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Malta weist Vorwürfe heimlicher Impfstoff-Beschaffung zurück

Österreich kritisiert "Basar"  

Malta weist Vorwürfe heimlicher Impfstoff-Beschaffung zurück

12.03.2021, 21:58 Uhr | AFP

Kurz kritisiert Impfstoffverteilung in der EU

Es gebe Hinweise auf einen "Basar", sagte Österreichs Bundeskanzler in Wien. Durch Zusatzvereinbarungen zwischen EU-Mitgliedsstaaten und Pharmafirmen sieht Kurz einige Länder benachteiligt. (Quelle: Reuters)

Hinweise auf "Basar": Österreichs Kanzler Kurz kritisiert die Impfstoffverteilung in der EU und formuliert schwere Vorwürfe. (Quelle: Reuters)


Österreichs Kanzler Sebastian Kurz übt scharfe Kritik: Einige EU-Mitgliedstaaten sollen Absprachen gebrochen und direkt mit Vakzin-Herstellern verhandelt haben. Jetzt reagiert Malta. 

Malta hat Vorwürfe zurückgewiesen, sich über die Vereinbarungen innerhalb der Europäischen Union hinweggesetzt und heimlich mit Extra-Impfdosen gegen das Coronavirus versorgt zu haben. Gesundheitsminister Chris Fearne erklärte am Freitag in der Hauptstadt Valletta, die Impfstoffe seien über den Mechanismus beschafft worden, dem alle EU-Mitgliedstaaten und auch die EU-Kommission zugestimmt hätten.

Damit reagierte das Land auf Anschuldigungen von Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz. Kurz hatte eine ungleiche Verteilung von Corona-Impfstoffen in der EU angeprangert.

In einem EU-Gesundheitsgremium habe es möglicherweise Nebenabsprachen zwischen einzelnen Mitgliedstaaten und Pharma-Firmen gegeben, sagte er am Freitag bei einer Pressekonferenz in Wien. Der ÖVP-Politiker sprach von Hinweisen, dass es in dem Gremium einen "Basar" zu Impfstoffen gegeben habe. 

Maltas Gesundheitsminister Chris Fearne: Sein Land habe sich an die Abmachungen mit anderen EU-Staaten gehalten, sagt er.  (Quelle: imago images/Jonathan Borg/Xinhua)Maltas Gesundheitsminister Chris Fearne: Sein Land habe sich an die Abmachungen mit anderen EU-Staaten gehalten, sagt er. (Quelle: Jonathan Borg/Xinhua/imago images)

Kritik: Verteilung angeblich nicht mehr nach Bevölkerungsschlüssel

Durch die Nebenvereinbarungen habe sich ein Ungleichgewicht bei der Verteilung der Impfstoffmengen in Europa ergeben, beklagte Kurz. Anders als von den EU-Staats- und Regierungschefs beschlossen, erfolgten die Lieferungen nicht mehr nach dem Bevölkerungsschlüssel.

Als Beispiel nannte Kurz Malta, das bezogen auf die Bevölkerungszahl bis zum Sommer etwa drei Mal so viele Impfstoffdosen erhalten werde wie Bulgarien. Die Niederlande würden in Relation zur Bevölkerung bis Ende Juni mehr Dosen erhalten als Deutschland und doppelt so viele wie Kroatien. Österreich liege im Mittelfeld.

Malta kommt in der Impfkampagne schneller als andere EU-Länder voran. Von den etwa 500.000 Bewohnern der Mittelmeer-Insel erhielten fast 20 Prozent bis Freitag mindestens eine Impfung.

Kurz fordert mehr Transparenz

Viele Mitgliedstaaten seien von der ungleichen Verteilung überrascht gewesen, sagte Kurz. Er forderte mehr Transparenz über die nicht-öffentlichen Verträge einzelner EU-Mitgliedstaaten mit Pharma-Firmen. Es müsse herausgefunden werden, wer die Verträge unterzeichnet habe, sagte Kurz.

Ein Sprecher der EU-Kommission verteidigte gewisse Abweichungen von dem ursprünglich festgelegten Bevölkerungsschlüssel. Mitgliedstaaten könnten entscheiden, ob sie mehr oder weniger Mengen von einem bestimmten Impfstoff verlangten, sagte Kommissionssprecher Stefan de Keersmaecker. Darüber gebe es dann Beratungen aller EU-Mitgliedstaaten. In diesem Zusammenhang sei dann auch ein neuer Verteilungsschlüssel möglich.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur AFP

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