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Kremlkritiker im Hungerstreik: Russland droht Nawalny mit Zwangsernährung

Kremlkritiker im Hungerstreik  

Russische Behörden drohen Nawalny mit Zwangsernährung

12.04.2021, 23:12 Uhr | AFP

Kremlkritiker im Hungerstreik: Russland droht Nawalny mit Zwangsernährung. Alexej Nawalny vor Gericht in Moskau: Der Kremlkritiker befindet sich nach seiner Verurteilung im Hungerstreik (Quelle: dpa)

Alexej Nawalny vor Gericht in Moskau: Der Kremlkritiker befindet sich nach seiner Verurteilung im Hungerstreik (Quelle: dpa)

Seit gut zwei Wochen befindet sich der inhaftierte Kremlkritiker Alexej Nawalny im Hungerstreik und verliert stark an Gewicht. Nun wollen russische Offizielle dem offenbar nicht mehr tatenlos zusehen.

Die russischen Behörden drohen offenbar mit der Zwangsernährung des inhaftierten Kreml-Kritikers Alexej Nawalny. Dies teilte sein Team auf Twitter mit. Der 44-Jährige war Ende März aus Protest gegen seine Haftbedingungen in einem Straflager in den Hungerstreik getreten und hat seitdem nach Angaben seines Teams acht Kilogramm verloren. 

Nawalnys Unterstützer hatten zuletzt über eine weitere Verschlechterung seines Gesundheitszustands berichtet. Der Oppositionelle hat demnach Schmerzen im Rücken und Taubheitsgefühle in den Beinen und Armen. Eine angemessene medizinische Versorgung werde ihm vorenthalten.

Nawalnys Ärztin zu Geldstrafe verurteilt

Nach ihrer Festnahme vor einem russischen Straflager ist außerdem die Ärztin von Nawalny zu einer hohen Geldstrafe verurteilt worden. Anastassija Wassiljewa müsse 180.000 Rubel (umgerechnet fast 2.000 Euro) zahlen, teilte Nawalnys Team am Montag auf Twitter mit. Die Medizinerin hatte vergeblich Zugang zu dem erkrankten Oppositionellen gefordert, der in einem Lager rund 100 Kilometer östlich von Moskau einsitzt. Mehrere Unterstützer waren danach zu kurzen Haftstrafen verurteilt worden.

Nawalnys Team berichtete zudem, dass zwei Mitarbeiter eines neu eröffneten Büros in der russischen Teilrepublik Dagestan verschwunden seien. In Murmansk im Norden Russlands sei zudem ein Mitarbeiter wegen Verdachts auf Drogenhandel festgenommen worden.

Zweieinhalb Jahre Haft im Straflager

Nawalny hatte im August des vergangenen Jahres einen Anschlag mit einem Nervengift aus der Nowitschok-Gruppe überlebt. Nach dem Anschlag, für den Nawalny den Kreml verantwortlich macht, wurde der prominente Putin-Kritiker nach Deutschland geflogen und in der Berliner Charité behandelt. Unmittelbar nach seiner Rückkehr nach Russland im Januar wurde er festgenommen.

Der Oppositionspolitiker wurde dann wegen angeblicher Verstöße gegen seine Bewährungsauflagen zu mehr als zweieinhalb Jahren Haft in einem Straflager verurteilt. Die Entscheidung wurde international scharf verurteilt und löste Massenproteste in Russland aus. Zur Haft wurde Nawalny in das Straflager N2 in der Kleinstadt Pokrow gebracht, die rund 200 Kilometer östlich von Moskau liegt.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur AFP

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