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MDR sagt Sendung nach Sturm der Entrüstung ab

Rassismusvorwürfe  

MDR sagt Sendung nach Sturm der Entrüstung ab

17.04.2018, 20:50 Uhr | so, t-online.de

MDR sagt Sendung nach Sturm der Entrüstung ab. Die geplanten Gäste der MDR-Sendung: Zwei von ihnen sagten nach heftiger Kritik am Sendekonzept ab. (Quelle: Screenshot: t-online.de/MDR)

Die geplanten Gäste der MDR-Sendung: Zwei von ihnen sagten nach heftiger Kritik am Sendekonzept ab. (Quelle: Screenshot: t-online.de/MDR)

Nach einem Sturm der Entrüstung hat das Sachsenradio eine Sendung abgesagt. Über "politische Korrektheit" sollte diskutiert werden. Dann rückte der Sender in die Kritik.

"Darf man heute noch 'Neger' sagen? Warum ist politische Korrektheit zur Kampfzone geworden?", fragt der MDR Sachsen im Ankündigungstweet zu der Radiosendung mit Thomas Lopaus. Dann geht der Shitstorm in den sozialen Medien los. Dass die Debatte zu "politischer Korrektheit" mit der Frage nach der Korrektheit des Begriffs eingeleitet wird, macht viele im Netz stutzig – und nicht nur das. 

In den Kommentaren zu dem Tweet spiegelt sich Wut und Empörung wider. Für viele Nutzer ist die geplante Debatte keine mehr. "Das Thema ist seit 20 Jahren durchdiskutiert", schreibt ein Nutzer. Viele sind sich einig: Der Begriff sei rassistisch und die Debatte überholt. Nicht der einzige Kritikpunkt.

Auch die geladenen Gäste sorgen für Unverständnis bei den Nutzern. Teilnehmer der Debatte sollten die frühere AfD-Politikerin Frauke Petry und Journalist Peter Hahne sein, Politikwissenschaftler Robert Feustel und Linke-Politikerin Kerstin Köditz. Sie alle sind: weiß. Wo sind die Betroffenen, die sich durch den Begriff ausgegrenzt fühlen können? Diese Frage ist in vielen der Kommentare zu finden. 

Der Sender versucht mehrmals, die Diskussion zu schlichten: "Die Sendung diskutiert politische Korrektheit nicht ausschließlich in Bezug auf den Begriff", schreibt der MDR. Es sei ein Beispiel von vielen. Wiederholt verweist der MDR in seinen Kommentaren auf den Artikel zur Sendung. Dort ist die Rede von einer Debatte über "Sprache, Herabsetzung aber auch unscharfe Politiker-Sätze". Der Inhalt des Artikels sei "nach heftiger Nutzerkritik geändert" worden, heißt es darunter. Statt dem "N-Wort" wird in der späteren Fassung das Beispiel des "Zigeunerschnitzels" aufgeführt. Unproblematischer? 

Am Nachmittag entschuldigt sich der Sender für den Tweet: "Wir entschuldigen uns für die rhetorisch gemeinte Einstiegsfrage unseres Tweets. Wir haben mit der Überspitzung die Gefühle vieler verletzt", heißt es. Das ist allerdings nicht das Ende der Geschichte.

Zu der Entschuldigung äußerte sich unter anderem die Kampagne "Aufstehen gegen Rassismus" und twitterte:

Schließlich nimmt der MDR die Sendung aus dem Programm – zwei Stunden vor der Ausstrahlung. Landesfunkhaus-Direktor Sandro Viroli erklärt, dass "das Konzept der Sendung viel weiter gefasst sein sollte, als es nun wahrgenommen wird". Die eingeladenen Gäste würden gegensätzliche Pole zu der Diskussion repräsentieren.

Zwei von ihnen hätten inzwischen abgesagt. "Dadurch sehen wir unsere journalistischen Ansprüche an die Sendung nicht mehr gewährleistet." Man habe sich deshalb entschlossen, die Sendung abzusagen. Die Radiosendung mit Thomas Lopaus sollte am Dienstag um 20 Uhr gesendet werden. 

Verwendete Quellen:
  • Twitter-Account des MDR Sachsen

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