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Corona-Beschlüsse: Was ist jetzt mit dem Mallorca-Urlaub?


Was passiert jetzt mit dem Mallorca-Urlaub?

  • Sandra Simonsen
Von Sandra Simonsen

Aktualisiert am 23.03.2021Lesedauer: 4 Min.
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Partyurlaub trotz Pandemie: Aufnahmen von der Insel Mallorca zeigen feiernde Deutsche ohne Maske und besorgte Anwohner. (Quelle: Reuters)
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Gerade erst ist Mallorca von der Liste der Risikogebiete gestrichen worden, die ersten Touristen sind bereits auf den Balearen gelandet. Bei den neuen Regelungen sorgen sich jetzt viele um ihren Osterurlaub.

Das Wichtigste im Überblick


  • Was wurde beschlossen?
  • Was bedeuten die Beschlüsse für den Osterurlaub auf Mallorca?
  • Wie bereiten sich die Reiseanbieter vor?
  • Wie reagiert die beliebte Urlaubsinsel auf den Ansturm?
  • Gibt es Alternativen?

Nachdem die Reisewarnung für die Balearen aufgehoben wurde, planten Reiseanbieter und Touristen den Osterurlaub. Flüge wurden aufgestockt, Hotels haben sich vorbereitet und mittlerweile sind die ersten Touristen auf der Lieblingsinsel der Deutschen angekommen. Mit den neuen Corona-Beschlüssen der Bundesregierung folgt allerdings die erste Ernüchterung: Auch für den Urlaub gelten wieder strengere Regeln.


Diese Reiseziele zählen zu den Hochrisikogebieten

Belgrad: Serbien gilt als Hochrisikogebiet in der Corona-Pandemie
Port-au-Prince, Haiti: Seit Anfang August zählt das Urlaubsziel zu den Hochrisikogebieten.
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Was wurde beschlossen?

In der Nacht zum 23. März 2021 haben Bund und Länder die bisherigen Corona-Beschlüsse wieder verschärft. Weiterhin wird eindringlich appelliert, auf alle nicht zwingend notwendigen Reisen im Inland und ins Ausland zu verzichten. "Auch hinsichtlich der bevorstehenden Ostertage", heißt es in dem Beschluss.

Wer aus einem Risikogebiet zurück nach Deutschland reist, muss weiterhin eine digitale Einreiseanmeldung ausfüllen und sich zehn Tage in Quarantäne begeben. Frühestens nach fünf Tagen kann die Quarantäne durch einen negativen Corona-Test beendet werden. Das gilt allerdings nicht für die Rückkehr aus Virusvariantengebieten: Hier gilt eine strenge Quarantäne von 14 Tagen.

"Da insbesondere bei beliebten Urlaubszielen damit zu rechnen ist, dass Urlauber aus zahlreichen Ländern zusammentreffen und sich Covid-19-Varianten leicht verbreiten können, erwarten Bund und Länder von allen Fluglinien konsequente Tests von Crews und Passagieren vor dem Rückflug und keine weitere Ausweitung der Flüge während der Osterferien", appellierte die Politik zudem an die Reiseanbieter.

Geplant war eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes, wonach es eine generelle Testpflicht vor Abflug nach Deutschland geben soll. Diese Testpflicht wird nun ab kommenden Dienstag, 30. März, umgesetzt. Die neue Testpflicht zielt vor allem auf Urlauber auf der Baleareninsel ab, die von dort in den nächsten Wochen nach Deutschland zurückkehren. In der Osterzeit sollen es um die 40.000 Personen sein.

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Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hätte sich von der Bund-Länder-Schalte ein härteres Vorgehen zur Vermeidung von Mallorca-Reisen gewünscht. Man sei "außerordentlich unglücklich und besorgt" über die Entwicklung bei dem Thema, sagte Kretschmann am Dienstag in Stuttgart. "Damit bin ich total unzufrieden." Kretschmann kritisierte in dem Zusammenhang den Bund. "Ich hätte mir auch, ich sag's jetzt mal, die Kreativität der Bundesregierung gewünscht, dass wir das verhindert bekommen."

Was bedeuten die Beschlüsse für den Osterurlaub auf Mallorca?

