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Sinkende Häftlingszahlen: Im niederländischen Arnheim wird ein Knast verkauft


In Holland steht ein Gefängnis zum Verkauf

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05.12.2017Lesedauer: 2 Min.
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Viel Platz: In der niederländischen Stadt Arnheim steht nun eine Haftanstalt zum Verkauf.
Viel Platz hinter den Gefängnistüren: In der niederländischen Stadt Arnheim steht eine Haftanstalt zum Verkauf. (Quelle: Catrinus van der Veen/dpa-bilder)
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Te Koop - Zu verkaufen, steht in den Niederlanden an manchem Haus. In der Stadt Arnheim ist nun aber gleich ein ganzer Knast im Angebot.

Das Immobilienangebot auf der Homepage der niederländischen Regierung klingt ein wenig unkonventionell. "Der Komplex ist geeignet für eine Kombination von Wohnen und Arbeiten oder andere Gelegenheiten", heißt es da. Die ungewöhnliche Immobilie ist aber kein altes Industriegelände, sondern eine Haftanstalt: das Kuppelgefängnis in der niederländischen Stadt Arnheim.

Bis 7. Dezember läuft die Bieterfrist. Dann soll der alte Knast unter den Hammer. Die letzten Gefangenen sind hier schon vor drei Jahren ausgezogen. Denn in den Niederlanden sinken die Häftlingszahlen. Dramatisch.

Saßen 2005 noch 50.650 Verurteilte in Hollands Gefängnissen ein, zählten das Land laut der jüngsten Statistik aus dem Jahr 2016 nur noch 35.250 Häftlinge, ein Rückgang um gut 31 Prozent. Ein weiterer Beleg für Hollands unausgelastetes Knastsystem ist die Gefangenenrate, wie Fachleute die Zahl der Häftlinge pro 100.000 Einwohner nennen. In den Niederlanden liegt diese Rate nach Angaben der Agentur Space bei 53 Gefangenen pro 100.000 Einwohner. Der niedrigste Wert in Europa. Zum Vergleich, Deutschland rangiert mit einer Rate von 76 im Mittelfeld, Schlusslicht bildet Russland mit 439 Häftlingen pro 100.000 Einwohner. Der europäische Durchschnittswert lag 2016 bei 115,7 – sieben Prozent weniger als im Jahr davor.

Häftlinge aus Norwegen sitzen in Hollands leeren Gefängnissen ein

Der Rückgang hat zum einen mit der Verschiebung der Kriminalität ins Internet zu tun, hier sitzen die Hintermänner oft im Ausland. Es gibt auch eine holländische Besonderheit: Opportunitäts-Prinzip heißt der Grundsatz, wonach in Holland nicht jede Straftat auch zu einer Anklage geführt werden muss. Für kleinere Straftaten wird die Haftstrafe häufig auch ausgesetzt. "Niederländische Lässigkeit", titelte unlängst die Frankfurter Rundschau.

Die Lässigkeit hat Folgen: Wegen der sinkenden Häftlingszahlen ist in Hollands Justizvollzugsanstalten viel Platz. Im vergangenen Jahrzehnt hatte das Land Häftlinge aus Belgien aufgenommen. Nun hat die niederländische Regierung ein Abkommen mit Norwegen geschlossen. Rund 250 verurteilte Straftäter aus Norwegen in niederländischen Haftanstalten ein. Gegen Bezahlung. Und nicht ohne Folgen: "Die norwegischen Häftlinge sind ein bisschen netter", sagte ein Justizbeamter der niederländischen Zeitung Algemeen Dagblad.

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