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Edward Snowden erklärt, wie er die NSA überlistete

"Ich war schnell der Zauberwürfel-Typ"  

Edward Snowden erklärt, wie er die NSA überlistete

14.09.2019, 12:02 Uhr | dpa

Edward Snowden erklärt, wie er die NSA überlistete. Edward Snowden während eines Interviews: Der Whistleblower war bei der NSA als der "Zauberwürfel-Typ" bekannt. (Quelle: imago images/Kyodo News)

Edward Snowden während eines Interviews: Der Whistleblower war bei der NSA als der "Zauberwürfel-Typ" bekannt. (Quelle: Kyodo News/imago images)

In der Socke, in der Backe, oder eben in den beliebten Zauberwürfeln: Mit versteckten SD-Karten und einer Prise Einfallsreichtum brachte Edward Snowden einen der größten Skandale des 21. Jahrhunderts ans Tageslicht.

Der amerikanische Whistleblower Edward Snowden hat die beim US-Geheimdienst NSA kopierten Daten unter den Aufklebern von Zauberwürfeln, in Socken oder in seiner Backe aus dem Gebäude geschmuggelt. Das berichtete die "Süddeutsche Zeitung" nach einem Interview mit Snowden. Der 36-Jährige veröffentlicht in wenigen Tagen seine Memoiren.

Snowden hatte 2013 die ausufernde Überwachung durch den US-Geheimdienst NSA öffentlich gemacht. Die US-Behörden wollen ihm den Prozess machen. Deshalb lebt er in Russland im Exil.

Er habe die Daten seinerzeit auf sehr kleinen Micro- und Mini-SD-Karten gespeichert. "Die passen überall hin", meinte er. "Zunächst einmal habe ich allen Kollegen Zauberwürfel geschenkt. Die waren also überall, die Wachen waren den Anblick gewöhnt und ich war schnell als 'der Zauberwürfel-Typ' bekannt", sagte Snowden. Die Karten hätten unter Aufkleber von Zauberwürfeln gepasst, ebenso in eine Socke oder seine Backe.

"Kurzum: Es geht um Macht"

Während seiner Agententätigkeit für den US-Geheimdienst CIA in Genf Mitte der Nullerjahre seien nicht nur die Vereinten Nationen, sondern auch Schweizer Firmen und Banken ausspioniert worden, sagte Snowden den Reportern, wie der Schweizer "Tages-Anzeiger" berichtet. Agenten hätten nach Snowdens Angaben etwa Computer von Delegierten bei den Vereinten Nationen durch infizierte USB-Sticks gehackt. Genf ist der europäische UN-Standort.
 

 
Über einen korrupten Mitarbeiter hätten die Amerikaner sich etwa auch Kundendaten einer Telekommunikationsfirma beschafft, zitiert die Zeitung aus dem Buch. Der Versuch, einen Banker in der Schweiz, der saudische Konten betreute, mit Einladungen in Stripklubs und auf Sauftouren als Spitzel zu gewinnen, sei aber nicht geglückt. "Es geht um diplomatischen Einfluss, um Wirtschaftsspionage, um soziale Kontrolle, kurzum: Es geht um Macht", sagte Snowden den Reportern.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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