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Großbritannien: Rishi Sunaks Wahlkampfchef muss wegen dubioser Wette gehen


Vor den Neuwahlen am 4. Juli
Sunaks Wahlkampfmanager muss wegen dubioser Wette gehen

Von t-online
20.06.2024Lesedauer: 3 Min.
imago images 0479284551Vergrößern des BildesRishi Sunak (Archivbild): Für den amtierenden Premier wird die Luft kurz vor den Neuwahlen immer dünner. (Quelle: IMAGO/imago)
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Bisher läuft der Wahlkampf für die in Großbritannien regierenden Tories alles andere als gut. Nun lässt sich auch noch der Kampagnenmanager beurlauben.

Der Wahlkampfdirektor der britischen Konservativen, Tony Lee, wird von der Glücksspielkommission untersucht. Dabei geht es um eine angebliche Wette bezüglich des Zeitpunkts der Neuwahlen, berichtet die BBC. Lee hat am vergangenen Mittwoch eine Auszeit von seiner Arbeit genommen.

Die Untersuchung betrifft auch Laura Saunders, Lees Ehefrau und Kandidatin der Konservativen für den Bezirk Bristol Nordwest. Die Tageszeitung "Telegraph" berichtet, dass bisher nicht bekannt ist, wann das Paar die vermeintlichen Wetten platzierte oder um welche Geldsumme es sich handelt.

Der Sprecher der konservativen Partei erklärte der BBC: "Wir wurden von der Glücksspielkommission über eine kleine Anzahl von Einzelpersonen kontaktiert. Da die Glücksspielkommission ein unabhängiges Gremium ist, wäre es nicht angemessen, weitere Kommentare abzugeben, bis ein Verfahren abgeschlossen ist." Oppositionschef Keir Starmer, dessen Labour-Partei in Umfragen führt, forderte Aufklärung. "Es ist erstaunlich, dass wir uns in dieser Lage befinden", sagte Starmer. Sunak müsse Rechenschaft ablegen, wer genau was gewusst habe.

"Es wäre zutiefst falsch"

Die Glücksspielkommission betonte ihrerseits, dass sie das Glücksspiel im Interesse der Verbraucher und der breiten Öffentlichkeit reguliere. "Derzeit untersucht die Kommission die Möglichkeit von Verstößen in Bezug auf das Datum der Wahl."

Der britische Arbeitsminister Michael Gove äußerte sich ebenfalls zu dem Vorfall und sagte laut BBC: "Es wäre zutiefst falsch", wenn jemand "Insiderinformationen" zum Wetten genutzt habe.

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Diese Vorfälle haben innerhalb kürzester Zeit zu einer weiteren Kontroverse im britischen Wahlkampf geführt. Labour-Parteichef Sir Keir Starmer betonte, dass ein solcher Fall bei seiner Partei nicht toleriert worden wäre: "Wäre es einer meiner Kandidaten, sie wären weg und ihre Füße hätten den Boden nicht berührt", zitiert ihn der "Telegraph".

Pikantes Detail: Am Mittwochnachmittag teilte Sunaks Torie-Partei ein Werbevideo bei X. Es zeigt ein Roulette-Rad, die Kugel bleibt bei "More Tax" (Steuererhöhung) liegen. Die Botschaft dazu: "Wer auf die Labour-Partei setzt, kann nicht gewinnen." Am Donnerstag löschten die Tories das Video mit Glücksspiel-Bezug wieder.

Umfragen sagen krachende Niederlage für Tories voraus

Der britische Premierminister Rishi Sunak hatte Ende Mai Neuwahlen für den 4. Juli ausgerufen. Knapp zwei Wochen vor den Abstimmungen hat Sunak einen schlechten Stand, könnte sogar seinen eigenen Sitz im Parlament verlieren. Der "Telegraph" veröffentlichte am Mittwoch eine entsprechende Savanta-Umfrage. Allerdings werde ein sehr knappes Ergebnis erwartet. Dies gelte für insgesamt 100 der 650 Sitze im Unterhaus, wo deswegen Vorhersagen schwierig seien. Befragt wurden etwa 18.000 Personen vom 7. bis zum 18. Juni.

Allgemein sagen Meinungsforschungsinstitute eine vernichtende Niederlage für Sunaks Konservative voraus. Savanta geht davon aus, dass sie nur noch über 53 Sitze verfügen werden, während Labour auf 516 kommen dürfte. Eine ebenfalls am Mittwoch veröffentlichte Erhebung von YouGov geht von 425 Sitzen für Labour aus, was immer noch die größte Zahl in ihrer Geschichte sein würde. Demnach kämen die Konservativen auf 108 Sitze.

Wegen des "First-Past-The-Post"-Wahlsystems in Großbritannien droht den Konservativen bei der Verteilung der Sitze eine noch deutlichere Niederlage, als es Prozentzahlen bei Umfragen suggerieren. Ähnlich wie in den USA und Indien geht der jeweilige Sitz eines Wahlkreises an den Kandidaten, der dort die meisten Stimmen erhält. Damit muss die Mehrheitsverteilung im Parlament nicht der Beliebtheit der Parteien in der Bevölkerung entsprechen.

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