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Merkel lehnt Jobangebot der Vereinten Nationen ab

Von dpa
Aktualisiert am 19.01.2022Lesedauer: 3 Min.
UN-Chef Ant├│nio Guterres wollte Ex-Bundeskanzlerin Angela Merkel als Beraterin gewinnen.
UN-Chef Ant├│nio Guterres wollte Ex-Bundeskanzlerin Angela Merkel als Beraterin gewinnen. (Quelle: Wolfgang Kumm/dpa./dpa)
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Berlin/New York (dpa) - Ex-Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat ein Jobangebot von UN-Generalsekret├Ąr Ant├│nio Guterres aus New York abgelehnt.

Sie habe "dazu in der letzten Woche mit dem UN-Generalsekret├Ąr telefoniert, sich bedankt und ihm mitgeteilt, dass sie das Angebot nicht annehmen wird", teilte Merkels B├╝ro am Mittwoch auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in Berlin mit. Offen bleibt weiterhin, ob und in welcher Form sie sich nach ihrem Ausscheiden am 8. Dezember k├╝nftig wom├Âglich ehrenamtlich engagieren will. Merkel war 16 Jahre lang Bundeskanzlerin.

Beratung zu globalen ├Âffentlichen G├╝tern

Guterres hatte der 67-J├Ąhrigen den Vorsitz in einem hochrangig besetzten Beratungsgremium zu globalen ├Âffentlichen G├╝tern angeboten, die potenziell ├╝ber L├Ąndergrenzen hinweg der gesamten Weltbev├Âlkerung dienen sollen. Beispiele f├╝r globale ├Âffentliche G├╝ter sind etwa die Ozonschicht, aber je nach Definition auch international geltende Regelwerke wie jene zur Flugsicherheit und zum weltweiten Handel. Auf Seiten der Vereinten Nationen war das Telefonat zwischen Guterres und Merkel zun├Ąchst nicht als definitive Absage gewertet worden.

Nach dpa-Informationen aus UN-Kreisen hatte Guterres Merkel das Angebot auch per Brief gemacht. Das Beratergremium zu globalen ├Âffentlichen G├╝tern ist eines von Guterres' Vorzeigeprojekten zur UN-Reform. In seinem Bericht zur Ver├Ąnderung der UN aus dem Jahr 2021 hatte er geschrieben: "Ich werde einen hochrangigen Beirat unter der Leitung ehemaliger Staats- und Regierungschefs bitten, globale ├Âffentliche G├╝ter und andere Bereiche von gemeinsamem Interesse zu ermitteln, in denen Verbesserungen der F├╝hrung am dringendsten erforderlich sind." Nach Ansicht von Guterres hat die Corona-Pandemie gro├če L├╝cken bei der internationalen Zusammenarbeit aufgezeigt.

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Ex-Kanzlerin seit 8. Dezember Privatperson

Merkel hatte sich nach 16 Jahren Regierungszeit mit dem Tag der Vereidigung ihres SPD-Nachfolgers Olaf Scholz am 8. Dezember aus der aktiven Politik zur├╝ckgezogen. Seither sind nur selten Fotos von ihr aufgetaucht. So war die Ex-Kanzlerin in der Woche nach dem Ende ihrer Amtszeit beim Lebensmittel-Einkauf im Berliner Kaufhaus des Westens gesehen worden. Ein damals in der "Bild"-Zeitung ver├Âffentlichtes Foto zeigt sie im typischen Blazer mit schwarzer Hose und schwarzem Mund-Nase-Schutz. Das Silvesterkonzert der Berliner Philharmoniker besuchte Merkel gemeinsam mit ihrem Ehemann Joachim Sauer.

├ťber Merkels Zukunftspl├Ąne ist nur wenig bekannt. Nach Darstellung ihrer langj├Ąhrigen B├╝roleiterin und Vertrauten Beate Baumann plant sie eine Autobiografie. Dem "Spiegel" sagte Baumann im Dezember: "Die Kanzlerin m├Âchte nicht ihr ganzes Leben nacherz├Ąhlen. Sie m├Âchte ihre zentralen politischen Entscheidungen in eigenen Worten erkl├Ąren, und mit R├╝ckgriff auf ihren Lebensweg." Das Buch werde ein gemeinsames Projekt von Merkel und Baumann, die seit fast 30 Jahren zusammenarbeiten, schrieb das Magazin. Laut Baumann ist es auf zwei bis drei Jahre angelegt, einen Verlag gebe es noch nicht.

Merkel selbst hatte sich vor dem Ende ihrer Amtszeit zur├╝ckhaltend ├╝ber ihre Pl├Ąne ge├Ąu├čert. Im September antwortete sie bei der 750-Jahr-Feier ihrer Heimatstadt Templin in der Uckermark auf die Frage, ob sie k├╝nftig h├Ąufiger kommen werde, knapp: "Bestimmt." Die Ex-Kanzlerin besitzt dort ein Wochenendhaus. Es ist bekannt, dass sie sich dort gerne selbst um den Garten k├╝mmert.

Nachdenken, "was mich eigentlich interessiert"

Bei ihrem Abschiedsbesuch in den USA im Juli sagte Merkel, sie wolle nach ihrer Amtszeit eine Pause einlegen und nachdenken, "was mich so eigentlich interessiert". In den vergangenen 16 Jahren habe sie daf├╝r nur wenig Zeit gehabt. "Und dann werde ich vielleicht versuchen, was zu lesen, dann werden mir die Augen zufallen, weil ich m├╝de bin, dann werde ich ein bisschen schlafen, und dann schauen wir mal."

Der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" sagte sie im Oktober: "Jetzt schaue ich, dass ein paar Sachen folgen, die als Bundeskanzlerin etwas zu kurz kamen, vielleicht etwas reisen oder lesen oder einfach mal Mu├če haben in dem Wissen, dass nicht in den n├Ąchsten zwanzig Minuten schon wieder etwas Umw├Ąlzendes passieren kann. Darauf freue ich mich."

Seit ihrem Auszug aus dem Kanzleramt arbeitet Merkel in einem B├╝ro in einem Bundestagsgeb├Ąude. Beim Abschied von der Unionsfraktion im Dezember hatte sie nach damaligen Informationen aus Teilnehmerkreisen gesagt, sie ziehe in "Margot Honeckers B├╝ro" in der Stra├če Unter den Linden ein - wo auch Helmut Kohls B├╝ro als Altkanzler gewesen sei. Die Ehefrau des damaligen DDR-Staats- und Parteichefs Erich Honecker hatte in der DDR Unter den Linden residiert.

Ihren wom├Âglich ersten ├Âffentlichen politischen Auftritt nach dem Ende ihrer Amtszeit d├╝rfte Merkel am 13. Februar haben. Die CDU-Landtagsfraktion in Mecklenburg-Vorpommern hat die Altkanzlerin f├╝r die Bundesversammlung nominiert, die den n├Ąchsten Bundespr├Ąsidenten w├Ąhlt. Aller Voraussicht nach wird Bundespr├Ąsident Frank-Walter Steinmeier f├╝r eine zweite Amtszeit best├Ątigt. Merkel hatte ihren Bundestagswahlkreis in Vorpommern.

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