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Chemiewaffen-Experten: Wohl Einsatz von Giftgas in Syrien

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Vorfall im Februar  

Experten sehen Belege für Giftgaseinsatz in Syrien

16.05.2018, 10:52 Uhr | AFP, dpa, job

Chemiewaffen-Experten: Wohl Einsatz von Giftgas in Syrien. Luftangriffe auf Sarakib Ende Januar: Die OPCW hat mitgeteilt, dass dort Anfang Februar "wahrscheinlich" Chlorgas als Waffe genutzt wurde. (Quelle: dpa/Taym El Fares/Anadolu Agency)

Luftangriffe auf Sarakib Ende Januar: Die OPCW hat mitgeteilt, dass dort Anfang Februar "wahrscheinlich" Chlorgas als Waffe genutzt wurde. (Quelle: Taym El Fares/Anadolu Agency/dpa)

Die Chemiewaffen-Experten der OPCW sagen, dass in Syrien Chlor "wahrscheinlich als chemische Waffe" benutzt wurde. Es geht dabei aber nicht um den jüngsten Vorfall in der Stadt Duma.

Die Organisation für das Verbot Chemischer Waffen (OPCW) hat den Einsatz von Giftgas bei einem Angriff in Syrien im Februar als "wahrscheinlich" bezeichnet. Eine Erkundungsmission sei zu dem Ergebnis gekommen, dass in der Stadt Sarakib in der Region Idlib am 4. Februar Chlorgas aus Zylindern freigesetzt worden sei. Das Chlorgas sei "wahrscheinlich als chemische Waffe eingesetzt worden", teilt die OPCW mit.

Die Experten stützen ihre Erkenntnisse zum einen auf zwei 1,4 Meter hohe, zylinderförmige Gefäße, die dort gefunden wurden. Bei diesen inzwischen stark beschädigten Gefäßen konnte der OPCW zufolge nachgewiesen werden, dass sie zuvor Chlor enthalten hatten.

Patienten zeigten entsprechende Symptome

Sie sprachen zudem mit Zeugen und Patienten, die in Krankenhäusern behandelt wurden. Sie zeigten demnach Symptome, die auch Menschen aufweisen, die Chlor oder anderen Giftgasen ausgesetzt gewesen sind. Außerdem nahmen die Experten Proben aus der Umgebung, die ein ungewöhnlich hohes Vorkommen von Chlorgas aufwiesen.

Syrische Aktivisten hatten am 4. Februar gemeldet, dass elf Menschen nach Luftangriffen von Regierungstruppen in Sarakib mit Atembeschwerden behandelt worden seien. Auch in den Folgewochen war die syrische Regierung beschuldigt worden, bei der Rückeroberung der Rebellenhochburg Ost-Ghuta mehrfach Giftgas eingesetzt zu haben.

Bericht zu Duma liegt noch nicht vor

Am meisten Aufsehen erregte der mutmaßliche Giftgaseinsatz im April in Duma. Die OPCW hat dort ihre Untersuchungen zwar inzwischen beendet. Ihren Bericht zu den Geschehnissen hat sie allerdings noch nicht veröffentlicht. Westliche Staaten machen die Armee von Präsident Baschar al-Assad verantwortlich. Die syrische Regierung streitet das ab und beschuldigt Rebellen, den Giftgaseinsatz inszeniert zu haben. 

Wer für einen möglichen Giftgasangriff verantwortlich ist, wird der Bericht zu Duma allerdings nicht enthüllen – genauso wenig wie jetzt in Sarakib. Die OPCW betont immer wieder, dass sie kein Mandat besitzt, die Verantwortlichen für einen möglichen Einsatz von verbotenen Chemiewaffen festzustellen. Ihre Aufgabe beschränkt sich lediglich darauf, festzustellen, ob Chemiewaffen eingesetzt wurden.

OPCW-Generaldirektor verurteilt Einsatz 

Der Generaldirektor der OPCW, Ahmet Üzümcü, verurteilte den Einsatz chemischer Waffen "von jedem, aus welchen Gründen und unter welchen Umständen auch immer". Ihr Einsatz widerspreche der Chemiewaffenkonvention.

Die OPCW hat ihr Mandat für Syrien nach eigenen Angaben 2014 erhalten – nachdem es wiederholte Verdachtsfälle für den Einsatz von Giftgas im syrischen Bürgerkrieg gegeben hatte. Das Mandat besteht bis heute fort. Die Experten gehen bei ihren Untersuchungen immer nach einem bestimmten Muster vor. So hat die OPCW seit 2014 schon mehrfach "mit einem hohen Grad an Sicherheit" bestätigt, dass in Syrien Chlor, Senfgas und Sarin als Waffen eingesetzt wurden.

Verwendete Quellen:

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