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Maut-Verträge: Grüne verklagen Scheuer auf Herausgabe von Maut-Verträgen

"Damit diese Hinhaltetaktik ein Ende findet"  

Herausgabe von Maut-Verträgen: Grüne verklagen Scheuer

15.07.2019, 05:20 Uhr | dpa, AFP

Maut-Verträge: Grüne verklagen Scheuer auf Herausgabe von Maut-Verträgen. Andreas Scheuer: Der EuGH hatte die Maut gekippt, weil sie Autofahrer aus dem Ausland benachteilige. (Quelle: dpa/Michael Kappeler/Archivbild)

Andreas Scheuer (CSU): Der EuGH hatte die Maut gekippt, weil sie Autofahrer aus dem Ausland benachteilige. (Quelle: Michael Kappeler/Archivbild/dpa)

Der Grüne Stephan Kühn will Andreas Scheuer per Klage zwingen, die Verträge zur gescheiterten Pkw-Maut offenzulegen. Sein Vorwurf gegen den Bundesverkehrsminister: mangelnde Transparenz.

Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Stephan Kühn hat Klage gegen Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) eingereicht, um ihn zur Herausgabe der umstrittenen Pkw-Maut-Verträge zu zwingen. Der verkehrspolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion sagte der Düsseldorfer "Rheinischen Post" (Montagsausgabe), Scheuer weigere sich seit sechs Monaten, die Maut-Verträge mit den Unternehmen Kapsch und Eventim offenzulegen. Das werde er sich nicht länger bieten lassen.

"Ich habe Klage eingereicht, damit diese Hinhaltetaktik ein Ende findet", sagte Kühn. Scheuer habe vor dem Bundestag volle Transparenz angekündigt. "Aber er mauert weiterhin und hält alle relevanten Dokumente unter Verschluss", sagte der Grünen-Politiker. "Bisher klärt er in keiner Weise auf, sondern simuliert lediglich Transparenz."

EuGH: Maut verstößt gegen EU-Recht

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hatte Mitte Juni die deutschen Pläne für eine Pkw-Maut gekippt. Zur Begründung erklärten die Richter, die Abgabe verstoße gegen EU-Recht, weil ausländische Autofahrer diskriminiert würden.

Daraufhin kündigte Scheuer die bereits 2018 geschlossenen Verträge mit den Unternehmen Kapsch TrafficCom und CTS Eventim. Da die Verträge bereits vor dem EuGH-Urteil geschlossen wurden, sieht sich Scheuer seitdem mit Kritik konfrontiert – auch weil dem Bund womöglich Schadenersatzzahlungen an die Unternehmen drohen.



Der Präsident des Bundesrechnungshofs, Kay Scheller, äußerte nun Sympathie für eine Maut ohne Ausgleich für deutsche Autofahrer: "Die Bundesregierung muss jetzt entscheiden, ob sie die Pkw-Maut auch ohne Kompensation einführen will", sagte Kay Scheller der "Süddeutschen Zeitung" (Montag). "Es gibt ja viele gute Gründe, unseren gesamten Verkehr auch über die weiteren Entfernungen klimafreundlicher zu machen. Da könnte die Regierung sagen: Ja, es gibt jetzt Tools, die sind aufgebaut, die nutzen wir auch."

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagenturen dpa und afp

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