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Plastik vermeiden im Urlaub: So geht's

Problematische Verpackungen  

Wie Sie Plastik im Urlaub vermeiden können

08.07.2019, 06:40 Uhr | dpa-tmn

Plastik vermeiden im Urlaub: So geht's. Trinkwasser: Häufig kann man es an öffentlichen Orten in eine eigene Flaschen abfüllen. (Quelle: dpa/tmn/Andreas Arnold)

Trinkwasser: Häufig kann man es an öffentlichen Orten in eine eigene Flaschen abfüllen. (Quelle: Andreas Arnold/dpa/tmn)

Nur Wasser aus der Flasche trinken! Diesen Tipp bekommen Urlauber für viele Länder. Gleichzeitig ist Verpackungsmüll rund um den Globus ein riesiges Problem. Was können Reisende tun, um Plastik zu reduzieren?

Anselm Nathanael Pahnke radelte 414 Tage durch Afrika und durchquerte dabei den ganzen Kontinent. Die Eindrücke seiner Reise hielt er mit einer Kamera fest und brachte kürzlich den Film "Anderswo. Allein durch Afrika" in die Kinos. Beeindruckend ist, wie wenig Müll Pahnke bei seinem Abenteuer produzierte.

Mit Kochgeschirr und Trinkflaschen ausgerüstet, kaufte der Globetrotter Lebensmittel nur unverpackt auf Märkten und entnahm Wasser ausschließlich an öffentlichen Quellen und Brunnen. Das Extrembeispiel zeigt, was mit großem Engagement möglich ist.

Wie können Reisende diesem Beispiel folgen?

Es lässt sich kaum leugnen: Plastik ist praktisch. Es ist leicht, hygienisch, geruchlos, belastbar, hitzebeständig und sehr günstig. Kunststoffe finden in allen Ländern der Welt Verwendung. Der Siegeszug des Plastiks schien ungebremst. 

Im Urlaub stören sich jedoch viele Touristen am Plastik, wenn zum Beispiel Verpackungsmüll den Urlaubsstrand verdreckt oder Wanderwege verschmutzt sind. Wer selbst möglichst wenig Plastik mit auf Reisen nehme möchte, hat es gar nicht so leicht. In vielen Ländern sollte man zum Beispiel kein Leitungswasser trinken.

Die Herausforderung beginnt schon beim Packen. "Es gibt kaum plastikfreie Kosmetikprodukte, die in die kleine Reisetasche passen", sagt Natalie Szydlik, die beim nachhaltigen Anbieter Nomad Reisen für müllfreie Trips verantwortlich ist. "Viele Leute kaufen speziell für ihre Reise kleine Zahnpasta- oder Shampootuben, weil sie Platz sparen wollen." Im Verhältnis zum Inhalt entsteht dabei mehr Plastikmüll als bei herkömmlichen Verpackungen.

Abgepackte Butter und Getränke mit Strohhalm

Platz sparen ist vielen Reisenden wichtiger als Plastikmüll zu sparen. "Da hat jeder einen anderen Anspruch an sich selbst", sagt Szydlik. Die Expertin spricht lieber vom Reduzieren. "An einem Ort, an dem man noch nie war und die Supermärkte nicht kennt, ist man eher gewillt Ausnahmen zu machen", sagt Szydlik. Niemand möchte den Urlaub damit verbringen, plastikfreie Alternativen zu recherchieren. Schon zu Hause ist das schwierig.

Wenn man sich nicht selbst im Urlaub versorgt, kann man den Plastikverbrauch noch weniger beeinflussen. Zum Beispiel, wenn im Hotel nur abgepackte Marmeladen und Butter angeboten werden oder Getränke immer mit einem Plastikhalm serviert werden.

Mit freundlicher Aufklärungsarbeit kommt das Thema aber bei den meisten an. "In Ägypten sind wir einmal getaucht und haben dabei ein Clean-Up gemacht und Massen von Müll rausgeholt", erzählt Marine-Mikrobiologin Julia Schnetzer. Zurück am Strand wurde sie darauf angesprochen. So konnte sie einem Restaurantmitarbeiter erklären, warum es so wichtig ist, die Meere vom Müll zu befreien.

So können Urlauber Plastikmüll reduzieren

Wer den Urlaub nicht als Müllsammler oder Aufklärer verbringen möchte, hat andere Möglichkeiten den eigenen Plastikverbrauch zu reduzieren. Möglichst viel selbst mitnehmen und sich informieren, rät Szydlik. Lieber etwas mehr Gepäck haben, aber dafür weniger vor Ort verbrauchen – das ist die Devise. Ebenfalls ratsam: ein eigener Mehrwegbecher für Kaffee und Speiseboxen für die Verpflegung unterwegs oder den Einkauf von Mitbringseln wie Gewürzen.

"Wer das Gefühl mag, mit einem Trinkhalm zu trinken, sollte Bambustrinkhalme mitnehmen", rät Szydlik. Mehrwegprodukte aus Plastik sollten ebenfalls generell vermieden werden. Besser auf andere Materialien umsteigen – Wasserflaschen aus Glas und Brotdosen aus Metall sind eine nachhaltigere Alternative. "Lieber den normalen Rasierer mitnehmen als Einwegrasierer kaufen", rät Schnetzer.

Entsteht Plastikmüll, ist die Entsorgung ein Problem. "Ich habe es häufig erlebt, dass hinter einem Restaurant Müll in den Fluss gekippt wurde", sagt Schnetzer. Wo der Müll am besten entsorgt werden kann, können die Experten nicht mit Bestimmtheit sagen. "Das beste Gefühl hatte ich immer an öffentlichen Müllbehältern", sagt Pahnke.


Der Abenteurer rät, die Vermeidung von Plastik zu einem Spiel werden zu lassen. "Manchmal führt das zu Verbitterung, aber hat man es geschafft, plastikfrei einzukaufen, dann kann es auch Spaß machen."

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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