Sie sind hier: Home > Politik > Ausland >

Corona-Impfstoff: Großbritannien will EU helfen

Wegen Astrazeneca-Streit  

Großbritannien will EU bei Corona-Impfstoffen helfen

30.01.2021, 19:42 Uhr | dpa

Corona-Impfstoff: Großbritannien will EU helfen. Michael Gove: Der britische Staatsminister für Kabinettsangelegenheiten sagte der EU Kooperation bei den Impfstoff-Problemen zu.  (Quelle: dpa/Ray Tang/XinHua)

Michael Gove: Der britische Staatsminister für Kabinettsangelegenheiten sagte der EU Kooperation bei den Impfstoff-Problemen zu. (Quelle: Ray Tang/XinHua/dpa)

Während Astrazeneca in der EU die zugesagten Liefermengen nicht einhalten kann, soll es in Großbritannien keine Verzögerungen geben. Das sorgte für offenen Streit – die Briten wollen nun kooperieren.

Der britische Staatsminister Michael Gove hat der Europäischen Union Zusammenarbeit bei deren Schwierigkeiten mit der Lieferung von Impfstoffen zugesagt. Priorität habe für London die Impfung der eigenen Bevölkerung, machte der Minister zunächst deutlich und fuhr dann fort: "Wir wollen aber auch mit unseren Freunden und Nachbarn in der Europäischen Union zusammenarbeiten, um ihnen auch zu helfen."

Hintergrund ist der Streit zwischen der EU-Kommission und dem britisch-schwedischen Impfstoffhersteller Astrazeneca über dessen Lieferschwierigkeiten. Das Unternehmen hatte Verzögerungen damit begründet, dass es Probleme bei Werken in den Niederlanden und Belgien gebe. Die Produktion für Großbritannien bleibe aber unbeeinträchtigt, weil London sich habe zusichern lassen, dass die Produktion im eigenen Land zuerst nur dem eigenen Impfprogramm zu Gute kommen soll, so Astrazeneca-Geschäftsführer Pascal Soriot.

Das sorgte auch deshalb für Empörung, weil die Briten seit Monaten Impfstoff von Pfizer und Biontech aus europäischer Herstellung erhalten. Die EU hatte daraufhin einen Kontrollmechanismus für die Ausfuhr der Präparate eingeführt.

Irritationen über innerirische Grenze

Für Irritationen sorgte, dass Brüssel in einem am Freitagabend veröffentlichten Dokument die Auslösung eines Notfallmechanismus aus dem Brexit-Abkommen erwägte. Damit sollte auch die Kontrolle der Ausfuhren vom EU-Mitglied Irland in die britische Provinz Nordirland ermöglicht werden. Doch der Schritt traf auf heftige Kritik – nicht nur aus London und Belfast, sondern auch aus Dublin. Jahrelang hatten die Unterhändler bei den Brexit-Gesprächen darum gerungen, wie Kontrollen an der inneririschen Grenze vermieden werden können, um den brüchigen Frieden in der ehemaligen Bürgerkriegsregion nicht zu gefährden. Stunden später lenkte Brüssel ein.

Die EU habe eingesehen, dass sie mit der Auslösung des Notfallmechanismus aus dem Brexit-Abkommen einen Fehler gemacht habe, sagte Gove am Samstag. Es brauche nun einen Neustart in den Beziehungen.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Weltbild.detchibo.deOTTODeichmannbonprix.deLIDLBabistadouglas.deamazon.de

shopping-portal