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Nawalnys Mutter: "Sie drohten, etwas mit seiner Leiche anzustellen"


"Leichen verrotten"
Nawalnys Mutter berichtet von Erpressung in der Leichenhalle

Von dpa, reuters, sic, cc

Aktualisiert am 23.02.2024Lesedauer: 2 Min.
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"Leichen verrotten": In dieser beunruhigenden Videobotschaft berichtet die Mutter Alexej Nawalnys von Erpressung. (Quelle: t-online)
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Seit dem Tod ihres Sohnes kämpfte Alexej Nawalnys Mutter darum, seine Leiche sehen zu können. Nun hat sie die Erlaubnis bekommen – soll jedoch erpresst worden sein.

Die Mutter des Kremlgegners Alexej Nawalny hat nach tagelangem Warten Zugang zu seiner Leiche erhalten. Nawalny war am Freitag vergangener Woche in einem russischen Straflager gestorben.

Sie habe 24 Stunden im Gebäude der staatlichen Ermittlungskommission in Salechard warten müssen, dann sei sie plötzlich unter großer Geheimhaltung in die Leichenhalle geführt worden, berichtet Ljudmila Nawalnaja in einem Video, das sie am Donnerstag nach dem Besuch der Behörde aufzeichnete.

Die Sprecherin Nawalnys, Kira Jarmisch, schrieb auf der Plattform X, dass Nawalnys Mutter vom Kreml "erpresst" werde: "Auf Befehl des Kremls legten die Ermittler Bedingungen fest, wo, wann und wie Alexej beerdigt werden soll", berichtet Jarmisch unter Berufung auf das Video von Ljudmila Nawalnaja. "Sie wollen es heimlich tun."

Vorwurf: Nawalny soll mit Gift ermordet worden sein

Der Mutter Nawalnys sei zudem ein ärztlicher Bericht zum Tod ihres Sohnes vorgelegt worden. Dem Bericht zufolge sei Nawalny an einer "natürlichen Todesursache" gestorben, schreibt Jarmisch. An dieser Darstellung der russischen Behörden gibt es erhebliche Zweifel. Nawalnys Witwe, Julia Nawalnaja, hatte dem Kreml kürzlich vorgeworfen, ihren Mann mittels des Giftes Nowitschok ermordet zu haben.

Der 47-Jährige war am Freitag in einem Straflager am Polarkreis gestorben. Seither hatte die Mutter die Leiche gesucht. Sie forderte in dem Video erneut, dass ihr der Leichnam ausgehändigt werde, damit sie ihn beerdigen könne. Die Behörden lehnten dies jedoch ab. Sie warf dem Kreml vor, Nawalny heimlich beerdigen zu wollen. "Sie wollen mich an den Rand eines Friedhofs bringen, an ein frisches Grab, und sagen: Hier liegt dein Sohn. Ich bin damit nicht einverstanden", sagte seine Mutter.

Ermittler sollen Nawalnys Mutter gedroht haben

Der Grund für die Aufnahme des Videos sei, dass sie auch bedroht werde. "Sie sagten mir direkt in die Augen, wenn ich einer heimlichen Beerdigung nicht zustimmen würde, würden sie etwas mit der Leiche meines Sohnes anstellen." Ein Ermittler namens Oropajew habe ihr ganz offen gedroht: "Die Zeit ist nicht auf deiner Seite, Leichen verrotten."

Nawalnaja sagte zudem, dass sie beinahe den ganzen Tag allein mit Ermittlern und Kriminologen in der Leichenhalle verbracht habe. Erst am Nachmittag hätten sie Nawalnys Anwalt in das Gebäude gelassen.

Vertraute von Nawalny beschreiben das Verhalten der Behörden gegenüber den Angehörigen als "mittelalterlich". "Diese Art des Missbrauchs ist nur schwer vorstellbar", sagte Iwan Schdanow, ein Freund der Familie Nawalny, laut dem britischen "Guardian".

"Die Autoritäten fürchten, dass eine Beerdigung Nawalnys zu einer politischen Demonstration werden könnte", schreibt Andrej Kolesnikow, Politikwissenschaftler am Carnegie Russia Eurasia Center.

Verwendete Quellen
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