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USA: Supreme Court lässt Abtreibungsverbot in Texas zunächst in Kraft

Umstrittenes Gesetz in Texas  

USA: Supreme Court lässt Abtreibungsverbot zunächst in Kraft

22.10.2021, 19:45 Uhr | AFP

USA: Supreme Court lässt Abtreibungsverbot in Texas zunächst in Kraft . Frauen demonstrieren vor dem Supreme Court (Archiv): Das texanische Gesetz verbietet Abtreibungen ab der sechsten Schwangerschaftswoche. (Quelle: Reuters)

Frauen demonstrieren vor dem Supreme Court (Archiv): Das texanische Gesetz verbietet Abtreibungen ab der sechsten Schwangerschaftswoche. (Quelle: Reuters)

Seit bald zwei Monaten gilt das strengste Abtreibungsgesetz der USA im Bundesstaat Texas. Darüber sind heftige Debatten entbrannt. Nun traf der Oberste Gerichtshof eine erste Entscheidung.

Der Oberste Gerichtshof der USA hat das weitgehende Abtreibungsverbot in Texas zunächst in Kraft gelassen. Der Supreme Court in Washington setzte am Freitag aber für den 1. November eine Anhörung zu dem umstrittenen sogenannten Herzschlag-Gesetz an. Die Regierung von US-Präsident Joe Biden hatte beantragt, das texanische Gesetz, das Abtreibungen etwa ab der sechsten Schwangerschaftswoche verbietet, umgehend außer Kraft zu setzen.

Das strengste Abtreibungsgesetz der USA war Anfang September im konservativ regierten Texas in Kraft getreten. Seitdem gibt es erbitterte juristische Auseinandersetzungen. Die Biden-Regierung sieht das Gesetz als verfassungswidrig an, weil der Supreme Court 1973 in einem Grundsatzurteil das Recht von Frauen auf Abtreibungen verankert hatte. 

Selbst bei Vergewaltigung keine Ausnahme

Das texanische Gesetz verbietet Schwangerschaftsabbrüche ab dem Zeitpunkt, zu dem der Herzschlag des Fötus festgestellt werden kann, also etwa ab der sechsten Schwangerschaftswoche. Viele Frauen wissen zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht, dass sie schwanger sind. Selbst im Fall einer Vergewaltigung oder bei Inzest sieht das texanische Gesetz keine Ausnahmen vor.

Für Empörung sorgt auch, dass nicht die texanischen Behörden die neuen Regelungen durchsetzen sollen, sondern Privatleute. Bürger werden ermutigt, Menschen zu verklagen, die sie verdächtigen, Frauen bei einer Abtreibung nach der sechsten Woche geholfen zu haben. Neben Abtreibungskliniken und deren Mitarbeitern könnte dies auch Verwandte oder einen Taxifahrer treffen, der eine Schwangere zur Klinik gebracht hat. Die Hinweisgeber erhalten im Falle einer Verurteilung 10.000 Dollar.

Das Abtreibungsrecht ist eines der in den USA am meisten umkämpften gesellschaftlichen Themen. Der Supreme Court hatte 1973 in seinem Grundsatzurteil "Roe v. Wade" das grundsätzliche Recht von Frauen auf einen Schwangerschaftsabbruch verankert. Als Richtlinie gilt, dass Abtreibungen grundsätzlich so lange erlaubt sind, bis der Fötus außerhalb des Mutterleibs lebensfähig wäre. Das ist etwa nach 22 bis 24 Schwangerschaftswochen der Fall.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur AFP

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