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Internationale Presse blickt auf TV-Duell: "Le Pen bedroht Europa"

Von dpa, t-online, MaM

Aktualisiert am 21.04.2022Lesedauer: 4 Min.
Viele Versprechungen und Angriff wegen Russland: So lief das erste und einzige TV-Duell zwischen Le Pen und Macron. (Quelle: Reuters)
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Der Wahlkampf in Frankreich geht in die heiße Phase: Kurz vor der Stichwahl lieferten sich die Konkurrenten Emmanuel Macron und Marine Le Pen ein TV-Duell. Die internationale Presse zieht eine kritische Bilanz.

Am Mittwochabend lieferten sich die beiden französischen Präsidentschaftskandidaten Marine Le Pen und Emmanuel Macron in einem TV-Duell einen hitzigen Schlagabtausch. Mit Spannung war erwartet worden, ob die beiden Kontrahenten sich wie im Duell vor der Präsidentschaftswahl 2017 Beschimpfungen und persönliche Angriffe leisten würden.

Dieses Mal zeigten sich die Kandidaten allerdings von ihrer besseren – wenn auch nicht besten – Seite, urteilt die internationale Presse am Donnerstag. Ein Überblick:

Die spanische Zeitung "La Vanguardia" titelte am Donnerstag "Le Pen bedroht Europa". Das Blatt sieht in dem DV-Duell einen Vorgeschmack auf die Stichwahl am kommenden Sonntag: "Die zweite Runde (der Präsidentenwahl) (...) kann eine reine Formsache werden, wenn Emmanuel Macron gewinnt, wie dies alle Umfragen vorhersagen. Oder sie kann bei einem Sieg der rechtsextremen Kandidatin Marine Le Pen zu einem historischen Ergebnis mit unabsehbaren Folgen führen. Die Entscheidung der französischen Wähler wird nicht nur für ihr Land wichtig sein, sondern auch die Zukunft der EU stark beeinflussen. Der lange und komplexe Prozess des europäischen Aufbauwerks könnte bedrohlich ins Stocken geraten, wenn eine der Säulen, auf denen diese Arbeit ruht, wegfällt. Denn Le Pen will die gesamte Funktionsweise der Union und die Beziehungen souveräner Staaten zu Brüssel verändern, dessen Institutionen nach ihren Worten "antidemokratisch" sind."

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Die britische "BBC" zog Parallelen zwischen dem Auftreten Macrons und Le Pens bei dem TV-Duell 2017 und dem am Mittwochabend: "Ihr Coaching hat sich ausgezahlt", lautet das Urteil der Zeitung zu Marine Le Pen. "In dreistündiger Auseinandersetzung zeigte sie ein weitaus besseres Verständnis ihrer Dossiers. Sie sprach fließend und hatte manchmal das letzte Wort über Präsident Macron (...)." Doch: "Obwohl die rechtsextreme Kandidatin in Bezug auf Fakten und Zahlen sicherlich weitaus besser war als zuvor, war sie dem Präsidenten immer noch nicht gewachsen." Dieser gab seiner Konkurrentin "nie das Gefühl, auf festem Boden zu stehen. Seine Angriffe auf Marine Le Pen wegen des russischen Kredits, wegen Europa und wegen des islamischen Kopftuchs trafen alle ein."

Emmanuel Macron (l), Präsident von Frankreich und Spitzenkandidat der zentrischen Partei "La Republique en Marche (LREM)", und Marine Le Pen, Präsidentschaftskandidatin der rechtsextremen Partei "Rassemblement National" (RN): Sie lieferten sich am Mittwochabend ein TV-Duell.
Emmanuel Macron (l), Präsident von Frankreich und Spitzenkandidat der zentrischen Partei "La Republique en Marche (LREM)", und Marine Le Pen, Präsidentschaftskandidatin der rechtsextremen Partei "Rassemblement National" (RN): Sie lieferten sich am Mittwochabend ein TV-Duell. (Quelle: Ludovic Marin/Pool AFP/AP/dpa-bilder)

