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Urlaub in den Bergen: 5 Berghütten mit spektakulärem Ausblick

Den Wolken ganz nah  

Diese Berghütten bieten spektakuläre Ausblicke

02.08.2018, 11:39 Uhr | Stefan Herbke (srt)

Urlaub in den Bergen: 5 Berghütten mit spektakulärem Ausblick. Hütte auf dem Berggipfel: Die Gamskarkogelhütte bietet einen traumhaften Blick über die Alpen.  (Quelle: SRT/Stefan Herbke)

Hütte auf dem Berggipfel: Die Gamskarkogelhütte bietet einen traumhaften Blick über die Alpen. (Quelle: SRT/Stefan Herbke)

Wenn die Hütte auf dem Berggipfel thront, dann sind einmalige Stimmungen und Momente garantiert. Eine Auswahl empfehlenswerter Ziele zwischen Himmel und Tal, die auch für Bergwanderer gut zu erreichen sind.

Wolkenhäuser – So werden Hütten genannt, die hoch oben in den Bergen in atemberaubender Lage gebaut wurden und häufig sogar direkt auf einem Berggipfel thronen. Stundenlang könnte man auf diesen Aussichtslogen sitzen und das großartige 360-Grad-Panorama genießen oder – noch besser – gleich am Gipfel übernachten. Quasi vom Bett aus kann man dort sowohl Sonnenuntergang als auch einen stimmungsvollen Sonnenaufgang genießen – und nach einem ausgiebigen Bergfrühstück den Wandertag mit einem Abstieg beginnen.

1. Gamskarkogelhütte, Salzburg, Österreich (2467 m)

Eine der ältesten Schutzhütten der Alpen steht auf dem Gamskarkogel hoch über dem Gasteiner Tal. Bereits vor 190 Jahren hat Erzherzog-Johann, der steirische Erbprinz, direkt auf dem Gipfel des „höchsten Grasbergs Europas“ die Hütte errichten lassen. Mittlerweile wurde das Gebäude mehrmals erweitert und modernisiert, ohne allerdings den einfachen Charakter zu verändern. Hüttenwirt Gottfried Härtel verzichtet daher gerne auf Annehmlichkeiten wie elektrischen Strom und spült lieber das Geschirr mit der Hand, kocht auf einem Gasherd, und statt elektrischem Licht gibt es Kerzen und Gaslampen als Beleuchtung.

Keine Kompromisse gibt es dagegen bei der Verpflegung. Die Produkte kommen überwiegend direkt aus der Region, teilweise sogar von der unterhalb gelegenen Rastötzenalm, alles wird frisch gekocht und das Brot selbst gebacken. Aus dem Großarltal und dem Gasteiner Tal gibt es mehrere wunderschöne Wiesensteige, die auf die Hütte führen. Am beliebtesten ist der knapp zweistündige Anstieg von der Rastötzenalm, die aus dem Gasteiner Tal mit einem Taxi bequem erreicht werden kann.

  • Mehr Infos: www.gamskarkogelhuette.at 

2. Hochrieshütte, Bayern, Deutschland (1569 m)

Von München kommend bildet der lang gezogene, grüne Kamm der Hochries den ersten Höhepunkt der Chiemgauer Alpen. Ein perfekter Aussichtsberg, der vom Samerberg aus mit einer Sesselbahn und einer Seilbahn bequem erreicht werden kann. Von der Bergstation sind es nur ein paar Minuten auf den Gipfel, auf dem die nahezu ganzjährig bewirtschaftete Alpenvereinshütte steht. Sie hat eine grandiose Lage mit freiem Blick ins Alpenvorland und hinein ins Gebirge. Perfekt sind auch die Wandermöglichkeiten im Bereich der Hochries. Die gut markierten und ausgeschilderten Wege führen über und um die Hochries und ermöglichen so wunderschöne Rundtouren.

  • Mehr Infos: www.hochrieshuette.de

3. Becherhaus, Südtirol, Italien (3195 m)

„Das Becherhaus ist keine normale Schutzhütte“, schwärmt Hüttenwirt Erich Pichler. „Es gab rote Samtteppiche, Meissner Porzellan und Silberbesteck, das war ein echtes Luxushaus.“ Kein Wunder, schließlich trug es einst den Namen Kaiserin-Elisabeth-Haus, wurde unter der Schirmherrschaft der K.u.k.-Monarchie gebaut und nach rekordverdächtig kurzer Bauzeit am Abend des 16. August 1894 eingeweiht – zu später Stunde konnte man sogar noch auf den Geburtstag des Kaisers anstoßen.

