Sie sind hier: Home > Politik > Ausland > Internationale Politik >

Blogger Protassewitsch in Belarus in Hausarrest versetzt

Erzwungene Flugzeuglandung  

Blogger Protassewitsch in Belarus in Hausarrest versetzt

25.06.2021, 10:45 Uhr | dpa

Blogger Protassewitsch in Belarus in Hausarrest versetzt. Der belarussische Journalist und Oppositionsaktivist Roman Protassewitsch: 2019 verließ er Belarus und ging nach Polen.  (Quelle: dpa)

Der belarussische Journalist und Oppositionsaktivist Roman Protassewitsch: 2019 verließ er Belarus und ging nach Polen. (Quelle: dpa)

Der Blogger und Aktivist Roman Protassewitsch wurde von Belarus festgenommen und saß seitdem in Haft. Nun wurden er und seine Freundin in Hausarrest versetzt, melden Oppositionelle. 

Der in Belarus bei einer Zwangslandung eines Ryanair-Flugzeugs festgenommene Blogger Roman Protassewitsch und seine Freundin Sofia Sapega sollen in Hausarrest verlegt worden sein. Das teilte die belarussische Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja am Freitag in ihrem Exil in der EU mit.

Auch die russische Botschaft in Minsk teilte mit, dass Sapega in Hausarrest versetzt sei. Die britische BBC meldete unter Berufung auf Protassewitschs Vater, dass sein Sohn nicht mehr im Gefängnis sei. Eine Bestätigung von den Behörden in Minsk gab es zunächst nicht.

"Weder die offiziellen Stellen noch unsere Anwälte haben uns das bisher bestätigt", sagte die Mutter des Bloggers, Natalia Protassewitsch, der Deutschen Presse-Agentur. Über eigene Kanäle habe man lediglich erfahren, dass die "Präventionsmaßnahmen" für ihren Sohn geändert worden seien, die Anklagepunkte der Staatsanwaltschaft aber weiter bestehen. Ihre in Minsk lebende Tochter sei am Donnerstagabend zu einer ihr angegebenen Adresse gefahren, habe den Bruder dort angetroffen und ihm Essen und Kleidung übergeben, sagte die 46-Jährige, die im polnischen Exil lebt.

"Hausarrest – das ist keine Freiheit"

Swetlana Tichanowskaja sprach von einer "guten Nachricht". Zugleich betonte sie: "Hausarrest – das ist keine Freiheit." Protassewitsch und Sapega seien "Geiseln" des Systems von Lukaschenko, sie seien weiter angeklagt und stünden unter dem Druck ihrer Peiniger. "Wir sind in Kontakt mit Romans Eltern – ihnen wird gar nichts gesagt über ihren Sohn, und sie haben keine Möglichkeit, selbst mit ihm zu sprechen. Sie sind überzeugt, dass das Regime ein Spiel treibt und dabei die Leben von Roman und Sofia benutzt." Zudem säßen weiter mehr als 500 Gefangene in belarussischen Gefängnissen.

Die umstrittene Festnahme Protassewitschs und seiner Freundin hatte zu massiver Kritik im Westen geführt und zu neuen Sanktionen. Belarussische Behörden hatten am 23. Mai eine von Athen nach Vilnius fliegende Ryanair-Passagiermaschine zu einer Zwischenlandung in Minsk gezwungen. Der in dem Flieger reisende Blogger und Oppositionsaktivist Protassewitsch und seine Freundin Sapega wurden dann dort festgenommen. Machthaber Alexander Lukaschenko sieht sich nach der Operation, bei der auch ein Kampfjet aufgestiegen war, wegen eines gefährlichen Eingriffs in den Luftraum in der Kritik.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Weltbild.detchibo.deOTTODeichmannbonprix.deLIDLBabistadouglas.deamazon.de

shopping-portal

Hinweis:

Der Internet Explorer wird nicht länger von t-online unterstützt!

Um sicherer und schneller zu surfen, wechseln Sie jetzt auf einen aktuellen Browser.

Wir empfehlen unseren kostenlosen t-online-Browser: