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Massenproteste in Hongkong: Regierungschefin entschuldigt sich bei Demonstranten


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Organisatoren: Bis zu zwei Millionen Menschen auf den Straßen

Von dpa
Aktualisiert am 16.06.2019Lesedauer: 3 Min.
Hongkong: Demonstranten gehen gegen das umstrittene Auslieferungsgesetz auf die Straße. Nach den Massenprotesten hatte Regierungschefin Lam angekündigt, Beratungen über das Gesetz vorerst auszusetzen.
Hongkong: Demonstranten gehen gegen das umstrittene Auslieferungsgesetz auf die Straße. Nach den Massenprotesten hatte Regierungschefin Lam angekündigt, Beratungen über das Gesetz vorerst auszusetzen. (Quelle: dpa-bilder)
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Nach schweren Protesten hat Hongkongs Regierung das umstrittene Auslieferungsgesetz erst mal auf Eis gelegt. Vielen Menschen in der Finanzmetropole reicht das aber nicht aus – sie demonstrieren weiter.

Trotz einer Ankündigung der Hongkonger Regierung, ein umstrittenes Gesetz zur Auslieferung mutmaßlicher Straftäter an China auf Eis zu legen, sind am Sonntag erneut Hunderttausende in Hongkong auf die Straße gegangen. Demonstranten versammelten sich am Nachmittag (Ortszeit) im Viktoria Park und zogen anschließend in einem großen Protestmarsch durch das Zentrum der chinesischen Sonderverwaltungszone.

Der Protestmarsch war möglicherweise der größte in der Geschichte der Stadt. Die Organisatoren sprachen von fast zwei Millionen Teilnehmern. Das wären doppelt so viele wie vor einer Woche. Die Proteste damals galten bislang als die größten seit dem Protest gegen die blutige Niederschlagung der Demokratiebewegung in Peking vor drei Jahrzehnten am 4. Juni 1989.

Der Protestveranstalter Civil Human Rights Front teilte mit, die Kundgebung sei erforderlich, weil die Regierung ihre Pläne für das umstrittene Auslieferungsgesetz nicht komplett gestoppt habe. Die in Bedrängnis geratene Regierungschefin Carrie Lam entschuldigte sich bei den Bürgern der Stadt. Sie wolle "aufrichtig und demütig" Kritik annehmen und Verbesserungen im Dienste der Öffentlichkeit erzielen, hieß es in einer Erklärung.

Am Donnerstag hatte Lam die Proteste noch als "Aufruhr" und "eindeutig organisiert" bezeichnet. Für diese Äußerungen oder die Polizeigewalt entschuldigte sie sich nicht. Die weitgehend schwarz gekleideten Demonstranten forderten nun erneut Lams Rücktritt.

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Umstrittenes Gesetz

Nach schweren Protesten in den vergangenen Tagen hatte Lam am Samstag angekündigt, Beratungen über das Gesetz vorerst auszusetzen. Eigentlich sollte die Peking-treue Parlamentsmehrheit das Gesetz am kommenden Donnerstag annehmen. Lam begründete ihre Entscheidung damit, dass es in der Öffentlichkeit immer noch Bedenken und Zweifel an der Gesetzesvorlage gebe. Außerdem müsse in der Stadt wieder Ruhe herrschen. Lam hatte das Gesetz zuvor strikt verteidigt.

Das Auslieferungsgesetz würde Hongkongs Behörden erlauben, von China verdächtigte und gesuchte Personen an die Volksrepublik auszuliefern. Kritiker warnen, Chinas Justiz sei nicht unabhängig und diene als Werkzeug der politischen Verfolgung. Auch drohten Folter und Misshandlungen.

Am vergangenen Wochenende hatten nach unterschiedlichen Schätzungen zwischen Hunderttausenden und einer Million Hongkonger gegen das Vorhaben der Regierung demonstriert. Danach kam es am Mittwoch zu schweren Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten, bei denen 81 Menschen verletzt wurden.

Demonstranten tragen schwarze T-Shirts

"Ich denke, die Mehrheit der Menschen in Hongkong wird eine vorübergehende Aussetzung nicht akzeptieren", sagte Demonstrant Thomas Hong, der seit Tagen an einem Hungerstreik vor dem Hongkonger Regierungssitz teilnimmt.

Am Sonntag trugen viele der Demonstranten schwarze T-Shirts. Zudem teilten Aktivsten weiße Blumen aus, mit denen einem am Vortag gestorbenen Demonstranten gedacht werden sollte.

Polizisten drücken eine Demonstrantin gegen eine Absperrung. Bei neuen Protesten in Hongkong gegen das kontroverse Gesetz für Auslieferungen nach China ist es zu schweren Zusammenstößen mit der Polizei gekommen.
Polizisten drücken eine Demonstrantin gegen eine Absperrung. Bei neuen Protesten in Hongkong gegen das kontroverse Gesetz für Auslieferungen nach China ist es zu schweren Zusammenstößen mit der Polizei gekommen. (Quelle: dpa-bilder)

Hongkongs Polizei teilte auf Anfrage mit, dass es sich um einen Selbstmord gehandelt habe. Wie lokale Medien berichteten, war der Mann am Samstag auf ein Baugerüst an einem Einkaufszentrum geklettert, wo er zunächst Protestbanner gegen das Gesetz für Auslieferungen an China und Regierungschefin Carrie Lam anbrachte.

Nachdem er mehrere Stunden auf dem Gerüst ausharrte, kletterte er über die Brüstung und stürzte in die Tiefe. Zuvor versuchten Rettungskräfte den 35-Jährigen zu überzeugen, herunterzuklettern. Auf Fotos ist ein gelbes Luftkissen zu sehen, dass die Feuerwehr vor dem Gerüst entfaltet hatte. Hongkonger legten später Blumen vor dem Einkaufszentrum nieder.


Die frühere britische Kronkolonie wird seit der Rückgabe 1997 an China nach dem Grundsatz "ein Land, zwei Systeme" als eigenes Territorium autonom regiert. Anders als die Menschen in der Volksrepublik genießen die Hongkonger nach dem Grundgesetz der chinesischen Sonderverwaltungsregion das Recht auf freie Meinungsäußerung sowie Presse- und Versammlungsfreiheit.

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Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagenturen dpa, afp
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