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"Fire and Fury"-Autor im Buch: Donald Trump ist ein "Schwachkopf"

US-Präsident wütet  

Autor von Enthüllungsbuch: Jeder hält Trump für ein Kind

06.01.2018, 21:19 Uhr | dpa-AFX, jasch

"Fire and Fury"-Autor im Buch: Donald Trump ist ein "Schwachkopf". Donald Trump: Das Enthüllungsbuch "Fire and Fury" ist voller Vorwürfe gegen den US-Präsidenten. (Quelle: AP/dpa/Pablo Martinez Monsivais)

Donald Trump: Das Enthüllungsbuch "Fire and Fury" ist voller Vorwürfe gegen den US-Präsidenten. (Quelle: Pablo Martinez Monsivais/AP/dpa)

"Schwachkopf", "Idiot", "amtsunfähig": Das Enthüllungsbuch "Fire and Fury" ist voller saftiger Zitate über den US-Präsidenten. Trump ist sauer – jetzt legt der Autor nach.

Schon am Morgen war das Buch in manchen Buchhandlungen ausverkauft. Vor einem Geschäft, das extra schon um Mitternacht geöffnet hatte, bildeten sich Warteschlangen. Das mit Spannung erwartete Enthüllungsbuch "Fire and Fury" über US-Präsident Donald Trump kam am Freitag in die US-Buchläden - vier Tage früher als ursprünglich geplant. Der Verlag Henry Holt & Co begründete den Schritt mit einer "beispiellosen" Nachfrage.

Tatsächlich sind die Vorwürfe und Schilderungen des Autors Michael Wolff im Kern wohl nicht neu. Der US-Präsident wütet auf Twitter trotzdem über das Buch, bezeichnet es als "voller Lügen, Verfälschungen und nicht existierender Quellen".

Der Journalist Michael Wolff hat sein Buch nun gegen diese Vorwürfe von höchster Stelle verteidigt: In einem Interview des Senders NBC beharrte Wolff am Freitag darauf, dass jeder – "100 Prozent" – in der Umgebung des US-Präsidenten, mit dem er gesprochen habe, Trump für amtsunfähig halte. Sie hielten ihn für einen "Schwachkopf, einen Idioten", und alle sagten, er sei "wie ein Kind", schilderte Wolff. "Er braucht immer sofort Bestätigung. Es muss sich alles um ihn drehen."

Trump wollte angeblich gar nicht Präsident werden

Wolff zeichnet auf der Grundlage von sieben Monaten Recherche im Weißen Haus und angeblich 200 Interviews ein chaotisches Bild der Machtzentrale unter Trump. Auch behauptet er, der Ex-Immobilienmogul habe gar nicht Präsident werden wollen. Seine Frau Melania soll in Tränen ausgebrochen sein, als er gewonnen habe.

Der ehemalige Trump-Berater Steve Bannon erhebt in dem Buch schwere Vorwürfe gegen Familienmitglieder des Präsidenten, so gegen Sohn Donald Jr. und Schwiegersohn Jared Kushner. Trump sagte sich als Reaktion auf die angeblichen Äußerungen von seinem einstigen engen Vertrauten los.

Wolff bekräftigt, ihm sei von allen Seiten geschildert worden, dass sich Trump zunehmend häufig wiederhole, "alle zehn Minuten". Den früheren Trump-Chefstrategen Stephen Bannon, auf den er sich in seinem Buch unter anderem stützt, zitiert der Autor in diesem Zusammenhang mit den Worten: "Er (Trump) hat den Verstand verloren."

Wolff bleibt auch bei seiner Darstellung, dass er im Zuge seiner Recherchen für das Buch auch persönlich mit dem Präsidenten gesprochen habe, was dieser bestreitet. Trump, so Wolff, sei ein Mann, "der weniger Glaubwürdigkeit besitzt als vielleicht jeder, der jemals auf Erden gewandelt ist".

Trump droht dem Autor auch juristisch

Das Lager des US-Präsidenten hatte auch versucht, das Erscheinen des Buches juristisch zu verhindern. Ein Anwalt Trumps schrieb an Verlag und Autor, das Buch dürfe weder ganz noch in Teilen erscheinen. Medienberichten zufolge wurde dies unter anderem mit Vorwürfen übler Nachrede und Schmähungen begründet. Trumps Sprecherin Sarah Sanders erklärte dazu, es handele sich um keine Aktion der US-Regierung, sondern einen Vorstoß des persönlichen Anwalts von Trump.

Sanders wies zugleich Behauptungen, Trump habe den Wahlsieg 2016 gar nicht gewollt, als vollkommen lächerlich zurück. Auch sei es infam zu behaupten, Trump sei geistig nicht in der Lage, sein Amt auszuüben. Der Präsident beweise jeden Tag das Gegenteil. Andernfalls wäre das Jahr 2017 nicht so erfolgreich verlaufen, erklärte die Sprecherin. Sanders erklärte, die Betreiber der Webseite Breitbart News sollten darüber nachdenken, sich von Bannon zu trennen. Der 64-Jährige ist der Chef von Breitbart.

Nach einem Bericht der "Washington Post" distanzierte sich die konservative Spenderin Rebekah Mercer von Bannon. Sie war dem Vernehmen nach seine wichtigste Geldgeberin und griff auch großzügig für Trumps Wahlkampf in die Tasche. Der Präsident spendete ihnen am Freitag via Twitter Beifall dafür, dass sie "Sloppy Steve Bannon" fallengelassen hätten.

Wolff (64) kann derweil davon ausgehen, dass ihm mit "Fire and Fury" (Feuer und Zorn) der erste Bestseller seiner Karriere gelungen ist. Er hat bereits mehrere Bücher geschrieben, unter anderem über den Medienmogul Rupert Murdoch, und in den vergangenen Jahrzehnten als Kolumnist für das New York Magazine, Vanity Fair und den Hollywood Reporter gearbeitet. Dabei erregte er mit seinen scharfzüngigen Urteilen wiederholt Aufsehen, und Kritiker haben ihm Fehler und Ungenauigkeiten in seinen Darstellungen vorgeworfen.

Quelle:
- Nachrichtenagentur dpa-AFX

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