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Geplante Abspaltung: Katalonien ebnet Weg für Referendum

Abspaltung von Spanien  

Katalonien ebnet Weg für Referendum

07.09.2017, 12:01 Uhr | AP

Geplante Abspaltung: Katalonien ebnet Weg für Referendum. Katalonien macht Weg für Unabhängigkeitsreferendum frei (Quelle: dpa/Manu Fernandez)

Der katalanische Ministerpräsident Carles Puigdemont (r.) und der stellvertretende katalanische Ministerpräsident Oriol Junqueras. (Quelle: Manu Fernandez/dpa)

Das katalanische Regionalparlament öffnet den Weg für ein Unabhängigkeitsreferendum am 1. Oktober. Schon seit Jahren strebt die Region die Unabhängigkeit von Madrid an. Mit Widerstand von der spanischen Regierung sollte aber gerechnet werden.

Ein Dekret ermächtigt die katalanischen Behörden, offiziell eine Volksabstimmung über die Abspaltung von Spanien anzusetzen. Der katalanische Parlamentspräsident Carles Puigdemont unterzeichnete dieses am späten Mittwochabend. Der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy habe eine rechtliche Überprüfung des Dekrets angeordnet, sagte ein Regierungsmitarbeiter der Nachrichtenagentur AP. Es wurde erwartet, dass Madrid das Referendum am spanischen Verfassungsgericht anfechten wird.

Elf Stunden hitzige Debatte

Das Konzept eines Staates und patriotischer Einheiten, die über den Rechten der Einwohner stünden, hätten keinen Platz im heutigen Europa, sagte Puigdemont. Katalonien gehöre zu dieser Welt und werde deshalb am 1. Oktober selbst über seine Zukunft entscheiden. Katalonien erwirtschaftet ein Fünftel des Bruttoinlandsprodukts von Spanien. Die Region ist in einigen Bereichen bereits selbstverwaltet, dazu gehören beispielsweise das Bildungssystem, der Polizeiapparat und das Gesundheitswesen. Steuerangelegenheiten, Außenpolitik und ein Großteil der Infrastruktur wird jedoch von der spanischen Regierung verwaltet.
Das Gesetz für das Referendum war erst am Mittwoch der Tagesordnung hinzugefügt worden. Nach elf Stunden hitziger Debatte reichte die Zustimmung von 72 Abgeordneten, um das Unabhängigkeitsreferendum auf den Weg zu bringen. Vor der Abstimmung hatten 52 Oppositionsabgeordnete unter Protest das Plenum verlassen. 11 Abgeordnete enthielten sich. Die oppositionelle Partei Ciudadanos kündigte an, ein Misstrauensvotum gegen Puigdemont anzustreben, um eine Neuwahl in Katalonien herbeizuführen.

Spanische Regierung hält Referendum für verfassungswidirig

Die spanische Zentralregierung hält ein Unabhängigkeitsreferendum für verfassungswidrig. Zudem will sie die katalonische Parlamentspräsidentschaft wegen Missachtung früherer Gerichtsurteile in der Sache und wegen Machtmissbrauchs verklagen. Die stellvertretende Ministerpräsidentin Soraya Saenz de Santamaria sagte in Madrid, die Sitzung des katalonischen Parlaments am Mittwoch sei eine "peinliche Show, ein Tritt gegen die Demokratie". Die Regierung habe das Verfassungsgericht gebeten, die Parlamentsabstimmung in Katalonien zum Unabhängigkeitsreferendum für null und nichtig zu erklären.

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