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So will die EU die Heizkosten senken

  • Theresa Crysmann
Von Theresa Crysmann

Aktualisiert am 16.12.2021Lesedauer: 5 Min.
Ein Straßenzug in Hamburg (Symbolbild): Die PlĂ€ne der EU-Kommission sollen den GebĂ€udesektor in allen 27 Mitgliedsstaaten umkrempeln.
Ein Straßenzug in Hamburg (Symbolbild): Die PlĂ€ne der EU-Kommission sollen den GebĂ€udesektor in allen 27 Mitgliedsstaaten umkrempeln. (Quelle: Ammering/imago-images-bilder)
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Ob Einfamilienhaus, Mietskaserne oder Sozialwohnung: Die geplante Renovierungswelle der EU trifft sie alle. Nachhaltiges Wohnen soll kein Luxus mehr sein. t-online erklĂ€rt, was das fĂŒr Sie bedeutet.

Das Wichtigste im Überblick


  • Renovierungspflicht soll kommen
  • Mehr Geld fĂŒr energieeffizienten Umbau
  • Das Ende von Öl- und Gasheizungen naht
  • Nur klimaneutrale Neubauten
  • Deutschland legt vor

Es ist ein guter Tag fĂŒr Mieter, Handwerker und Heizungsbauer. Und fĂŒr das Klima. Denn in BrĂŒssel werden die Weichen auf warme Wohnungen, sinkende Heizkosten und volle AuftragsbĂŒcher gestellt. Neue PlĂ€ne der EU sollen eine Renovierungswelle lostreten.

"Die meisten GebĂ€ude, die heute stehen, werden auch 2050 noch hier sein", sagte EU-Klimaschutz-Kommissar Frans Timmermans am Dienstag. "Damit deren Energieverbrauch und Emissionen sinken, mĂŒssen wir renovieren!"

GebÀude verschlingen zu viel Energie

Das vorerst letzte Paket der EU-Klimainitiative "Fit fĂŒr 55" soll gleich zwei Ziele der EuropĂ€ischen Union erreichen: Ă€rmere Haushalte aus der Energiekostenfalle befreien und dabei helfen, die Treibhausgasemissionen der EU-Mitgliedsstaaten deutlich zu senken.

EU-Klima-Kommissar Frans Timmermans bei einer Pressekonferenz in BrĂŒssel (Symbolbild): Will die EU bis 2050 klimaneutral werden, muss sie dafĂŒr sorgen, dass die grĂŒne Wende in den EU-LĂ€ndern schneller vorangeht.
EU-Klima-Kommissar Frans Timmermans bei einer Pressekonferenz in BrĂŒssel (Symbolbild): Will die EU bis 2050 klimaneutral werden, muss sie dafĂŒr sorgen, dass die grĂŒne Wende in den EU-LĂ€ndern schneller vorangeht. (Quelle: Valeria Mongelli/imago-images-bilder)
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Allein die Wohn-, GeschĂ€fts- und FabrikgebĂ€ude verschlingen bisher 40 Prozent des gesamten Energieverbrauchs in der EU. In Deutschland sind es immerhin rund 35 Prozent. Eine riesige Menge, die vor allem auf schlechte oder fehlende Isolierung zurĂŒckgeht. Denn neben Warmwasser, Beleuchtung und KĂŒhlung wird die meiste Energie fĂŒr warme RĂ€ume verbraucht.

Doch je schlechter die WÀrmebilanz von GebÀuden, desto mehr muss geheizt werden. Das geht einerseits ins Geld; besonders wenn die Gaspreise so hoch sind wie im Moment. Andererseits verursachen GebÀude auch hohe Treibhausgasemissionen, die die Klimakrise weiter verschÀrfen.

Energieeffizienz bisher kaum Thema beim Renovieren

Das liegt an konventionellen Heizsystemen, die mit fossilen Brennstoffen wie Öl, Gas und teils sogar noch Kohle laufen. Und an Baustoffen wie Zement, die nur unter hohem Energieaufwand hergestellt werden können. Aktuell verursachen GebĂ€ude noch 36 Prozent der jĂ€hrlichen Emissionen in der EU. Die EuropĂ€ische Kommission will das nicht mehr tolerieren.

