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Hier k├Ânnen Sie besondere Schlossg├Ąrten besuchen

dpa-tmn, Daniela David

Aktualisiert am 29.04.2022Lesedauer: 4 Min.
Schlossg├Ąrten in Europa: Im Mirabellgarten reicht der Blick ├╝ber das symmetrische Gartenparterre bis zur Festung Hohensalzburg.
Schlossg├Ąrten in Europa: Im Mirabellgarten reicht der Blick ├╝ber das symmetrische Gartenparterre bis zur Festung Hohensalzburg. (Quelle: Daniela David/dpa-tmn-bilder)
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Wer hier flaniert, bewegt sich auf den gr├╝nen Spuren der Vergangenheit. Eine Entdeckungstour durch sehenswerte Schlossg├Ąrten vom Westen Irlands ├╝ber Salzburg bis ins Herz der Toskana.

Das Wichtigste im ├ťberblick


Sie dienten der Machtrepr├Ąsentation und waren zugleich Orte der inszenierten Lebenslust. Viele Schlossg├Ąrten sind bestimmt von barockem Schick, man denke an Versailles, Sanssouci oder Herrenhausen. Doch oft gibt es noch viel mehr zu entdecken, wie unsere Reise zu besonderen, teils weniger bekannten Parks zeigt.


Die sch├Ânsten Schlossg├Ąrten Europas

Lustwandeln als Lebensgef├╝hl: Besondere Schlossg├Ąrten in Europa
Lustwandeln als Lebensgef├╝hl: Besondere Schlossg├Ąrten in Europa
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Hellbrunn: Wo Neptun die Zunge herausstreckt

"Funpark w├╝rde man das heutzutage nennen", sagt ein Mitarbeiter des Schlossparks Hellbrunn in Salzburg. Doch die Wasserspiele hat ein Kirchenf├╝rst bereits im 17. Jahrhundert in Auftrag gegeben.

Frech streckt der Meeresgott Neptun in der Regengrotte jedem, der vorbeikommt, die Zunge heraus. Schon geht ein k├╝nstlicher Platzregen auf die Besucher nieder. Ein hydraulischer Wasserautomat macht diesen Spa├č m├Âglich. "Die 400 Jahre alten Wasserspiele sind tats├Ąchlich noch Originale", sagt die langj├Ąhrige Schlossverwalterin Ingrid Sonvilla.

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Nach diesen von Vogelstimmen aus Musikautomaten untermalten Begegnungen mit Spritzbrunnen und wasserspeienden Figuren spaziert der Besucher zum Trocknen durch den Landschaftsgarten. Es geht vorbei an Baumriesen, mystischen Grotten, Karpfenteichen, lauschigen Lauben und einem Steintheater. Dieser manieristische Schlosspark ist ein Gesamtkunstwerk nach italienischem Vorbild.

Mirabellgarten: Das bl├╝hende Barockjuwel

Wir bleiben zun├Ąchst in Salzburg. Wer noch nie in der Mozartstadt war, hat den Mirabellgarten vermutlich schon mal auf Fotos gesehen. Das gro├če, symmetrische Gartenparterre bestimmt die Postkartenansicht des bl├╝henden Barockjuwels im Zentrum der Stadt. "Wir verwenden gerne Begonien, denn die Eisblumen halten die hiesigen Wetterkapriolen wie Regen und Hitze gut aus", sagt Oberg├Ąrtner Peter Ebner.

Der geb├╝rtige Salzburger steuert die Pflanzungen. "Zweimal im Jahr setzen wir 35.000 Pflanzen ein, plus 12.000 Zwiebeln f├╝r den Fr├╝hjahrsflor." Barockfelder mit Basilikum, Salbei, Iresinen und Dahlien best├╝cken, die Lindenallee auf Kastenform schneiden oder Tausende von Rosenst├Âcken pflegen: Alles erfolgt von Hand.

Dem Besucher bleibt nur, das Ergebnis dieser "irrsinnig arbeitsintensiven" G├Ąrtnerleistung zu genie├čen. Und sich vom Heckentheater in die Zeit des Barock ÔÇô als der Garten Schauplatz f├╝r Lustspiele war ÔÇô versetzen zu lassen.

Kylemore Abbey: Reise ins Viktorianische Zeitalter

Wie in einem M├Ąrchen thront Kylemore Abbey mit seinen T├╝rmchen in der rauen Landschaft von Connemara im Westen Irlands. Benediktinerinnen ├╝bernahmen das Schloss 1922, wandelten es in ein Kloster um und restaurierten den historischen Victorian Walled Garden.

Eine hohe Backsteinmauer umgibt den 24.000 Quadratmeter gro├čen viktorianischen Mauergarten voller Gem├╝se, Obst und Blumen. "In unserem Garten wachsen nur Pflanzen, die es schon im Viktorianischen Zeitalter gab", sagt Anja Gohlke, die aus Deutschland stammende Chefg├Ąrtnerin von Kylemore Abbey. Das fr├╝here Wohnhaus ihrer Vorg├Ąnger aus dem 19. Jahrhundert dient heute als Museum.