Grundsätzlich können Sie Ihren geplanten Mallorca-Urlaub trotzdem antreten. Bei der Rückkehr müssen Sie dann allerdings damit rechnen, vor dem Abflug auf der Urlaubsinsel auf das Coronavirus getestet zu werden. Zudem sollen in den Osterferien keine zusätzlichen Flüge mehr angeboten werden, was dazu führen könnte, dass Sie eine Reise jetzt nicht mehr buchen können, weil die Kapazitäten ausgeschöpft sind.

Sie sollten sich aber zusätzlich auch immer überlegen, ob Sie das Risiko einer Ansteckung im Ausland über die Ostertage wirklich riskieren möchten: Auf Mallorca kommen viele Touristen zusammen, das Risiko einer Ansteckung ist automatisch höher, als zu Hause. Der Appell der Bundesregierung ist zwar kein Verbot, aber ein dringender Ratschlag.

Wie bereiten sich die Reiseanbieter vor?

Die Fluggesellschaften warten auf Details zu den Corona-Tests, die sie Mallorca-Touristen vor der Rückreise nach Deutschland anbieten sollen. Man benötige für die weitere Planung die genaue Ausgestaltung der angekündigten Verordnung, hieß es am Dienstag bei den Ferienfliegern Condor und Tuifly nach einer Ankündigung der Ministerpräsidentenkonferenz.

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Mit den Tests befinde man sich grundsätzlich auf einem guten Weg, weil damit Quarantänen bei der Rückkehr aus dem Urlaub verhindert würden, sagte eine Condor-Sprecherin. Zur genauen Ausgestaltung des Testregimes werde man sich auch mit den anderen Anbietern verständigen. Beide Fluggesellschaften erklärten zudem, über die Osterfeiertage keine zusätzlichen Flüge mehr zu planen. Das hatten Bund und Länder verlangt.

Der Präsident des deutschen Reiseverbands, Norbert Fiebig, begrüßt zudem, dass nach den Beschlüssen von Bund und Ländern nicht alle Reiserückkehrer einer Quarantänepflicht unterliegen sollen. Es sei sinnvoll, stattdessen auf eine Testpflicht zu setzen, sagte Fiebig am Dienstag im ZDF-"Morgenmagazin".

Wie reagiert die beliebte Urlaubsinsel auf den Ansturm?

Die Regionalregierung hat jetzt beim Tourismus die Notbremse gezogen. Man habe es ja gar nicht darauf angelegt, dass zu Ostern schon wieder ausländische Touristen kommen, berichtete die Zeitung "Diario de Mallorca" am Dienstag unter Berufung auf den Wirtschaftsminister der Balearen, Iago Negueruela. "Für uns hat Ostern keine Priorität. Wichtig ist es, die Sommersaison zu sichern", zitierte die Zeitung den Minister.

Dass nun trotzdem wieder Touristen anreisen dürften, sei nicht Sache Mallorcas, sondern falle in die Verantwortung der Regierungen Spaniens und Deutschlands, betonte Negueruela. Seit einigen Tagen ist Corona auch auf der Mittelmeerinsel wieder auf dem Vormarsch. Die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen stieg in einer Woche von rund 20 auf 30. Deshalb will die Regionalregierung die erst Mitte März wieder geöffneten Innenräume von Cafés, Restaurants und Kneipen erneut schließen.

Gibt es Alternativen?

Wer auf den Osterurlaub auf keinen Fall verzichten möchte, dem bleiben zusätzlich zur Reise nach Mallorca nur wenige Alternativen. Urlaub innerhalb Deutschlands bleibt verboten, durch das Beherbergungsverbot bleiben Hotels und andere Unterkünfte geschlossen.

Einige wenige andere Regionen in Europa stehen mittlerweile neben Mallorca und den anderen Balearen nicht mehr auf der Liste der Risikogebiete und könnten somit zumindest eine Alternative bieten. Dazu zählen beispielsweise die Algarve in Portugal oder andere Regionen in Spanien wie Galicien und die kroatische Urlaubsregion Istrien. Wenn Sie trotz Corona-Pandemie einen Urlaub planen, sollten Sie sich allerdings immer tagesaktuell über die Maßnahmen der einzelnen Länder und Regionen informieren, vielerorts herrscht ein Lockdown wie in Deutschland oder sogar strenger. Und auch für diese Orte gilt die erweiterte Testpflicht.

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Verwendete Quellen
  • Aktueller Beschluss der Ministerpräsidentenkonferenz
  • Robert Koch-Institut
  • Auswärtiges Amt
  • Nachrichtenagentur dpa
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