Der Eingang eines Mehrfamilienhauses (Symbolbild): Vor allem beim Thema Energieeffizienz sieht die EU-Kommission Nachholbedarf. Nicht nur in Deutschland.
Der Eingang eines Mehrfamilienhauses (Symbolbild): Vor allem beim Thema Energieeffizienz sieht die EU-Kommission Nachholbedarf. Nicht nur in Deutschland. (Quelle: /imago-images-bilder)

Geht es nach den neuen VorschlÀgen der EU, sollen energiefressende GebÀude aber schon bald der Vergangenheit angehören. Dass die Wende nicht von allein kommt, zeigen die Zahlen: Bisher wird jÀhrlich nur 1 Prozent aller GebÀude in der EU so renoviert, dass sich der Energieverbrauch deutlich verbessert. Die effektivsten energetischen Umbauten werden sogar nur bei 0,2 Prozent aller GebÀude vorgenommen.

Die wichtigsten Vorhaben fĂŒr Hausbesitzer, Mieter und Vermieter im Überblick:

Renovierungspflicht soll kommen

Gute Nachricht fĂŒr Mieter: Wer in einer besonders schlecht isolierten Wohnung lebt, beim Vermieter aber bisher keine Renovierung durchsetzen konnte, erhĂ€lt nun RĂŒckenwind. Der Gesetzentwurf der EU sieht vor, dass GebĂ€ude mit der schlechtesten EU-Energieklasse zwingend auf einen Mindeststandard renoviert werden mĂŒssen.

Gelten soll dies fĂŒr jene HĂ€user und Fabriken, deren Energiezertifikat die Kategorie "G" ausweist. In diese unterste Klasse fallen in der EU immer noch 15 Prozent aller GebĂ€ude. Doch mit dem Mindeststandard ist es nicht getan.

Schub fĂŒr die grĂ¶ĂŸten Energiefresser

Mittelfristig sollen die schlechtesten Kategorien der Energieklassifizierung abgeschafft werden. FĂŒr die EigentĂŒmer der betroffenen GebĂ€ude wĂŒrde das bedeuten: Es muss entweder sofort umfassend energetisch renoviert werden oder ĂŒber mehrere Jahre. Sonderlich viel Zeit fĂŒr eine schrittweise Renovierung soll es aber nicht geben.

Dem EU-Plan zufolge mĂŒssten WohngebĂ€ude in Privatbesitz spĂ€testens bis zum Jahr 2030 die Mindeststandards fĂŒr die Energieeffizienzklasse F erreichen, bis 2033 dann sogar jene der Klasse E. Im Klartext dĂŒrfte das heißen: Dreifachverglasung, vernĂŒnftige WĂ€rmedĂ€mmung von DĂ€chern und WĂ€nden, effizientere und gegebenenfalls auch grĂŒnere Heizsysteme. FĂŒr die letzten Kohleöfen könnte das der Todesstoß sein.

MietshÀuser im Stadtteil Pankow in Berlin (Symbolbild): Tausende Hauptstadtbewohner heizen immer noch mit Kohle. Wohnungen mit diesen besonders klimaschÀdlichen Heizöfen gehören unter anderem auch dem Land Berlin.
MietshÀuser im Stadtteil Pankow in Berlin (Symbolbild): Tausende Hauptstadtbewohner heizen immer noch mit Kohle. Wohnungen mit diesen besonders klimaschÀdlichen Heizöfen gehören unter anderem auch dem Land Berlin. (Quelle: /imago-images-bilder)

Auch wichtig fĂŒr Vermieter und VerkĂ€ufer: Die Energieklasse des GebĂ€udes soll zukĂŒnftig in allen Miet- und Kaufangeboten stehen mĂŒssen. Ohne einen Energieausweis geht dann nichts mehr. Außerdem sind verpflichtende Ladestationen fĂŒr E-Autos fĂŒr alle Wohn- und Gewerbeimmobilien angedacht.

