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Wie sicher ist Bahnfahren während der Corona-Pandemie?

  • Sandra Simonsen
Von Sandra Simonsen

Aktualisiert am 18.08.2020Lesedauer: 5 Min.
Bahnfahren in der Corona-Krise: In den ZĂĽgen der Deutschen Bahn herrscht Maskenpflicht.
Bahnfahren in der Corona-Krise: In den ZĂĽgen der Deutschen Bahn herrscht Maskenpflicht. (Quelle: Ralph Peters/imago-images-bilder)
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Seit viele Corona-Maßnahmen gelockert wurden, ist auch das Reisen innerhalb Deutschlands wieder problemlos möglich. Auch in den Zügen der Deutschen Bahn gibt es zahlreiche Sicherheitsvorkehrungen.

Das Wichtigste im Ăśberblick


Es gelten eine Maskenpflicht, strenge Hygieneregeln und es wird auf Abstandsmöglichkeiten geachtet: Bahnfahren soll auch in der Corona-Pandemie wieder nach normalem Fahrplan möglich sein. Wie sicher das Reisen mit den Zügen in Deutschland jetzt ist, erklärt die Deutsche Bahn auf Anfrage von t-online.de.


10 Tipps: So schĂĽtzen Sie sich in Bus und Bahn vor Corona

Maskenpflicht wegen Corona: Aktuell gilt in allen Bussen, Bahnen und Zügen eine Maskenpflicht. Das bedeutet, Sie müssen Mund und Nase bedecken. Geeignet dafür sind OP-Masken, selbst genähte Stoffmasken oder auch die Bedeckung mit Schals und Tüchern.
Tickets online kaufen: Der Kauf von Tickets beim Fahrer ist in den meisten Regionen derzeit nicht möglich. Es ist aber deshalb nicht erlaubt, ohne gültigen Fahrschein zu fahren. Sie können für den Ticketkauf die Online-Angebote vorab nutzen oder die Fahrscheine per App erwerben.
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Wann gilt die Maskenpflicht und wie wird sie umgesetzt?

Deutschlandweit gilt seit einigen Wochen eine Maskenpflicht in allen Zügen der Deutschen Bahn. Wer den öffentlichen Nah- oder Fernverkehr nutzt, ist verpflichtet, eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen. So soll eine weitere Verbreitung des Coronavirus eingedämmt werden.

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"Wir begrüßen diese Maßnahme und unterstützen die Länder bei der Umsetzung", sagt dazu eine Pressesprecherin der DB auf Anfrage von t-online.de. "Wir informieren über die Maskenpflicht in Zügen, Bahnhöfen sowie in allen Medien (bahn.de, Bahn-App DB Navigator) und appellieren an Fahrgäste, dies zum Schutz aller Kunden und DB-Mitarbeiter zu beachten."

Und auch, wenn nicht alle diesem Appell nachkommen, so setze die Bahn weiterhin auf "die Kooperation, das Verständnis und die gegenseitige Rücksichtnahme aller Fahrgäste". Die überwiegende Mehrheit der Fahrgäste trage einen Mund-Nasen-Bedeckung, alle Mitarbeiter der Bahn sind zudem ebenfalls verpflichtet, eine Gesichtsmaske zu tragen.

Was passiert, wenn Sie keine Maske in der Bahn tragen?

Trotz aller Informationen und Appelle gibt es auch in den Zügen noch immer Menschen, die keine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. "Treffen unsere Mitarbeiter auf Reisende ohne Mund-Nasen-Bedeckung in unseren Zügen, werden die betroffenen Reisenden persönlich aufgefordert, der Maskenpflicht nachzukommen", betont dazu die Bahnsprecherin. "Die Gesundheit von Mitarbeitern und Fahrgästen hat für uns oberste Priorität." Die Deutsche Bahn behalte sich außerdem vor, Reisende im Einzelfall von der Fahrt auszuschließen, sollten sie der Maskenpflicht nicht nachkommen.

"Sollte es im Zusammenhang mit der Tragepflicht zu Konflikten kommen, wird – wie grundsätzlich in allen eskalierenden Konfliktsituationen – auch hier die Bundespolizei hinzugeholt", ergänzt die Bahnsprecherin. Reisende ohne Maske erhalten zudem kostenlosen Mund-Nasen-Schutz von DB-Mitarbeitern, insgesamt sollen so in den nächsten Wochen bundesweit mehr als 300.000 Masken verteilt werden. Um die Maskenpflicht umzusetzen, gibt es zudem Präventionsteams, die die Bahnkunden informieren sollen.

