HomeNachhaltigkeitKlima & Umwelt

Trotz Krieg: Klimaaktivisten fehlt das Fingerspitzengefühl - Flughafenblockaden wie geplant


Diesen Klimaaktivisten fehlt das Fingerspitzengefühl

  • Theresa Crysmann
Ein Kommentar von Theresa Crysmann

Aktualisiert am 25.02.2022Lesedauer: 2 Min.
Meinung
Was ist eine Meinung?

Die subjektive Sicht des Autors auf das Thema. Niemand muss diese Meinung übernehmen, aber sie kann zum Nachdenken anregen.

Die Polizei beschlagnahmt Heliumballons der Gruppe "Aufstand der letzten Generation" am Freitagmorgen am Berliner Flughafen: In Berlin, Frankfurt und München hatten die Aktivisten versucht, den Flugverkehr lahmzulegen.
Die Polizei beschlagnahmt Heliumballons der Gruppe "Aufstand der letzten Generation" am Freitagmorgen am Berliner Flughafen: In Berlin, Frankfurt und München hatten die Aktivisten versucht, den Flugverkehr lahmzulegen. (Quelle: Stefan Müller)
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Schlagzeilen
AlleAlle anzeigen

Symbolbild für einen TextPrivater Gasverbrauch steigt zu starkSymbolbild für einen TextBericht: Hohenzollern-Prinz ist totSymbolbild für einen TextSo reagieren Russen auf Kreml-BeschlussSymbolbild für einen TextUmfrage-Schock für Truss-ParteiSymbolbild für einen TextTodesursache der Queen bekanntSymbolbild für einen TextKönigshaus zensiert StaatsbegräbnisSymbolbild für einen TextDFB-Spielerinnen lassen Bayern jubelnSymbolbild für einen TextBierhersteller schließt StandortSymbolbild für einen TextSechsjähriger stirbt nach FußballtrainingSymbolbild für einen TextEx-Dschungelkönigin ist Mutter gewordenSymbolbild für einen TextAuto wickelt sich um Baum – Fahrer totSymbolbild für einen Watson TeaserHeftige Kritik für Film über Sex-IkoneSymbolbild für einen TextBeherrschen Sie das Spiel der Könige?

In Europa herrscht Krieg, Deutschland befindet sich in Schockstarre. Doch während in Kiew die Panzer rollen, versuchen einige Klimaaktivisten hier Flughäfen zu blockieren. Tunnelblick statt Respekt.

Tag zwei des russischen Angriffs auf die Ukraine. Mitten in Europa herrscht Krieg. Menschen sterben, fliehen, sind verzweifelt. Und in Deutschland? Hier versuchen einige Klimaaktivisten den Flugverkehr lahmzulegen, um Aufmerksamkeit für ihre Ziele zu erpressen.

Fingerspitzengefühl sieht anders aus.

Loading...
Symbolbild für eingebettete Inhalte

Embed

An den Flughäfen in Berlin, Frankfurt und München kam es am Freitagmorgen zum "Aufstand der letzten Generation". Die gleichnamige Splittergruppe aus der Klimabewegung schlüpfte mit Heliumballons durch Zäune, drang vor in die Sicherheitszonen auf den Rollfeldern. Nur in Frankfurt fing die Polizei sie schon vorher ab.

Klimaforderungen bei Kriegsausbruch

Ihr Ziel: Den Flugverkehr lahmlegen und so die Bundesregierung nötigen, natürlich im Namen des Klimaschutzes. Derweil standen russische Panzer bereits vor Kiew, vielerorts in der Ukraine donnerten die Raketen. Schlechter Zeitpunkt, um mit der Ampelkoalition abzurechnen? – Na und, hier geht's doch nur um 99 Luftballons. Nena-Symbolik als Besänftigung.

Anzeigen
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Meistgelesen
urn:newsml:dpa.com:20090101:220929-911-009621
Regierung einigt sich auf Gaspreisbremse
Ein Aktivist der "Letzten Generation" holt einen Strauß Heliumballons aus einem Transporter am Frankfurter Flughafen: In Berlin und München schafften es einige seiner Mitstreiter durch die Zäune in den Sicherheitsbereich. In Frankfurt stoppte die Polizei die Aktion bereits am Auto.
Ein Aktivist der "Letzten Generation" holt einen Strauß Heliumballons aus einem Transporter am Frankfurter Flughafen: In Berlin und München schafften es einige seiner Mitstreiter durch die Zäune in den Sicherheitsbereich. In Frankfurt stoppte die Polizei die Aktion bereits am Auto. (Quelle: picture alliance)

"Eine Krise hebt die andere nicht auf", rechtfertigt sich die Gruppe in einer Pressemitteilung. Das stimmt. Und doch kann man in diesen Tagen nicht einfach weitermachen, als sei nichts passiert.

