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Nach Festnahmen: Hongkonger Online-Medium stellt Betrieb ein

Von dpa
Aktualisiert am 29.12.2021Lesedauer: 2 Min.
Patrick Lam (l), Herausgeber der Online-Publikation "Stand News", wird von Polizeibeamten in einen Lieferwagen eskortiert.
Patrick Lam (l), Herausgeber der Online-Publikation "Stand News", wird von Polizeibeamten in einen Lieferwagen eskortiert. (Quelle: Vincent Yu/AP/dpa./dpa)
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Hongkong (dpa) - In Hongkong hat ein weiteres pro-demokratisches Medium auf Druck der Beh├Ârden den Betrieb eingestellt.

Nachdem gestern mehrere Mitarbeiter festgenommen wurden, teilte die Online-Publikation "Stand News" einige Stunden sp├Ąter mit, alle Mitarbeiter entlassen und den Betrieb mit sofortiger Wirkung eingestellt zu haben. "Vielen Dank an die Leser f├╝r Ihre anhaltende Unterst├╝tzung", hie├č es in einer auf Facebook verbreiteten Mitteilung zur Schlie├čung.

Zuvor hatten Beamte der nationalen Sicherheitspolizei am fr├╝hen Mittwochmorgen mindestens sechs Journalisten und ehemalige Mitarbeiter von "Stand News" festgenommen, darunter auch der derzeitige Chefredakteur Lam Shiu und dessen Vorg├Ąnger Chung Pui. Rund 200 Beamte waren an dem Einsatz beteiligt, bei dem auch die Redaktion von "Stand News" und die H├Ąuser der Festgenommenen durchsucht wurden.

Die Vereinigung der Hongkonger Auslandskorrespondenten FCC ├Ąu├čerte sich best├╝rzt. Das Vorgehen sei "ein weiterer Schlag f├╝r die Pressefreiheit in Hongkong". Der Gesch├Ąftsf├╝hrer des Vereins Reporter ohne Grenzen, Christian Mihr, sagte: "Die Demokratien der Welt m├╝ssen nun handeln, bevor Chinas Modell der Informationskontrolle ein weiteres Opfer fordert." Der au├čenpolitische Sprecher der EU sprach auf Twitter vom "Verfall" der Pressefreiheit in Hongkong. Diese sei zentral, um Menschenrechte und grundlegende Freiheiten zu erhalten.

Bereits im Juni war in Hongkong die prodemokratische Zeitung "Apple Daily" zwangsweise eingestellt worden, nachdem das Boulevardblatt wegen angeblicher Verst├Â├če gegen das sogenannte Sicherheitsgesetz ins Visier der Beh├Ârden geraten war. Ihr Gr├╝nder Jimmy Lai sitzt im Gef├Ąngnis.

Nach anhaltenden Demonstrationen und dem Ruf nach mehr Demokratie in Hongkong hatte die kommunistische F├╝hrung in Peking vor eineinhalb Jahren das umstrittene Sicherheitsgesetz erlassen. Die vage Formulierung des Gesetzestextes erleichtert das Vorgehen gegen Aktivit├Ąten, die China als subversiv, separatistisch, terroristisch oder verschw├Ârerisch einstuft - und zielt damit auf Kritiker der Hongkonger Regierung und der chinesischen F├╝hrung. Mehr als 100 Aktivisten wurden festgenommen oder warten auf ihren Prozess. Viele wurden bereits verurteilt. Aus Angst vor Strafverfolgung haben sich viele Oppositionsmitglieder ins Ausland abgesetzt.

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