Die Deutsche Bahn hat beispielsweise unter Begleitung der Bundespolizei am 18. August in sieben Bundesländern gemeinsame Schwerpunktkontrollen zur Einhaltung der Maskenpflicht in Zügen durchgeführt. Das Ergebnis der Kontrollen war laut Deutscher Bahn, dass der "ganz überwiegende Teil der Fahrgäste vorbildlich eine Mund-Nase-Bedeckung" trägt. Die DB setze derzeit regelmäßig in täglich rund 60 Fernverkehrszügen Sicherheitsmitarbeiter ein, um die Einhaltung der Maskenpflicht zu prüfen. Bis September solle die Zahl der Kontrollen mehr als verdoppelt werden.

Wie sicher sind Bahnfahrten in Bezug auf das Infektionsrisiko?

In der Bahn kommen viele Menschen auf engem, geschlossenem Raum zusammen: Die Ausbreitung des Coronavirus könnte durch diese Voraussetzungen begünstigt werden. Trotzdem nutzen viele Menschen weiterhin die Bahn.

Der Chef der Tochtergesellschaft DB-Fernverkehr, Michael Peterson, betonte gegenüber "Die Zeit" zudem, dass die Infektionsgefahren bei Bahnreisen relativ gering seien. "Derzeit gibt es weltweit keinen bekannten Übertragungsfall aus einem Fernverkehrszug", sagte er. Auch Infektionen von Bahnmitarbeitern im Fernverkehr kämen deutlich seltener vor als im Bevölkerungsdurchschnitt.

Peterson führte dies vor allem auf die Klimaanlagen in den Zügen zurück: "Alle siebeneinhalb Minuten wird die Luft durch die Klimaanlage komplett mit Frischluft erneuert, Umluft wird gefiltert." Es gebe einen hohen Frischluftanteil und bei jedem Halt würden die Türen geöffnet.

Verkaufsstopp bei zu hoher Auslastung

Auch eine Überfüllung von Zügen versuche das Unternehmen zu vermeiden, sagte Peterson. Derzeit hätten diese im Fernverkehr eine durchschnittliche Auslastung von rund 30 Prozent, "das ist etwa die Hälfte des Vorjahres". Ein Steuerinstrument seien dabei die Reservierungen: "Bei Zügen mit voraussichtlich sehr hoher Auslastung stoppen wir den Ticketverkauf."

Das bestätigt auch die Sprecherin der DB: Bereits bei der Buchung werde verstärkt darauf geachtet, dass die Züge gleichmäßig ausgelastet seien. "Über die App DB Navigator und bahn.de können Reisende den Buchungsstand von Zügen einsehen; wir steuern die Auslastungsanzeige jetzt aktiv", betont sie.

Zudem wurden einige Services eingestellt, beispielsweise gebe es keine Zeitungen mehr an Bord. Außerdem gibt es in der 1. Klasse zunächst keine "kleinen Aufmerksamkeiten" mehr.

Die Sprecherin der DB erklärt weiter gegenüber t-online.de: "Die Kontaktflächen an und in den Zügen werden verstärkt gereinigt. Die Fahrzeuge des Fernverkehrs unterliegen einer engmaschigen Innenreinigung. Auch im Regionalverkehr haben wir die Reinigung insbesondere der Kontaktflächen intensiviert." Die Mitarbeiter seien mit Desinfektionsmitteln ausgestattet und achten besonders auf das Auffüllen der Seifen- und Desinfektionsspender auf den Zugtoiletten. Insgesamt würden bundesweit mehr als 4.300 Mitarbeiter für die Reinigung eingesetzt. Zusätzlich gebe es rund 600 Reinigungskräfte, die die Züge unterwegs reinigen.

Was passiert bei einem Corona-Verdacht in einem Zug?

Sollte von den Behörden ein Corona-Verdacht bestätigt werden, wird nach Angaben der DB der betroffene Bereich im Zug gesperrt und nach der Fahrt desinfiziert. Fahrgäste sollen ihre Kontaktdaten hinterlegen, um von den Behörden im Bedarfsfall kontaktiert zu werden. Sollte es an Bord der Züge Fahrgäste mit akuten Beschwerden geben, seien die DB-Mitarbeiter in fest definierten Abläufen geschult, im Notfall fordern sie Rettungskräfte an.