Tunnelblick statt Weitsicht

Nach dem tragischen Polizistenmord in Kusel vor einigen Wochen pausierten die Aktivistinnen und Aktivisten ihre jüngsten Autobahnblockaden. Aus Respekt. Doch beim schwersten Angriff auf ein europäisches Land seit dem Zweiten Weltkrieg geht es munter weiter. Das ist empathielos. Und kurzsichtig.

Was die Demonstranten zu vergessen scheinen: Mit der Aktion schadet sich die "Letzte Generation" auch selbst. Die Politik hat – ausnahmsweise – tatsächlich gerade Dringenderes zu tun, als sich ums Klima zu kümmern.

Eine Mutter und ihr Sohn harren in einem Keller in Lviv aus: Der Ernst der Lage verlangt auch in Deutschland nach Fingerspitzengefühl. Nicht nur aus den Reihen der Politik.
Eine Mutter und ihr Sohn harren in einem Keller in Lviv aus: Der Ernst der Lage verlangt auch in Deutschland nach Fingerspitzengefühl. Nicht nur aus den Reihen der Politik. (Quelle: Yomiuri Shimbun/ AP Images)

Entsprechend wenig Verständnis zeigen viele Menschen auch auf Twitter für die Aktion. Und auch viele Gefährten aus der Klimabewegung scheinen vor den Kopf gestoßen von so viel Tunnelblick. Zu Recht!

Kriegsgefahr auch in der Klimakrise

Sicher, das Thema Krieg ist auch in der Klimakrise relevant: Mit jedem Grad der globalen Durchschnittstemperatur steigt auch das Risiko, dass die Welt zu den Waffen greift.

Die drohende Konkurrenz um Trinkwasserressourcen, fruchtbare Böden und hochwassergeschützte Siedlungsgebiete gehört zu den größten Gefahren, die der Klimawandel mit sich bringt. Doch jetzt ist nicht der Moment, um daran zu erinnern.

Unterstützung geht jetzt anders

Jetzt ist der Moment, um an ukrainische und internationale Hilfsorganisationen zu spenden. Um die Bundesregierung zu härteren Sanktionen gegen Russland zu zwingen, vor denen sie weiterhin zurückschreckt.

In München protestieren Demonstranten gegen den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine: Auch in Deutschland gibt es Möglichkeiten, sich solidarisch zu zeigen und zu helfen.
In München protestieren Demonstranten gegen den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine: Auch in Deutschland gibt es Möglichkeiten, sich solidarisch zu zeigen und zu helfen. (Quelle: Sachelle babbar/imago-images-bilder)

Um dem Altkanzler Gerhard Schröder zu zeigen, was das Land von einem ehemaligen Staatschef hält, der weiterhin an seinem Posten im Aufsichtsrat von Rosneft klebt und demnächst bei Gazprom in der Führungsebene sitzen könnte.

Es gibt kein Handbuch für akute Krisenfälle, keinen Knigge für den Kriegsausbruch. Aber ein wenig Anstand ist in einer solchen Situation auch von radikalen Klimaaktivisten nicht zu viel verlangt.

Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingAnzeigen

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
  • Theresa Crysmann
Von Theresa Crysmann
BundesregierungDeutschlandEuropaFlughafen FrankfurtKiewPolizeiUkraine

t-online - Nachrichten für Deutschland
t-online folgen
FacebookTwitterInstagramYouTubeSpotify

Das Unternehmen
Ströer Digital PublishingJobs & KarrierePresseWerbenKontaktImpressumDatenschutzhinweiseDatenschutzhinweise (PUR)Jugendschutz



Telekom
Telekom Produkte & Services
KundencenterFreemailSicherheitspaketVertragsverlängerung FestnetzVertragsverlängerung MobilfunkHilfeFrag Magenta


TelekomCo2 Neutrale Website