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Klimakonferenz in Madrid: 36 Stunden überzogen – noch nie dauerte sie so lange

36 Stunden überzogen  

Quälender Klimagipfel in Madrid – Kritik an Konferenzleitung

15.12.2019, 12:17 Uhr | dpa, mvl

Klimakonferenz in Madrid: 36 Stunden überzogen – noch nie dauerte sie so lange. Carolina Schmidt: Die chilenische Umweltministerin leitet den Klimagipfel in Madrid. (Quelle: Reuters/Nacho Doce)

Carolina Schmidt: Die chilenische Umweltministerin leitet den Klimagipfel in Madrid. (Quelle: Nacho Doce/Reuters)

Eigentlich sollte der Gipfel zur Rettung des Klimas längst beendet sein, doch in der spanischen Hauptstadt wird immer noch verhandelt. Es kommt Kritik an der der Leitung der Konferenz auf.

Noch nie hat eine Weltklimakonferenz ihre Beratungen so lange überzogen wie in diesem Jahr. Am Sonntagmorgen wurde in Madrid weiter verhandelt – mehr als 36 Stunden nach dem ursprünglich geplanten Ende. Dennoch lagen die knapp 200 vertretenen Staaten in ihren Positionen zuletzt noch weit auseinander. "Es ist ein harter Kampf, hier wenigstens keine Rückschritte zu erleiden", hieß es am Morgen aus Kreisen der deutschen Delegation.

Zuletzt war unklar, ob eine Einigung auf Regeln für den internationalen Handel mit Klimaschutz-Gutschriften gelingt. Dies war eines der wenigen konkreten Verhandlungsziele der diesjährigen UN-Konferenz, die seit dem 2. Dezember tagt.

Den Rekord hielt bislang Durban

Bisheriger Rekordhalter als längste UN-Klimakonferenz war das Treffen 2011 im südafrikanischen Durban, das um 6.30 Uhr geendet hatte. Dies berichteten erfahrene Klimareporter vor Ort, und auch das Bundesumweltministerium bestätigte dies.

Etliche Delegierte mussten inzwischen abreisen, darunter die meisten Minister. Auch Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) ist inzwischen nicht mehr in Madrid. Viele Umwelt- und Hilfsorganisationen haben die Konferenz schon abgeschrieben – was hier geschehe, werde der beim Klimaschutz gebotenen Eile nicht gerecht, kritisieren sie.

Ein Vertreter Papua-Neuguineas äußerte offen Kritik an der Organisation der Verhandlungen unter der chilenischen Umweltministerin Carolina Schmidt. In den sechs Stunden zuvor seien 90 Prozent der Teilnehmer nicht aktiv in den Prozess eingebunden gewesen. "Das wird nicht zu einer Einigung führen." Es gehe um ein weltweites Problem, das eine weltweite Lösung brauche. "Und jedes hier vertretene Land muss spüren, dass sie etwas dazu beitragen können." Dafür gab es Applaus. Schmidt stimmte zu, dass Transparenz und Beteiligung wichtig seien. In den Verhandlungen werden immer wieder kleinere Arbeitsgruppen gebildet.

In Madrid wird seit zwei Wochen vor allem über drei Themen verhandelt: Regeln für den internationalen Handel mit Klimaschutz- Gutschriften, finanzielle Unterstützung der reicheren Industriestaaten für die ärmeren Länder und die Aufforderung, im kommenden Jahr ehrgeizigere nationale Pläne für den Klimaschutz vorzulegen. Viele Umwelt- und Hilfsorganisationen haben die Konferenz schon abgeschrieben - was hier geschehe, werde der beim Klimaschutz gebotenen Eile nicht gerecht, kritisieren sie.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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