PrivateigentĂŒmer nicht als Erste

Den ersten Schritt sollen allerdings Regierungen, Verwaltungen und Unternehmen in den EU-MitgliedslĂ€ndern gehen. FĂŒr alle öffentlichen GebĂ€ude und solche, die nicht fĂŒr Wohnzwecke genutzt werden, wĂŒnscht BrĂŒssel sich einen Renovierungsturbo.

Die Hochstufung in Energieklasse F soll dort schon bis 2027 vollbracht und Klasse E spĂ€testens 2030 erreicht sein. Wie die einzelnen Staaten den Renovierungsfortschritt kontrollieren, soll den jeweiligen Regierungen ĂŒberlassen bleiben.

Mehr Geld fĂŒr energieeffizienten Umbau

Auch der EU-Kommission ist klar: Energieeffizienz gibt es nicht umsonst. Damit HauseigentĂŒrmer, Vermieter, Unternehmen und Kommunen nicht zu stark finanziell belastet werden, sollen zusĂ€tzliche Fördergelder fließen. Diese, so Klima-Kommissar Timmermans in der Pressekonferenz, könnten sowohl von den Mitgliedsstaaten selbst, aber auch aus EU-Töpfen kommen. Genauere Details zu den Geldern aus BrĂŒssel nannte er noch nicht.

Eine Großbaustelle vor Wohnblöcken (Symbolbild): Die Renovierungsoffensive soll nicht nur Neubauten betreffen. Gerade Mieter in veralteten WohnhĂ€usern sollen davon profitieren.
Eine Großbaustelle vor Wohnblöcken (Symbolbild): Die Renovierungsoffensive soll nicht nur Neubauten betreffen. Gerade Mieter in veralteten WohnhĂ€usern sollen davon profitieren. (Quelle: /imago-images-bilder)

Außerdem will die EuropĂ€ische Kommission die MitgliedslĂ€nder ermutigen, dafĂŒr zu sorgen, dass private und öffentliche Kredite fĂŒr energieeffiziente Renovierungsmaßnahmen leichter und gĂŒnstiger zu bekommen sind. Gerade Ă€rmere Haushalte mĂŒssten besondere UnterstĂŒtzung bei der Finanzierung bekommen.

Die Investition dĂŒrfte sich lohnen: Im Gegensatz zu neuen Tapeten und vielen anderen Ă€sthetischen Renovierungen macht sich ein energetischer Umbau auch langfristig bezahlt. Die Ausgaben sind nach einigen Jahren wettgemacht, die Energiekosten dauerhaft gesenkt. Von der schrumpfenden Zahl auf der Heizkostenrechnung profitieren dann auch die Mieter.

Das Ende von Öl- und Gasheizungen naht

WĂ€hrend die Gelder fĂŒr klimafreundliche Umbauten lockerer sitzen sollen, sieht es fĂŒr konservative Heizsysteme schlecht aus. So will die EU dafĂŒr sorgen, dass ab 2027 kein EU-Land mehr finanzielle Anreize fĂŒr Öl- und fĂŒr Gasheizungen gewĂ€hrt.

Ein Kaminkehrer kontrolliert die Abgaswerte einer Ölheizung (Symbolbild): Noch verbrennt ein Großteil der Heizsysteme in Deutschland fossile EnergietrĂ€ger wie Öl und Gas, um WĂ€rme zu erzeugen.
Ein Kaminkehrer kontrolliert die Abgaswerte einer Ölheizung (Symbolbild): Noch verbrennt ein Großteil der Heizsysteme in Deutschland fossile EnergietrĂ€ger wie Öl und Gas, um WĂ€rme zu erzeugen. (Quelle: Rolf Poss/imago-images-bilder)
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Gleichzeitig soll es Mitgliedsstaaten ermöglicht werden, jegliche Nutzung von Öl- und Gasthermen in öffentlichen GebĂ€uden zu verbieten. Das Ziel der EU-Behörde: Nachhaltige WĂ€rmeenergien und moderne Heizsysteme wie ErdwĂ€rmepumpen, LuftwĂ€rmepumpen oder Brennstoffzellenheizungen mĂŒssen attraktiver werden.

