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Afghanistan: Gesundheitswesen laut UN häufig Ziel von Angriffen

Inmitten der Corona-Pandemie  

Afghanistan: Gesundheitswesen laut UN häufig Ziel von Angriffen

21.06.2020, 20:36 Uhr | AFP

Afghanistan: Gesundheitswesen laut UN häufig Ziel von Angriffen. Ein Krankenhauszimmer nach einem Angriff im Mai: Inmitten der Corona-Pandemie gab es vermehrt gezielte Angriffe auf medizinische Einrichtungen. (Quelle: dpa/Rahmatullah Alizadah/XinHua)

Ein Krankenhauszimmer nach einem Angriff im Mai: Inmitten der Corona-Pandemie gab es vermehrt gezielte Angriffe auf medizinische Einrichtungen. (Quelle: Rahmatullah Alizadah/XinHua/dpa)

In den vergangenen Monaten hat es in Afghanistan vermehrt Attacken auf Einrichtungen des Gesundheitswesens gegeben. Dafür verantwortlich sind oft die Taliban – aber nicht immer.

Die UNO hat gezielte Angriffe auf medizinische Einrichtungen und deren Mitarbeiter in Afghanistan mitten in der Corona-Pandemie kritisiert. Die UN-Mission für Afghanistan (Unama) erklärte am Sonntag, vom 11. März bis zum 23. Mai seien zwölf solcher Angriffe registriert worden. Für acht Angriffe waren demnach die radikalislamischen Taliban verantwortlich, für drei afghanische Sicherheitskräfte. Zu einem Angriff auf eine Kabuler Geburtsstation, der Ende Mai weltweit für Entsetzen gesorgt hatte, hat sich bislang noch niemand bekannt.

Bei dem Angriff auf die Geburtsstation des Dascht-e-Bartschi-Krankenhauses waren am 23. Mai 25 Menschen getötet worden, darunter 16 junge Mütter. Am vergangenen Montag hatte die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen angekündigt, die Arbeit in der Klinik einzustellen, weil weitere Angriffe nicht ausgeschlossen werden könnten.

"Gezielte Gewalttaten"

Unama-Chefin Deborah Lyons erklärte, in einer Zeit, in der humanitäre Maßnahmen dringend nötig seien, um in Afghanistan Menschenleben zu retten, hätten sowohl die Taliban als auch die afghanischen Sicherheitskräfte "gezielte Gewalttaten" verübt und damit die Gesundheitsversorgung des Landes beeinträchtigt.

Afghanische Sicherheitskräfte flogen den UN-Angaben zufolge im Mai einen Luftangriff nahe einer Klinik in der nordafghanischen Provinz Kundus. Das Ziel war demnach ein Fahrzeug mit verletzten Taliban-Kämpfern. Getötet wurden sieben Taliban-Kämpfer, aber auch zwei Zivilisten.

Bei einem weiteren Vorfall in einem Krankenhaus in der östlichen Provinz Nangarhar drohten afghanische Soldaten den Angaben zufolge damit, Ärzte zu erschießen, die sich weigerten den Leichnam eines toten Soldaten zu waschen. Der dritte Vorfall ereignete sich demnach in der Provinz Balkh, wo Soldaten mehrere Lastwagen anhielten und die für eine Klinik bestimmte Ladung mitnahmen.

In Afghanistan wurden bislang mehr als 28.000 Coronavirus-Infektionen und über 580 Todesfälle bestätigt. Experten gehen jedoch von einer hohen Dunkelziffer aus. Die Gewalt in Afghanistan hatte nach einer kurzzeitigen Waffenruhe im Mai nachgelassen, inzwischen nimmt sie aber wieder zu. Nach Behördenangaben vom Sonntag wurden binnen einer Woche bei Angriffen der Taliban 42 Zivilisten getötet und mehr als hundert weitere verletzt.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur AFP

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