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Drei Explosionen in Kabul: Mehr als 50 Tote bei Gewaltwelle in Afghanistan

Drei Explosionen in Kabul  

Mehr als 50 Tote bei Gewaltwelle in Afghanistan

25.07.2019, 13:42 Uhr | dpa

Drei Explosionen in Kabul: Mehr als 50 Tote bei Gewaltwelle in Afghanistan. Afghanische Männer suchen nach dem Anschlag nach persönlichen Gegenständen in ihren Läden.

Afghanische Männer suchen nach dem Anschlag nach persönlichen Gegenständen in ihren Läden. Foto: Rahmat Gul/AP. (Quelle: dpa)

Kabul (dpa) - Ungeachtet laufender Gespräche über Wege zu Frieden in Afghanistan dauert das Blutvergießen in dem kriegszerrissenen Land an. Bei Explosionen und Gefechten in mehreren Provinzen sind binnen zwölf Stunden mindestens 55 Menschen getötet worden.

Bei drei Explosionen in der Hauptstadt Kabul am Donnerstag starben mindestens elf Menschen. Weitere 45 seien verletzt worden, sagte ein Sprecher des Innenministeriums, Nasrat Rahimi.

Demnach hatte am frühen Donnerstagmorgen (Ortszeit) erst ein Selbstmordattentäter auf einem Motorrad im Osten der Stadt einen Bus mit Mitarbeitern des Bergbauministeriums angegriffen. Aus dem Ministerium hieß es, acht Angestellte seien bei dabei getötet worden. Kurz darauf detonierte ein weiterer Sprengsatz am gleichen Ort. Zu dem Angriff bekannte sich die Terrormiliz Islamischer Staat (IS).

Wenig später detonierte an einem anderen Ort im Osten der Stadt eine Autobombe. Die radikalislamischen Taliban reklamierten den Autobombenangriff für sich. Ziel sei ein Konvoi der internationalen Streitkräfte gewesen.

Bei Gefechten in der nördlichen Provinz Tachar in der Nacht zu Donnerstag wurden mindestens 35 Sicherheitskräfte getötet. Bei einem Taliban-Überfall auf einen Stützpunkt und mehrere Kontrollposten im Bezirk Ischkamisch seien 35 Polizisten gestorben, sagte der Behördenvertreter Sajid Mehrabuddin. Zudem seien sechs Polizisten und sechs Zivilisten bei den mehr als fünfstündigen Gefechten verletzt worden. Nach dem Überfall hätten die Taliban die Kontrollposten und den Stützpunkt in Brand gesetzt. Der Provinzrat Maulawi Keramatullah sprach gar von 43 getöteten Sicherheitskräften. Weitere neun würden vermisst.

In der östlichen Provinz Nangarhar fuhr am Donnerstagmorgen ein Minibus auf eine Mine. Dabei kamen mindestens neun Zivilisten ums Leben, teilte das Pressebüro des Provinzgouverneurs mit. Die Passagiere seien auf dem Weg zu einer Hochzeit gewesen.

Erst am Mittwoch hatten die Taliban in Kabul einen Nato-Konvoi nach eigenen Angaben mit einer Autobombe angegriffen. Das kroatische Verteidigungsministerium teilte am Donnerstag mit, der Gesundheitszustand von zwei dabei verletzten kroatischen Soldaten sei stabil. Ein kroatischer Soldat war noch am Mittwoch seinen Verletzungen erlegen. Der Getötete war laut Verteidigungsministerium als Berater für die afghanischen Sicherheitskräfte im Einsatz.

Die Gewalt in Afghanistan dauert ungeachtet laufender Gespräche zur politischen Beilegung des langjährigen Konflikts an. Seit Juli des Vorjahres führen die USA direkte Gespräche mit hochrangigen Vertretern der Taliban. Dabei geht es vor allem um Truppenabzüge sowie um die Forderung der USA nach Garantien, dass von Afghanistan aus keine Terroranschläge mehr geplant werden. Einen Waffenstillstand lehnen die radikalislamischen Taliban weiter ab.

Die Konfliktparteien glauben, durch erhöhten militärischen Druck die eigene Verhandlungsposition zu stärken. Die Denkfabrik International Crisis Group warnte kürzlich in einer Analyse, die eskalierende Gewalt könne zu einer Verhärtung der Positionen führen. Nach Anschlägen in den vergangenen Wochen hatten Afghanen in sozialen Medien auch dazu aufgerufen, die Gespräche auszusetzen.

Zugleich sollen die USA-Taliban-Gespräche nach offizieller Lesart in direkte Friedensverhandlungen zwischen Taliban und der afghanischen Regierung führen. Bisher lehnen die Taliban ab, mit der Regierung zu reden, die sie als Marionette des Westens sehen. Der US-Sondergesandte für Afghanistan, Zalmay Khalilzad, ist aktuell in Kabul. Danach will der Chefunterhändler ins Golfemirat Katar, um die USA-Taliban-Verhandlungen fortzusetzen.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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