Schlagzeilen
AlleAlle anzeigen

Warum melden sich so viele Lufthansa-Piloten krank?

Von dpa
Aktualisiert am 27.12.2021Lesedauer: 3 Min.
Lufthansa-Piloten (Archivbild): Bei der renommierten Fluglinie kommt es zu einer massiven Krankheitswelle ausgerechnet vor Weihnachten.
Lufthansa-Piloten (Archivbild): Bei der renommierten Fluglinie kommt es zu einer massiven Krankheitswelle ausgerechnet vor Weihnachten. (Quelle: /ap-bilder)
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo

Die Lufthansa nimmt massive Streichungen im Flugplan vor. Und auch ĂŒber Weihnachten werden beliebte Verbindungen kurzfristig ausgesetzt. Der Grund: eine massive Krankheitswelle unter den Piloten. Über die GrĂŒnde kann der Konzern nur spekulieren.

Die Lufthansa hat ĂŒber Weihnachten ein Dutzend FernflĂŒge gestrichen, weil sich zu viele Piloten gleichzeitig krank gemeldet haben. Zudem gab der Konzern bekannt, im neuen Jahr sein Programm wegen fehlender Nachfrage deutlich zu reduzieren.


Booster-Impfung: FĂŒr wen sie besonders wichtig ist

Senior: Über 80-JĂ€hrige sollten sich den dritten Piks abholen, weil bei ihnen die Immunantwort nach der Impfung oft nicht so stark ausfĂ€llt. Zudem zĂ€hlen sie generell zu den Risikogruppen fĂŒr einen schweren Verlauf von Covid-19. (Symbolbild)
Tabletteneinnahme: Bestimmte Medikamente wie Immunsuppressiva fĂŒhren zu einer ImmunschwĂ€che. Diese wiederum kann die Wirkung der Corona-Impfung beeintrĂ€chtigen. Allen Personen mit ImmunschwĂ€che wird deshalb eine Booster-Impfung empfohlen. (Symbolbild)
+3

Im Winterflugplan soll jeder zehnte geplante Flug ausfallen, insgesamt 33.000 Verbindungen werden gestrichen, wie Konzernchef Carsten Spohr in einem Interview ankĂŒndigte.

"Extrem hohe Krankenquote"

Zu den krankheitsbedingten AusfĂ€llen ĂŒber die Feiertage sagte ein Konzernsprecher am Donnerstag: "Wir haben mit einem sehr großen Puffer geplant. Der reicht aber fĂŒr die extrem hohe Krankenquote nicht aus." Über einen Zusammenhang mit der hochansteckenden Corona-Variante Omikron wolle er nicht spekulieren, da Lufthansa nicht ĂŒber die Art der Erkrankungen informiert werde.

Dieser Umstand befeuert auch Mutmaßungen im Internet, in denen von einem möglichen Bummelstreik der Piloten die Rede ist. Deren Gewerkschaft Vereinigung Cockpit befindet sich aktuell mit dem Unternehmen in einer harten Auseinandersetzung um die kĂŒnftige Kostenstruktur bei der Stammgesellschaft Lufthansa, bei der ab April erste coronabedingte Entlassungen drohen.

ANZEIGEN
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Meistgelesen
MinisterprÀsident Orbån verhÀngt Notstand
Viktor Orban bei einer Pressekonferenz (Archivbild): Der ungarische Regierungschef hat jetzt den Notstand verhÀngt.


Die VC befĂŒrchtet zudem einen harten Schrumpfkurs bei der Kranich-Linie zugunsten gĂŒnstigerer Konzerngesellschaften. Wechselseitig wurden TarifvertrĂ€ge gekĂŒndigt, so dass ab Juli theoretisch wieder Streiks möglich sind.

Loading...
Symbolbild fĂŒr eingebettete Inhalte

Embed

Was steckt hinter den KrankheitsfÀllen?

Derartige "Sick Outs" sind eigentlich nicht zu beweisen, aber gerade im Luftverkehr gab es schon einige VerdachtsfĂ€lle – auch im Einflussbereich der VC. So stand am 7. Oktober 2016 die komplette Flotte der Tuifly am Boden, deren Belegschaft nicht mit anderen Ferienfliegern fusioniert werden wollte.

Auch im Todeskampf der Air Berlin meldeten sich ein Jahr spÀter auffÀllig viele Piloten gleichzeitig krank. Ein illegaler Warnstreik unter dem Schutz der Àrztlichen Schweigepflicht konnte aber nie bewiesen werden. Die VC lehnte am Donnerstag einen Kommentar ab.