Bis spĂ€testens 2040 sollen die Regierungen in den 27 EU-HauptstĂ€dten dafĂŒr sorgen, dass fossile EnergietrĂ€ger ĂŒberhaupt nicht mehr zum Heizen oder KĂŒhlen von GebĂ€uden genutzt werden. Wie das funktionieren kann, sollen die Mitgliedsstaaten in nationalen PlĂ€nen eigenstĂ€ndig klĂ€ren.

Nur klimaneutrale Neubauten

Alle GebĂ€ude, die ab dem Jahr 2030 entstehen, sollen klimaneutral sein, so der Plan aus BrĂŒssel. Geht es nach der EU, soll das fĂŒr alle GebĂ€udetypen gelten und betrifft EinfamilienhĂ€user ebenso wie MehrfamilienhĂ€user, BĂŒrogebĂ€ude und Fabrikhallen.

Ein Handwerker arbeitet im Rohbau eines Strohhauses in Salzwedel (Symbolbild): FĂŒr den Einsatz neuer Baustoffe und neuer Heiztechnik braucht es auch genĂŒgend ausgebildete Fachleute.
Ein Handwerker arbeitet im Rohbau eines Strohhauses in Salzwedel (Symbolbild): FĂŒr den Einsatz neuer Baustoffe und neuer Heiztechnik braucht es auch genĂŒgend ausgebildete Fachleute. (Quelle: /imago-images-bilder)

Klimaneutral bedeutet hier: Beim Bau sollen alle Emissionen von Treibhausgasen, wie beispielsweise CO2, direkt vermieden oder ausgeglichen werden. Angesichts der schlechten Klimabilanz von Beton könnte das bedeuten, dass deutlich mehr Neubauten auf alternative Baustoffe wie Holz, Ziegel, Stroh oder Lehm setzen werden. FĂŒr neue öffentliche GebĂ€ude ist die Pflicht zum klimaneutralen Bauen bereits fĂŒr 2027 angedacht.

Deutschland legt vor

Wie wichtig energieeffiziente Neubauten fĂŒr den Klimaschutz sind, lĂ€sst sich auch im politischen Berlin beobachten. Die Ampelkoalition aus SPD, GrĂŒnen und FDP hat dort ein neues Ministerium geschaffen – beziehungsweise ein altes wiederbelebt.

Bundesbauministerin Klara Geywitz (SPD) wird im Bundestag vereidigt (Symbolbild): Eine ihrer Hauptaufgaben wird es sein, den Energieverbrauch und Treibhausgasausstoß des GebĂ€udesektors deutlich zu drĂŒcken.
Bundesbauministerin Klara Geywitz (SPD) wird im Bundestag vereidigt (Symbolbild): Eine ihrer Hauptaufgaben wird es sein, den Energieverbrauch und Treibhausgasausstoß des GebĂ€udesektors deutlich zu drĂŒcken. (Quelle: /imago-images-bilder)

Nach 13 Jahren Pause gibt es nun wieder ein Bundesbauministerium. Dort soll Ministerin Klara Geywitz (SPD) vor allem dafĂŒr sorgen, dass Deutschlands anhaltender Bauboom nicht lĂ€nger auf Kosten des Klimas geht.

Dass die Bundesrepublik auch selbst am Ball bleibt, ist gut. Denn die Prozesse in BrĂŒssel dauern erfahrungsgemĂ€ĂŸ recht lang: Meist vergehen zwei Jahre, bevor sich die EU-Kommission, der EuropĂ€ische Rat und das EU-Parlament ĂŒber neue GesetzesentwĂŒrfe einig werden. Bis zur europĂ€ischen Renovierungswelle dĂŒrfte es daher noch mindestens bis 2024 dauern.

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