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Separatisten verschleppen Ukrainer und schicken sie ins Gefecht

Von Liesa Wölm

05.05.2022Lesedauer: 3 Min.
Separatisten der "Volksrepublik" Donezk tragen die Leiche eines Kameraden: Frauen bangen um das Leben ihrer Männer.
Separatisten der "Volksrepublik" Donezk tragen die Leiche eines Kameraden: Frauen bangen um das Leben ihrer Männer. (Quelle: Itar-Tass/imago-images-bilder)
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Im Donbass sollen prorussische Separatisten Ukrainer entführen und zum Kampf zwingen – gegen ihr eigenes Land. Angehörige sind besorgt, die Männer nie wiederzusehen. Sie berichten Erschreckendes.

In den "Volksrepubliken" im ostukrainischen Donbass werden Männer offenbar gezwungen, gegen das eigene Land zu kämpfen. Ende April beklagte sich das ukrainische Verteidigungsministerium bereits darüber, dass Kremlchef Wladimir Putin eine Zwangsmobilisierung in den besetzen Gebieten der Oblaste Saporischschja und Cherson plane. "Tatsächlich ist dies ein Versuch, die Ukraine durch die Hände der Ukrainer selbst zu zerstören", hieß es in einem Tweet.


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Nun werden immer mehr Berichte über Zwangsrekrutierungen durch prorussische Separatisten in den abtrünnigen Gebieten öffentlich. Im Gespräch mit dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" berichtet eine Frau, die aus Luhansk stammt, dass sie sich um ihren Bruder sorge, der noch in der selbsternannten Volksrepublik lebe. Sie selbst sei vor einigen Wochen nach Deutschland geflohen und versuche so oft es geht, mit ihrem Bruder zu telefonieren.

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"Ich frage ihn, ob er keine Angst hat, dass die Nachbarn ihn denunzieren", erzählt die Frau dem "Spiegel". Der 35-Jährige verstecke sich jedoch. Andere Verwandte seien verschwunden und hätten später Nachrichten von der Front geschickt. Einer habe geschrieben, er sei am Leben, aber müsse kämpfen. Ein anderer sammle wohl Leichen ein, sagt die Frau dem Nachrichtenmagazin.

Mann wird von Uniformierten abgeführt

Auf einem Telegramkanal namens "Batman DNR" – DNR steht für Volksrepublik Donezk – findet sich ein Video einer angeblichen Zwangsrekrutierung in Luhansk. Ein Mann will fliehen, doch er kommt nur wenige Meter weit. Er wird von Soldaten umstellt, ein Uniformierter hebt sein Sturmgewehr, ein anderer schlägt dem Mann in den Bauch und zwingt ihn in die Knie – dieser schreit und flucht, während er abgeführt wird. "Das ist alles, was man über die 'freiwillige' Mobilisierung in den Republiken wissen muss", schreibt der Administrator, der aus Angst vor Strafen anonym bleiben will, in der Telegramgruppe zu den Aufnahmen.

Dem "Spiegel" zufolge berichten Einwohner der "Volksrepubliken" von derartigen Festnahmen auf der Straße oder der schlechten oder nicht vorhandenen Ausbildung der rekrutierten Männer. Auf dem Telegramchannel "Batmann DNR" veröffentlichte der Administrator einen Brief, den Ehefrauen und Mütter angeblich zwangsrekrutierter Männer an die De-facto-Regierung von Donezk gerichtet haben. Sie kritisieren darin die "legale Verschleppung", Vertreter der DNR entführten die ukrainischen Männer auf dem Weg zur Arbeit, zur Universität oder zum Supermarkt.

Sie werfen den Separatisten außerdem vor, auch Männer zu rekrutieren, die wegen schwerer gesundheitlicher Probleme einst vom Wehrdienst befreit wurden. Dem Brief zufolge soll es bereits zwei Tage vor der russischen Invasion in die Ukraine erste Fälle gegeben haben. Die Angaben lassen sich jedoch nicht unabhängig prüfen.

Männer zwischen 18 und 55 Jahren werden zwangsrekrutiert

Doch auch die russische Zeitung "Nowaja Gaseta" berichtete bereits mehrmals von Zwangsmobilisierungen. Ein Mädchen aus Donezk hat dem Medium berichtet, wie all seine Kommilitonen, Verwandten und Bekannten verschwunden seien. Keiner von ihnen habe zuvor in der Armee gedient. Es gebe Kontrollpunkte, an denen Fahrzeuge kontrolliert würden.

Wenn ein Mann zwischen 18 und 55 Jahre alt sei, werde er in einen Transporter gesetzt und zu Mobilisierungspunkten gebracht, erzählt die Zeugin. Es gebe keinen Ausweg. "Viele Männer sitzen seit drei Wochen einfach zu Hause in den Erdgeschossen, gehen so, dass sie nicht durch Fenster gesehen werden können, und versuchen abends, nicht das Licht einzuschalten", sagte sie der "Nowaja Gaseta" Mitte März.

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Einem weiteren Bericht der Zeitung zufolge werden die Männer bereits angehalten, wenn sie ein Geschäft betreten. Wenn man keine Dokumente vorweisen kann, werde man zur Feststellung der Identität zur Polizei gebracht. Wenn ein Ausweis vorliege, werde die Person direkt zum Mobilisierungspunkt gebracht. Es gebe keine Informationen über den Verbleib der Betroffenen, da den meisten die Handys abgenommen würden.

Separatisten als "Köder" genutzt

Wenn die Männer an den Sammelstellen angekommen sind, dauere die Ausbildung für den Krieg keine 30 Minuten, heißt es in dem Brief der Frauen im Telegramchannel. Auch die Verpflegung sei schlecht. Die Truppen der Separatisten würden teils als "Köder" genutzt, um Positionen der ukrainischen Armee aufzuspüren. Die Frauen befürchten, dass bereits Tausende Männer getötet wurden.

Von Russland unterstützte Separatisten haben 2014 die östlichen Teile der ukrainischen Bezirke Luhansk und Donezk besetzt und dort unabhängige "Volksrepubliken" ausgerufen. Kurz vor dem Beginn des russischen Krieges gegen die Ukraine am 24. Februar erkannte Kremlchef Putin die Gebiete als unabhängig an. Seit Mitte April konzentrieren sich die Angriffe der russischen Armee auf den Osten des Landes und die Ausweitung der Gebiete der "Volksrepubliken". Russlands Verteidigungsministerium zufolge würden die Streitkräfte "ihren Plan zur Befreiung der Volksrepubliken Donezk und Luhansk konsequent erfüllen".

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