Die österreichische Zeitung "Der Standard" zog ein ähnliches Résumé, ließ aber auch Macron nicht ohne Kritik davonkommen: Macron und Le Pen erwiesen sich in Stil und Strategie "als sehr unterschiedlich". "Le Pen, früher als 'Polterin' bekannt, gab sich ruhig und zurückhaltend; Macron wirkte hinter seiner Fassade der Lockerheit recht angespannt und fiel seiner Kontrahentin immer wieder ins Wort. Offensichtlich befürchtete er nicht, als selbstgefällig und rechthaberisch dazustehen. 'Ich informiere Sie ...', sagte der Präsident mehrfach zu der Rechtsnationalen, die im Unterschied zu ihrem ersten, völlig verpatzten Duell im Jahre 2017 gut in Form war und so oft wie möglich lächelte. (...) Auf die Dauer schaffte sie es, sich als rundum normale Kandidatin in Szene zu setzen, die sich in erster Linie 'für das Volk' einsetze, wie sie unablässig betonte.

In der Sache gelang es Macron hingegen, Le Pen mehrmals in die Enge zu treiben. So hielt er ihr vor, sie habe von einer russischen Bank aus dem Umfeld von Präsident Wladimir Putin im Jahr 2015 einen Millionenkredit erhalten. Er tönte an, das sei wohl die Belohnung dafür gewesen, dass Le Pen zuvor die Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim anerkannt habe. (...) Für Le Pen war es nach ihrem Fiasko 2017 allerdings schon ein Erfolg, dass sie sich in der ersten Hälfte der dreistündigen Monsterdebatte mit großer Publikumsreichweite keine eklatante Blöße gab. Inhaltlich erwies sie sich meist als ebenbürtig, obwohl Macron bei solchen Gelegenheiten jeweils sehr schlagfertig ist. Nicht zum ersten Mal ließ er es aber an Bescheidenheit und Empathie mangeln."

Die deutsche "Welt" schrieb am Donnerstag: "Nach drei Stunden Schlagabtausch kann man sagen, dass es beiden nicht gelungen ist, ihr Image zu korrigieren. Le Pens kaschierter Frexit dürfte vielen weiter Angst machen. Und den vielen Muslimen im Land die Tatsache, dass sie den Schleier in der Öffentlichkeit verbieten will.

Doch auch Macron bekommt in Sachen Haltung klaren Punktabzug. Streckenweise schien er so gelangweilt und angestrengt von seiner Gegnerin, dass er an seinem Schreibtisch fast zusammenfiel oder gequält den Kopf aufstützte. Das Fazit lautet: Er hat ihre Inkompetenz bloß gelegt, sie seine Überheblichkeit."

Marine Le Pen, Präsidentschaftskandidatin der rechtsextremen Partei "Rassemblement National" (RN), trifft im Fernsehstudio ein: Sie zeigte sich ruhiger als noch 2017 – faktensicher war sie allerdings nicht, urteilt die Presse.
Marine Le Pen, Präsidentschaftskandidatin der rechtsextremen Partei "Rassemblement National" (RN), trifft im Fernsehstudio ein: Sie zeigte sich ruhiger als noch 2017 – faktensicher war sie allerdings nicht, urteilt die Presse. (Quelle: Francois Mori/AP/dpa-bilder)

Für die französische Tageszeitung "Le Figaro" zeigte sich am TV-Duell die Spaltung des Landes. Sie kommentierte am Donnerstag: "Emmanuel Macron zeigte wieder einmal eine klare Überlegenheit in Wirtschaftsfragen (...) Marine Le Pen konnte ihr technisches und rhetorisches Niveau im Vergleich zu ihrer letzten Debatte zwar deutlich steigern. Dennoch gelang es ihr nie, klar zu dominieren, den allgemeinen Eindruck einer erworbenen und anhaltenden Legitimität Emmanuel Macrons auf den Kopf zu stellen und die wiederholten Angriffe des Staatschefs zu kontern.

Er ging das Risiko ein, wie ein Lehrmeister zu wirken, und sie, wie ein guter Schüler. Doch was aus diesem energischen, teils aggressiven und stets interessantem Gespräch hervorgeht, ist ein unaufhebbarer Gegensatz. Zwei Frankreiche standen sich gegenüber und ein drittes fühlte sich hinauskomplementiert."

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