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Quallen gefährlicher als Hai-Angriffe


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Urlauber müssen Quallen mehr fürchten als Hai-Attacken

afp, Anthony Lucas

Aktualisiert am 10.08.2012Lesedauer: 3 Min.
Gefahren, die im Meer lauern.
Gefahren, die im Meer lauern. (Quelle: Imago/Thinkstock by Getty-Images-bilder)
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Wer im Indischen Ozean surft, muss nicht nur auf Wind und Wellen aufpassen, sondern sich auch vor Haien hüten. Erst Ende Juli verletzte ein Hai einen Surfer vor der französischen Überseeinsel La Réunion tödlich. Und in Australien riss ein Weißer Hai einen 24-Jährigen Surfer in zwei Teile. Nachdem vor der australischen Westküste seit September bereits fünf Menschen durch Hai-Attacken starben, wird nun über eine Aufhebung des Artenschutzes debattiert. Dabei geben Experten Entwarnung: Durch Haie kommen deutlich weniger Menschen ums Leben als durch andere Tiere - etwa Quallen. Unsere Foto-Shows zeigen einige Quallenarten und Haiarten.

Quallen töten jährlich rund 100 Menschen

Die International Shark Attack File, die wichtigste Datenbank für Haiangriffe, zählt jedes Jahr 50 bis 100 Attacken der Meeresräuber auf Menschen mit durchschnittlich zehn Todesopfern. "Die Quallen beispielsweise töten jedes Jahr rund hundert Menschen, auch wenn ein Quallenbiss weniger spektakulär ist als der eines Hais", sagt der Leiter des ozeanographischen Instituts von Monaco, Robert Calcagno. 100.000 Menschen sterben den Statistiken zufolge jedes Jahr an Schlangenbissen, Skorpione sind für 5000 Todesfälle verantwortlich und Elefanten töten jährlich immerhin 600 Menschen. Doch Haiangriffe, von denen es heute zweimal mehr gibt als noch in den 80er Jahren, werden mit besonderer Aufmerksamkeit registriert.

Surfer sind laut Experten Grund für Hai-Attacken

Im Ferienparadies La Réunion vor der ostafrikanischen Küste im Indischen Ozean, wo sich seit einem Jahr die Schreckensmeldungen häufen, geht inzwischen die Angst um. Erst am Montag, den 6.8. gaben die Behörden aus "wissenschaftlichen Gründen" rund zwanzig Bullen- und Tigerhaie zum Fang frei. Experten sehen in der zunehmenden Begeisterung für Wassersportarten wie Surfen einen möglichen Grund dafür, dass die Angriffe der Meerestiere zunehmen. Durch die Überfischung der Meere könnten die Haie zudem zur Nahrungssuche in Gebiete vordringen, in denen ihre spitzen Flossen bisher nicht gesehen wurden. Dabei geht der Hai-Bestand weltweit zurück: 30 bis 70 Millionen Tiere werden jedes Jahr gefangen - vor allem, um die Nachfrage in Asien zu befriedigen. Dort gelten die Haiflossen als Aphrodisiakum. Einige Arten sind sogar vom Aussterben bedroht, was wiederum die Unterwasserwelt aus dem Gleichgewicht zu bringen droht.

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Durch Wissen Angst vor Haien abbauen

"Die Haie sind unerlässlich für das Ökosystem der Meere", sagt der Leiter des Meeresmuseums Nausicaa, Philippe Vallette, im französischen Boulogne-sur-mer. "Wenn sie aussterben, fehlen die größten Meeresräuber, die wiederum die kleineren Räuber unter ihnen fressen", erkäutert der Meeresforscher. Um den Menschen die Angst vor den Haien zu nehmen, schlägt Vallette vor, das Verhalten der Tiere erst einmal näher zu erforschen. Auch die Surfer müssten besser darüber informiert werden, welche Tageszeiten oder Wassertrübungen sie besser meiden sollten. Die Meeresforscherin Catherine Vadon setzt ebenfalls bei den Wassersportlern an. "Befolgen die Surfer die Ratschläge? Kennen sie das Gebiet, auf dem sie surfen?", fragt die Dozentin am Naturhistorischen Museum in Paris. Sie bedauert, dass die Behörden von La Réunion als Reaktion auf die Hai-Attacken zwanzig Tiere "ausrotten" wollen. "Man muss vernünftiger sein und lernen, mit der Natur umzugehen", fordert Vadon.

Erste Hilfe bei Quallen-Kontakt

Wirklich lebensgefährliche Quallenarten finden sich vor allem an der Nordostküste Australiens. Eine von ihnen ist die Seewespe, die zur Art der Würfelquallen gehört. Doch auch im Mittelmeer haben Quallen in diesem Jahr die Badefreuden schon erheblich gestört. So mussten im Juli an der spanischen Costa Blanca 60 Menschen behandelt werden, die mit Leuchtquallen in Kontakt kamen. Ihre Tentakeln sind mit giftigen Nesselzellen gespickt. Bei Kontakt rötet sich die Haut, bildet Blasen und die Betroffenen klagten über Übelkeit. Feuerquallen, die in Nord- und Ostsee vorkommen, haben einen ähnlichen Effekt, verbunden mit brennenden Schmerzen. Linderung verspricht, die Tentakeln auf der Haut mit nassem Sand zu bestreuen, sie dann abzuschaben und die Haut schließlich mit Coolpacks zu kühlen.

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