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Gülen-Bewegung im Visier: Erneut Verhaftungswelle in der Türkei

Fast 700 Haftbefehle erlassen  

Gülen-Bewegung im Visier: Erneut Verhaftungswelle in der Türkei

18.02.2020, 12:30 Uhr | rtr

Gülen-Bewegung im Visier: Erneut Verhaftungswelle in der Türkei. Türkische Polizisten stehen Wache: Bei den aktuellen Festnahmen stehen Militärs und Justizbeamte im Fokus. (Quelle: Reuters/Murad Sezer)

Türkische Polizisten stehen Wache: Bei den aktuellen Festnahmen stehen Militärs und Justizbeamte im Fokus. (Quelle: Murad Sezer/Reuters)

Mit großer Härte geht Erdogan gegen vermeintliche Anhänger seines früheren Mitstreiters Fetullah Gülen vor: Wieder werden Hunderte Menschen gesucht, die in den Putschversuch vor vier Jahren verwickelt sein sollen.

In der Türkei hat die Staatsanwaltschaft im Zuge der Niederschlagung der Gülen-Bewegung fast 700 Haftbefehle erlassen. Betroffen seien unter anderem Angehörige des Militärs und der Justiz, berichteten Staatsmedien am Dienstag. Die Regierung hat ihr massives Vorgehen gegen mutmaßliche Anhänger der Bewegung des im US-Exil lebenden Predigers Fetullah Gülen verschärft.

Präsident Recep Tayyip Erdogan wirft seinem einstigen Mitstreiter vor, hinter dem Putschversuch im Juli 2016 zu stecken, bei dem rund 250 Menschen getötet wurden. Die Polizei unternimmt immer wieder Razzien gegen mutmaßliche Anhänger Gülens, der jede Verstrickung in den Putschversuch bestreitet und seit 1999 im US-Bundesstaat Pennsylvania lebt.

Die Nachrichtenagentur Anadolu meldete, die Staatsanwaltschaft habe bei Ermittlungen gegen Angehörige der Luftwaffe die Festnahme von 157 Personen angeordnet, darunter 101 aktive Offiziere. Etwa 100 Menschen seien bereits festgenommen worden.

Auch Angehörige der Justiz unter Verdacht

In der Hauptstadt Ankara richtete sich das Vorgehen der Staatsanwaltschaft gegen Beschäftigte im Justizministerium. Hier seien 71 Menschen festgenommen worden, meldete Anadolu. Weitere rund 467 Haftbefehle seien im ganzen Land ergangen.

Erdogan wirft Gülen und seinen Anhängern seit Jahren vor, sie wollten einen Parallelstaat in der Türkei errichten, indem sie Polizei, Militär, Justiz und Verwaltung infiltrierten. Seit dem Putschversuch wurden rund 80.000 Menschen angeklagt. Etwa 150.000 Beschäftigte unter anderem in der Verwaltung und im Militär wurden entlassen oder vom Dienst suspendiert. Die Europäische Union und Menschenrechtsgruppen haben das massive Vorgehen kritisiert. Erdogan rechtfertigt dies als notwendige Antwort auf die angebliche Bedrohung der Sicherheit im Land.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur Reuters 

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