Für einen geplanten Besuch von Sisi bereitete man im Jahr 1898 alles vor, doch eine Woche vor dem Termin wurde die Kaiserin ermordet. Das geschichtsträchtige Becherhaus ist die höchstgelegene Hütte Südtirols – und vielleicht die meistfotografierte. Zumindest ist die direkt auf einem Felsspitz thronende Hütte über den immer noch eindrucksvollen Eismassen des Übeltalferners ein beliebtes Kalendermotiv.

Allerdings muss man sich den Traumblick mühsam verdienen. Nur für den anspruchsvollen, teilweise mit Drahtseilen gesicherte Anstieg aus dem Südtiroler Ridnauntal über die Teplitzer Hütte, der Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erfordert, muss man rund sieben Stunden einplanen. Der Lohn: Eine Nacht auf über 3000 Meter Höhe an einem der schönsten Hüttenstandorte der Ostalpen.

  • Mehr Infos: www.becherhaus.com

4. Brunnenkoglhaus, Sölden, Österreich (2738 m)

Im Sommer 2007 wurde der alte, 1888 erbaute Steinbau am Gipfel des Brunnenkogels durch eine neue, moderne Holzhütte ersetzt – eine mutige Investition der Familie Gstrein aus Sölden. Denn der Österreichische Touristenklub als Besitzer der alten Hütte sah in dem Standort keine Zukunft. Und das, obwohl die Lage wirklich außergewöhnlich ist.

Wie ein Adlerhorst thront das Brunnenkogelhaus hoch über Sölden auf dem Gipfel des Vorderen Brunnenkogels, umgeben von den Stubaier und Ötztaler Alpen. Anfangs kamen allerdings deutlich weniger Gäste als erwartet, doch mittlerweile läuft es von Sommer zu Sommer besser. An Spitzentagen kommen über hundert Gäste auf die Hütte, an Wochenenden auch viele Einheimische, ansonsten vor allem Urlauber und vermehrt Wanderer, die die Mehrtageswanderung „Söldens stille Seite“ ablaufen.

„Die Entscheidung für die Hütte war richtig“, meint der junge Wirt Martin Gstrein, „ich würde es sofort wieder tun“. Der schönste Anstieg beginnt am Timmelsjoch und führt auf dem Hochstubai-Panoramaweg vorbei an malerischen Seen, durch einsame Kare und über einige Gipfel in rund vier bis fünf abwechslungsreichen – und aussichtsreichen – Stunden zur Hütte.

  • Mehr Infos: www.brunnenkogelhaus.at

5. Gipfelhütte Alvier, St. Gallen, Schweiz (2335 m)

Der „Rigi der Ostschweiz“ hoch über dem Rheintal und dem Walensee ist ein Panoramaberg der Extraklasse. Und die kleine Gipfelhütte auf dem grünen Gipfelrücken ein liebenswerter Stützpunkt ohne Komfort, aber mit viel Charme. Die SAC-Sektion Alvier errichtete 1875 eine erste Unterkunft auf dem Alvier, die allerdings 1910 durch Blitzschlag abbrannte. Aufgebaut wurde sie erst 1926 wieder, nachdem ein Wildhauser Arbeit suchte – und in Eigeninitiative eine neue Hütte auf dem Gipfel des Alvier baute.

Im Vergleich zu den modernen Alpenvereinshütten und Berggasthäusern erscheint die Gipfelhütte wie ein Fossil vergangener Zeiten. Eine Stube mit ein paar Tischen und einem kleinen Ofen, daneben eine kleine Küche, in der nur das nötigste Platz hat, und ein kleiner Raum mit dem „Herzstück“ der Hütte: einem großen, mit Gas betriebenen Kühlschrank mit Eisfach. Von dort führt eine Treppe in den Schlafraum unter dem Giebel. Im Grunde eine Hütte, wie es sie früher überall in den Bergen gab und von vielen Nostalgikern noch heute so gewünscht wird.

Der Anstieg von Palfries durch das Chemmi (Kamin) ist mit knapp zwei Stunden der kürzeste Zustieg zur Hütte. Allerdings einer, der an sonnigen, heißen Tagen sehr schweißtreibend ist. „Der Aufstieg“, bringt ein durstiger Wanderer die Erfahrung auf den Punkt, „ist wie eine schräg gestellte Bratpfanne.“

  • Mehr Infos: www.alvierhuette.ch 
Verwendete Quellen:
  • SRT

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