Sie sind hier: Home > Politik > Ausland > USA >

USA: Schwarzer Mann bei Polizeikontrolle in Minneapolis erschossen – Proteste

Große Proteste in Minneapolis  

Schwarzer bei Polizeikontrolle erschossen

12.04.2021, 09:34 Uhr | AFP, lw

US-Polizist erschießt jungen Schwarzen – Proteste in Minneapolis

Wütende Proteste am Sonntag in Minneapolis, im US-Bundesstaat Minnesota: Zuvor hatte ein Polizist einen jungen schwarzen Mann erschossen, nachdem er dessen Fahrzeug wegen eines Verkehrsverstoßes angehalten hatte. Das passiert nur etwa 16 Kilometer von dem Ort entfernt, an dem George Floyd bei seiner brutalen Verhaftung im vergangenen Mai getötet wurde. (Quelle: Reuters)

Proteste nach Polizeigewalt: In Minneapolis zeigten zahlreiche Menschen ihre Wut, nachdem ein Polizist einen jungen Schwarzen erschossen hatte. (Quelle: Reuters)


Rund ein Jahr nach dem gewaltsamen Tod von George Floyd ist nur wenige Kilometer entfernt ein schwarzer Mann bei einer Polizeikontrolle getötet worden. Die Bevölkerung in Minneapolis geht auf die Barrikaden. 

Bei einer Polizeikontrolle in einem Vorort der US-Stadt Minneapolis ist ein junger Afroamerikaner erschossen worden. Der 20-Jährige Daunte Wright starb am Sonntag, nachdem ein Polizist bei einer Verkehrskontrolle das Feuer auf ihn eröffnet hatte, wie die Polizeidirektion der Stadt Brooklyn Center im Bundesstaat Minnesota mitteilte. Am Abend versammelten sich Hunderte Demonstranten vor der örtlichen Polizeistation. Polizisten gingen mit Tränengas und Blendgranaten gegen sie vor.

Aufnahmen aus Minneapolis sehen Sie oben im Video oder hier.

Nach Behördenangaben war der junge Mann wegen eines Verkehrsdelikts angehalten worden. Dabei sei festgestellt worden, dass gegen ihn ein Haftbefehl vorlag. Die Beamten hätten versucht, ihn festzunehmen, woraufhin der 20-Jährige mit seinem Auto zu fliehen versuchte. Einer der Beamten habe auf den Wagen geschossen und den Fahrer getroffen. Der Mann sei noch mehrere Blocks weitergefahren, habe einen Unfall mit einem anderen Auto verursacht und sei dann gestorben, berichtete das US-Nachrichtenportal "NBC News". Eine Beifahrerin habe "nicht lebensbedrohliche Verletzungen" erlitten und sei in ein örtliches Krankenhaus gebracht worden.

Dem Bericht zufolge hätten die beteiligten Polizisten Körperkameras während des Einsatzes getragen. Behörden untersuchten die Schießerei. Die sofortige Veröffentlichung der Videos sei gefordert worden. 

Hunderte Demonstranten vor Polizeistation

Am Sonntagabend versammelten sich in Brooklyn Center mehrere hundert Demonstranten. Der Zeitung "Star Tribune" zufolge ging die Polizei mit Gummigeschossen gegen die Protestierenden vor. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete, seien mindestens zwei Demonstranten getroffen worden. Auf Fotos sind Menschen zu sehen, die auf den Motorhauben von Polizeiautos Fahnen der Bewegung "Black Lives Matter" schwenken. Nach rund einer Stunde zog sich die Polizei zurück. Die Protestierenden entzündeten Kerzen.

Rassistische Polizeigewalt in den USA: In den Vereinigten Staaten kommt es immer wieder zu umstrittenen Vorfällen zwischen Schwarzen und Polizeibeamten. Oftmals enden die Auseinandersetzungen für die Schwarzen tödlich, weil die Polizisten zu unrecht Gewalt anwenden. Die Bewegung "Black Lives Matter" demonstrierte 2020 vermehrt gegen Polizeigewalt und Rassismus in den USA.

Der Gouverneur von Minnesota, Tim Walz, schrieb auf Twitter, er beobachte die Situation genau. Er bete für die Familie von Daunte Wright, "während der Staat um ein weiteres Leben eines schwarzen Mannes trauert, das von den Strafverfolgungsbehörden genommen wurde."

Wenig später versammelten sich erneut Hunderte Demonstranten vor der örtlichen Polizeistation. Die Beamten setzten daraufhin Tränengas und Blendgranaten gegen die Menge ein, berichtete ein AFP-Journalist. Auf Twitter kursierten Videos von Ladenplünderungen.

Vorfall knapp ein Jahr nach Tod von George Floyd

Die Ereignisse am Sonntag seien "tragisch" gewesen, sagte Mike Elliott, Bürgermeister des Brooklyn Center, Reuters zufolge. "Wir fordern die Demonstranten auf, sich weiterhin friedlich zu verhalten und dass friedliche Demonstranten nicht mit Gewalt behandelt werden", so Elliott. 

Der Zwischenfall ereignete sich knapp ein Jahr nach dem gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd am 25. Mai 2020 im wenige Kilometer entfernten Minneapolis, der weltweit für Empörung gesorgt und in den USA beispiellose Anti-Rassismus-Proteste ausgelöst hatte. In Minneapolis läuft derzeit der Prozess gegen den weißen Polizisten Derek Chauvin, der dem 46-Jährigen nach seiner Festnahme wegen Falschgeldvorwürfen mehr als neun Minuten lang das Knie in den Nacken gedrückt hatte. Floyd verlor das Bewusstsein und starb.

Verwendete Quellen:

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Alba Modatchibo.deOTTODeichmannbonprix.deLIDLBabistadouglas.deamazon.de

shopping-portal