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Türkei: Oppositionsführer Kemal Kilicdaroglu von Mob angegriffen

Erdogans Gegner  

Türkischer Oppositionsführer von Mob angegriffen

21.04.2019, 17:30 Uhr | dpa

Türkei: Oppositionsführer Kemal Kilicdaroglu von Mob angegriffen. Handfeste Attacken auf Kemal Kilicdaroglu (Mitte): Sicherheitskräfte bringen den türkischen Politiker in Sicherheit.  (Quelle: Reuters/Harun Ozalp/Demiroren News Agency (DHA))

Handfeste Attacken auf Kemal Kilicdaroglu (Mitte): Sicherheitskräfte bringen den türkischen Politiker in Sicherheit. (Quelle: Harun Ozalp/Demiroren News Agency (DHA)/Reuters)

Nicht erst seit der Kommunalwahl in der Türkei gilt Kemal Kilicdaroglu als einer der stärksten Gegenspieler von Präsident Erdogan. Kein leichter Job: Bei einem informellen Auftritt in Ankara stand der Chef der größten Oppositionspartei plötzlich einem gewaltbereiten Mob gegenüber. 

Drei Wochen nach der Kommunalwahl in der Türkei ist der Oppositionsführer Kemal Kilicdaroglu auf der Beerdigung eines Soldaten von einem Mob angegriffen worden. Ein Mann schlug Kilicdaroglu während des Gerangels in der Provinz Ankara mit der Faust ins Gesicht, wie am Sonntag auf Bildern des Senders CNN Türk zu sehen war. Leibwächter versuchten, die aufgebrachte Menge zurückzudrängen und brachten den Chef der größten Oppositionspartei CHP schließlich in ein Haus. Von dort aus ließ Kilicdaroglu mitteilen, es gehe ihm gut.

Hintergrund der Tat ist unklar

Weil sich die Menge zunächst nicht zerstreute, wurde Kilicdaroglu nach Angaben von CNN Türk mit einem gepanzerten Fahrzeug herausgebracht.

Der genaue Hintergrund des Angriffs war zunächst unklar. Das Gouverneursamt erklärte auf Twitter, der Vorfall werde untersucht. Der Sprecher der islamisch-konservativen Regierungspartei AKP, Ömer Celik, verurteilte die Tat auf Twitter.

Handfeste Attacken auf Kemal Kilicdaroglu (Mitte): Sicherheitskräfte bringen den türkischen Politiker in Sicherheit.  (Quelle: Reuters/Harun Ozalp/Demiroren News Agency (DHA))Handfeste Attacken auf Kemal Kilicdaroglu (Mitte): Sicherheitskräfte bringen den türkischen Politiker in Sicherheit. (Quelle: Harun Ozalp/Demiroren News Agency (DHA)/Reuters)

Der Soldat und drei weitere Militärs waren am Samstag bei Gefechten mit der als terroristisch eingestuften kurdischen Arbeiterpartei PKK nahe der irakischen Grenze ums Leben gekommen.

Präsident und AKP-Chef Recep Tayyip Erdogan hatte der CHP und drei weiteren Oppositionsparteien vor der Kommunalwahl vom 31. März vorgeworfen, mit der PKK zusammenzuarbeiten, und deren Anhänger "in die Gemeinden zu schleusen".



Die AKP hatte die Hauptstadt Ankara und die Metropole Istanbul bei der Kommunalwahl an die CHP verloren. In Istanbul wurde der CHP-Kandidat Ikrem Imamoglu vergangene Woche zum Bürgermeister erklärt, allerdings steht die Entscheidung über einen Antrag der AKP auf Wahlwiederholung noch aus. Imamoglu bedankte sich am Sonntag bei einer Großveranstaltung im Istanbuler Stadtteil Maltepe bei seinen Anhängern für die Unterstützung.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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