Aktuell abgesagt wurden in der Zeit vom 23. bis 26. Dezember sechs Flugpaare aus Hin-und RĂŒckflug, wie der Lufthansa-Sprecher berichtete. Neben einer Verbindung nach Tokio trifft es vor allem US-Ziele wie Houston, Boston und Washington. In diesem Verkehrsgebiet könnten die Passagiere am leichtesten auf andere FlĂŒge umgebucht werden. Zuvor hatte das Portal "aero.de" ĂŒber die PersonalengpĂ€sse berichtet, die nur zum Teil mit Freiwilligen aufgefangen werden können.

Passagiermaschine der Lufthansa: An Weihnachten werden weniger Flugzeuge der Lufthansa abheben als geplant.
Passagiermaschine der Lufthansa: An Weihnachten werden weniger Flugzeuge der Lufthansa abheben als geplant. (Quelle: Boris Roessler/dpa-bilder)

Auch QuarantÀnepflichten erschweren die Personalplanung

Betroffen ist die Teilflotte der Langstreckenflugzeuge Airbus A330/A340, fĂŒr die intern dringend nach Ersatzpiloten und -pilotinnen fĂŒr die Zeit bis Anfang Januar gesucht wird. Laut "aero.de" warnte das Unternehmen in einem internen Rundschreiben: "Nun sehen wir uns aufgrund erhöhter Krankheitsquoten nicht mehr in der Lage, alle UmlĂ€ufe zu bereedern. Die Crewdisposition arbeitet bereits an Szenarien zur AusdĂŒnnung des Flugplans." Neben den Krankmeldungen erschweren demnach auch QuarantĂ€nepflichten die Personalplanung.

Erst vor kurzem hatte der Lufthansa-Konzern erklÀrt, in der Corona-Krise die bestehenden Notfallkonzepte verfeinert und flexibler gestaltet zu haben. Man habe immer Reserven im Hintergrund, hatte ein Unternehmenssprecher mit Blick auf die Omikron-Variante gesagt.

SAS hat ebenfalls Personalnot

Auch die skandinavische SAS hat derzeit mit Personalnot zu kĂ€mpfen. Am Dienstag stellte die Airline knapp 30 FlĂŒge in Schweden, Norwegen und DĂ€nemark wegen KrankheitsfĂ€llen und Symptomen beim Flugpersonal ein, am Mittwoch und Donnerstag kamen nach Angaben schwedischer Medien einige weitere hinzu. Keine Schwierigkeiten bei der Personalplanung hat hingegen Lufthansa-Konkurrent Condor. "Wir sehen keine erhöhte Krankenquote", sagte eine Sprecherin in Frankfurt.

In Europa ist unterdessen der Weihnachtsflugverkehr voll angelaufen. Insbesondere die Direktfluganbieter Easyjet (+41 Prozent im Vergleich zur vorvergangenen Woche) und Wizz Air (+75 Prozent) bauten ihr Angebot in der Vorweihnachtswoche (16.-22. Dezember) deutlich aus, wie aus Zahlen der Flugsicherheitsorganisation Eurocontrol hervorgeht. Wizz, SAS und Ryanair boten auch mehr Verbindungen an als in der gleichen Woche des Vorkrisenjahres 2019. Davon ist die Lufthansa weit entfernt mit 21 Prozent weniger FlĂŒgen als vor zwei Jahren. Kurzfristig baute sie ihr Programm nur um 1 Prozent aus.

Unnötige FlĂŒge zur Sicherung der Start-und-Lande-Rechte

Im neuen Jahr wird es wegen Omikron krĂ€ftige Streichungen in den FlugplĂ€nen geben, wie Lufthansa-Chef Spohr in einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" ankĂŒndigte. "Ab Mitte Januar bis Februar sehen wir einen scharfen Abriss in den Buchungen", sagte er laut Vorabmeldung. "Im Winterflugplan mĂŒssen wir daher im Konzern 33.000 FlĂŒge oder rund 10 Prozent streichen."

Weitere Artikel


Auf weitere rund 18.000 FlĂŒge wĂŒrde Spohr auch noch gern verzichten. Doch dann wĂŒrden nach den EU-Regeln die Start- und Landerechte verfallen, kritisierte Spohr. Das widerspreche den erklĂ€rten Klimazielen der Kommission. Am Mittwoch hatte bereits Europas grĂ¶ĂŸter Billigflieger Ryanair angekĂŒndigt, sein Flugprogramm im Januar um ein Drittel zu kĂŒrzen.

Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingANZEIGEN

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Deutsche LufthansaWeihnachten
Ratgeber

t-online - Nachrichten fĂŒr Deutschland
t-online folgen
FacebookTwitterInstagram

Das Unternehmen
Ströer Digital PublishingJobs & KarrierePresseWerbenKontaktImpressumDatenschutzhinweiseDatenschutzhinweise (PUR)Jugendschutz



Telekom
Telekom Produkte & Services
KundencenterFreemailSicherheitspaketVertragsverlÀngerung FestnetzVertragsverlÀngerung MobilfunkHilfeFrag Magenta


TelekomCo2 Neutrale Website