Welche Regeln gelten in den Bahnrestaurants?

Auch in den Restaurants der Fernverkehrszüge, die inzwischen wieder geöffnet haben, gelten besondere Corona-Regeln:

  • In den Bordbistros gibt es Abstands-Markierungen.
  • Die Mund-Nase-Bedeckung darf nur zum Essen und Trinken abgesetzt werden.
  • Im Bordrestaurant dĂĽrfen Familien und gemeinsam reisende Gäste zusammen an einem Tisch Platz nehmen.
  • FĂĽr die Verteilung von Alleinreisenden gilt ein spezieller Sitzplatzbelegungsplan, der den Abstand zwischen den Reisenden gewährleisten soll.

Könnte der Bahnverkehr ausgesetzt werden?

Eine zeitweise Einstellung des Zugverkehrs wegen der Corona-Pandemie war für die Deutsche Bahn nach eigenen Angaben nie eine Option, die ernsthaft erwogen wurde. "Für unsere Züge ist es technisch von Vorteil, im Betrieb zu sein, damit zum Beispiel die Klimaanlagen und Wasserleitungen sauber bleiben", so Peterson. Das sei anders als bei Fluggesellschaften, die ihre Maschinen "in der Wüste parken können, wo alles staubtrocken ist".

Der Fernverkehrs-Konkurrent Flixtrain hatte wegen der Corona-Pandemie dagegen seinen Zugverkehr fĂĽr Monate eingestellt. Erst vor wenigen Tagen wurde der Betrieb wieder aufgenommen.

Welche Strecken sind besonders beliebt und werden ausgebaut?

Im Zuge der Lockerungen der Corona-Maßnahmen fährt auch die Deutsche Bahn ihr Angebot wieder hoch. "Kunden steht inzwischen wieder ein deutlich größeres Angebot zur Verfügung", betont die DB-Sprecherin, "Zusätzlich zur Wiederaufnahme der touristischen ICE- und IC-Linien wurden auch besonders nachgefragte ICE-Städteverbindungen verstärkt." Dazu zählen folgende Strecken:

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  • MĂĽnchen-Dortmund via NĂĽrnberg,
  • Frankfurt am Main und Köln,
  • MĂĽnchen-Dortmund via Stuttgart
  • Köln sowie Basel-Dortmund via Karlsruhe und Köln.

Hier setze die Bahn Züge mit der doppelten Zahl an Sitzplätzen ein. Auch die ICE Sprinter-Züge zwischen Berlin und München kommen zurück, die ersten sind seit Juni planmäßig unterwegs.

Zusätzlich zu den bereits wieder aufgenommenen ICE- und IC-Linien sollen beliebte Urlaubsziele wie Rügen, die Ostfriesischen Inseln und Tirol noch öfter angefahren werden. Zudem gebe es seit Ende Juni einen regelmäßigen ICE von Berlin nach Innsbruck. Ab dem 31. Juli soll auch Rügen mit einer neuen Direktverbindung von Stuttgart via Würzburg, Kassel, Berlin und Stralsund nach Binz angefahren werden.

Wird es Corona-Teststationen an den Bahnhöfen geben?

Corona-Tests werden in Deutschland durch Gesundheitsbehörden veranlasst und durchgeführt. Nach Auskunft der DB sei das Unternehmen zur aktuellen Corona-Lagebewertung im Bahnverkehr im ständigen Austausch mit den Gesundheitsbehörden von Bund und Ländern. Das Unternehmen kündigte an, " nach Möglichkeit Flächen oder Räumlichkeiten zur Verfügung zu stellen". Auch an den Hauptbahnhöfen München und Nürnberg können sich Menschen auf das Virus testen lassen.

Wird Bahnfahren jetzt gĂĽnstiger?

Die Deutsche Bahn hat zunächst mit kulanteren Stornierungsregelungen auf die Corona-Pandemie reagiert. Jetzt soll es zwar nicht wegen des Coronavirus, aber durch die Mehrwertsteuerabsenkung auch günstigere Preise geben. Zum 1. Juli wurden die Preise für alle Super Sparpreis-, Sparpreis und Flexpreis-Tickets sowie für die Bahncards und Zeitkarten um 1,9 Prozent gesenkt.

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