ist, ist ab. (Quelle: dimid_86/Getty Images)

Wollen Sie die Ponypartie kürzen, sollten die Haare trocken sein, denn im nassen Zustand erscheinen sie länger, dadurch kann der Pony schnell zu kurz geraten. Beginnen Sie mit dem Schneiden der Stirnfransen am besten in der Mitte des Ponys und bestimmen Sie einen Referenzpunkt für die spätere Ponylänge – das können zum Beispiel die Augenbrauen sein.

Nehmen Sie die Haare locker zwischen Zeige- und Mittelfinger und halten Sie sie etwas von der Stirn entfernt. Dann schneiden Sie mit der Schere von unten in einem leichten Winkel in den Pony. Schneiden Sie dabei sicherheitshalber immer nur wenige Millimeter ab. Weitere Tipps zum Ponyschneiden finden Sie hier.

Spitzen schneiden

Haben Sie lange Haare und wollen nur die Spitzen schneiden, können Sie nach dieser Schritt-für-Schritt-Anleitung vorgehen. Dabei entsteht eine U-Form, sodass die Haare vorne etwas kürzer als hinten sind und dadurch schöner fallen.

  1. Kämmen Sie die Haare und legen Sie den Scheitel so, wie er später auch liegen soll – zum Beispiel als Mittelscheitel. Ziehen Sie ihn bis in den Nacken und teilen Sie die Haare damit in zwei Hälften.
  2. Starten Sie nun mit einer Hälfte. Die andere Hälfte der Haare können Sie hochstecken oder zusammenbinden.
  3. Beginnen Sie vorne am Gesicht. Nehmen Sie Strähne für Strähne jeweils zwischen Zeige- und Mittelfinger. Ziehen Sie die Strähne straff und setzen Sie die Schere unterhalb der beiden Finger an, um die Spitzen abzuschneiden. Am besten schneiden Sie noch nicht direkt auf die gewünschte Länge, sondern lassen noch etwas Spielraum. Nähern Sie sich lieber vorsichtig der gewünschten Länge an. So vermeiden Sie, dass Sie zu viel abschneiden.
  4. Am besten greifen Sie immer recht kleine Strähnen. Sie sollten maximal drei Zentimeter breit sein. Wer direkt viel Haar abschneidet, könnte grobe Kanten riskieren.
  5. Kontrollieren Sie immer wieder, ob Sie die Strähnen auf die gleiche Länge schneiden.
  6. Führen Sie den Schnitt auf der anderen Seite fort. Prüfen Sie dabei unbedingt, ob die Länge mit der zweiten Seite übereinstimmt.
  7. Zum Schluss sollten Sie noch einmal kontrollieren, ob die Haare auf beiden Seiten gleich lang sind. Dafür einfach die beiden vorderen Strähnen rechts und links vom Gesicht zwischen Daumen und Zeigefinger langsam nach unten ziehen.

Stufen schneiden 

Ein Stufenschnitt ist eher nicht für Anfänger geeignet. Wer jedoch schon etwas Übung hat, kann sich zu Hause an dem Schnitt versuchen. Besonders schnell geht es mit dieser Methode: 

  1. Kämmen Sie Ihre Haare gut durch und binden Sie sich einen strammen Pferdeschwanz oben genau in der Mitte auf Ihrem Kopf. Die Position sollte möglichst genau sein, damit die Stufen auch gleich lang werden.
  2. Ziehen Sie die Haare nun senkrecht zwischen Zeige- und Mittelfinger nach oben.
  3. Schneiden Sie Ihre Haare auf der Höhe, auf der Sie sie kürzen möchten oberhalb der Finger ab. Starten Sie am Anfang am besten zuerst nur mit den Spitzen Ihrer Haare. 
  4. Lösen Sie den Pferdeschwanz und begutachten Sie das Ergebnis.

Tipp: Einzelne Stellen können Sie bei Bedarf noch nachschneiden.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche

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