Château de Miromesnil: Verrückt im Küchengarten

Als Geheimtipp gilt das Château de Miromesnil in der Normandie. Die Schlosseigentümerin Nathalie Romatet pflegt die Tradition des "Potager", des Küchengartens.

Ihren K├╝chengarten nennt Romatet "eine organisierte Verr├╝cktheit". Ganz franz├Âsisch sind die Beete zwar geometrisch angeordnet, doch die ├╝berbordende Blumenpracht in den gemischten Rabatten aus regionalen Gem├╝se, Beeren und Kr├Ąutern verleiht ihm einen englischen Touch.

Die Potager erfahren vielerorts wieder mehr Aufmerksamkeit: Immer mehr Schl├Âsser in Europa k├╝mmern sich in den letzten Jahren intensiv um ihre traditionellen K├╝cheng├Ąrten.

Château de Miromesnil: Die Schlosseigentümerin Nathalie Romatet pflegt die Tradition des "Potager", des Küchengartens.
Château de Miromesnil: Die Schlosseigentümerin Nathalie Romatet pflegt die Tradition des "Potager", des Küchengartens. (Quelle: Andia/imago-images-bilder)

Schlosspark Altenstein: Teppichartige Schmuckbeete

Das "Gro├če Teppichbeet" im Schlosspark Altenstein in Th├╝ringen ist ein Hingucker. Auf 130 Quadratmetern wachsen mehr als 6000 Pflanzen. Diese teppichartigen Schmuckbeete kamen in der zweiten H├Ąlfte des 19. Jahrhunderts in Mode. "Zwischen 1890 und 1914 wurde jedes Jahr ein neues Motiv entworfen", sagt der Parkverwalter Toni Kepper. "Nach diesen Vorlagen bepflanzen wir j├Ąhrlich neu."

Zedern, Goldeschen, Blutbuchen, eine Kaukasische Fl├╝gelnuss und ein Mammutbaum: Majest├Ątische B├Ąume best├╝cken den Schlosspark. Bei seiner Gestaltung hatten die Gartenk├╝nstler F├╝rst Hermann von P├╝ckler-Muskau und Peter Joseph Lenn├ę ihre H├Ąnde mit im Spiel.

In der inszenierten Naturlandschaft sind die geschwungenen Wege so geschickt angelegt, dass sie das Verlangen auf weitere Entdeckungen wecken. Hin zum Hohlen Stein mit dem Chinesischen H├Ąuschen, hinauf ├╝ber die steilen Stufen zum Blumenkorbfelsen und hin├╝ber ├╝ber die wankende Teufelsbr├╝cke, die zwischen zwei Felsnadeln h├Ąngt.

Der Landschaftspark von Schloss Altenstein s├╝dlich von Eisenach gilt mit 160 Hektar als gr├Â├čter in Th├╝ringen. Das Bundesland steckt aufgrund seiner einstigen Kleinstaaterei voller Schl├Âsser mit G├Ąrten. Viele dieser g├Ąrtnerischen Kleinodien sind wieder instand gesetzt.

Vicobello: Ein Ort des Vergn├╝gens

Der Ursprung der Schlossg├Ąrten geht auf die Renaissance in Italien zur├╝ck. Seit dem 16. Jahrhundert pflegt die Familie Chigi in ihrer Villa di Vicobello in der Toskana ihren italienischen Garten.

Auf verschiedenen Terrassen bl├╝hen je nach Jahreszeit Kamelien und Glyzinien, Azaleen und Oleander. Im Limonengarten duften 250 Jahre alte Orangen- und Zitronengew├Ąchse in Terrakotta-Vasen. Auch die Maulbeerb├Ąume und Steineichen, der Ginkgo und die Libanonzeder sind Jahrhunderte alt.

Wie auf einem Balkon f├╝hrt ein Weg an den Terrassen entlang. Von vielen Stellen des Gartens ergibt sich ein weiter Blick auf die Stadt Siena und die Landschaft der Toskana.

"Die Villa wurde als Ort des Vergn├╝gens gebaut", sagt Hausherr Agostino Anselmi Zondadari. "Schon meine Urgro├čmutter genoss in unserem Garten den malerischen Sonnenuntergang."

Und auch den Gast von heute ├╝berkommt ein lustwandelndes Lebensgef├╝hl. Das ist typisch f├╝r die G├Ąrten der europ├Ąischen Schl├Âsser und Villen, die einst der Machtrepr├Ąsentation dienten, aber immer auch der kunstvoll inszenierten Lebenslust.

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Wichtig zu wissen: Die G├Ąrten sind nicht alle ganzj├Ąhrig ge├Âffnet. Einige kosten Eintritt. Im Fr├╝hjahr und Sommer bl├╝ht besonders viel. Es ist ratsam, sich vor dem Besuch immer nach den aktuellen ├ľffnungszeiten zu erkundigen.

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  • Sandra Simonsen
Von Sandra Simonsen
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