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Magazin vergleicht Erdogan mit Hitler – Macron verteidigt Zeitschrift

"Missfällt Feinden der Freiheit"  

Erdogan als Diktator? Macron verteidigt Zeitschrift

29.05.2018, 10:38 Uhr | AFP, dpa, aj

Magazin vergleicht Erdogan mit Hitler – Macron verteidigt Zeitschrift.  (Quelle: Twitter/Screenshot)

(Quelle: Twitter/Screenshot)

Ein französisches Politikmagazin zieht auf seiner Titelseite Parallelen zwischen Hitler und dem türkischen Präsidenten Erdogan. Daraufhin wird nicht nur das Magazin bedroht, sondern auch einige Kioskbesitzer. Nun hat sich der französische Präsident eingeschaltet.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat sich vor das Politikmagazin "Le Point" gestellt, das wegen einer kritischen Titelgeschichte zum türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan massiv angefeindet wird. Es sei "absolut inakzeptabel", dass Werbeplakate von "Le Point" von den Kiosken genommen würden, "nur weil sie den Feinden der Freiheit missfallen", schrieb Macron am Montagabend auf Twitter. "Die Freiheit der Presse hat keinen Preis - ohne sie herrscht die Diktatur."

Das renommierte Magazin hatte zuvor mitgeteilt, dass es von Erdogan-Anhängern bedroht werde. In einem Video ist zu sehen, wie Erdogan-Anhänger ein Plakat mit dem Titelbild des Magazins entfernen. "Le Point" warf den Unterstützern der türkischen Regierungspartei AKP vor, "Symbole der Meinungsfreiheit und der Vielfalt der Presse anzugreifen". Kiosk-Besitzer berichteten, dass sie wegen Drohungen die Plakate zu der Ausgabe abgehängt hätten.

Druck auf Kioskbesitzer "nicht hinnehmbar"

Das Titelbild des aktuellen Hefts zeigt ein Erdogan-Foto mit dem Text: "Der Diktator. Wie weit wird Erdogan gehen?" Im Leitartikel wird die Frage aufgeworfen: "Ist Erdogan der neue Hitler?"

Auch Frankreichs Kulturministerin Françoise Nyssen warnte am Montag vor Druck auf Kioskbesitzer. Dieser sei "nicht hinnehmbar", schrieb sie auf Twitter. "Die Pressefreiheit beruht auf der Vertriebsfreiheit. Drohungen gegen Kioskbesitzer dürfen nicht geduldet werden."

Am 24. Juni finden in der Türkei vorgezogene Parlaments- und Präsidentschaftswahlen statt. Mit der Wahl tritt eine umstrittene Verfassungsreform in Kraft, welche die Rechte von Präsident Erdogan massiv stärkt.

Verwendete Quellen:
  • afp
  • dpa

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