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Tag der Deutschen Einheit: Deutliche soziale Unterschiede zwischen Ost und West


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"Die Situation im Osten ist viel besser als ihr Ruf"

dpa, Basil Wegener

Aktualisiert am 03.10.2019Lesedauer: 4 Min.
Am 3. Oktober 1990 vereinigte sich Deutschland: Fast 30 Jahre später gibt es noch deutliche soziale Unterschiede zwischen Ost und West (Collage).
Am 3. Oktober 1990 vereinigte sich Deutschland: Fast 30 Jahre später gibt es noch deutliche soziale Unterschiede zwischen Ost und West (Collage). (Quelle: epd/Felix Zahn/photothek.net/dpa-bilder)
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Einkommen, Arbeitslosigkeit, Rente: Fast 30 Jahre sind seit dem Mauerfall vergangen, trotzdem gibt es noch deutliche soziale Unterschiede zwischen Ost und West. Viele Trends sind aber positiv

Der Osten Deutschlands hat in manchen Bereichen in den vergangenen Jahren massiv aufgeholt und doch sind die Unterschiede zum Westen 30 Jahre nach dem Mauerfall noch groß. Vor allem viele Menschen in den ländlichen Regionen, in denen es an Jobs und Infrastruktur fehlt, fühlen sich abgehängt. Allerdings klaffen auch in Westdeutschland enorme Unterschiede zwischen strukturschwachen Regionen auf dem Land sowie ärmeren Städten und Boomregionen.

Und der Ostbeauftragte der Regierung, Christian Hirte, sagte bei der Vorstellung des jüngsten Jahresberichts zum Stand der Einheit: "Die Situation im Osten ist viel besser als ihr Ruf." Was sind heute wesentliche Trends in Bereichen, die für den spürbaren Alltag der Menschen stehen?

Eine Übersicht über die soziale Situation zeigt weiter große Ost-West-Unterschiede trotz deutlicher Angleichung:

Einkommen: Ein ostdeutscher Vollzeitbeschäftigter kam im vergangenen Jahr laut Einheitsbericht im Schnitt auf 84 Prozent des monatlichen Bruttoverdienstes eines Westdeutschen: Auf rund 2.790 Euro. Die Lohnlücke sank damit von 19 auf 16 Prozent. Nach einer neuen Untersuchung der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung beträgt der Lohnabstand bei Beschäftigten gleichen Geschlechts, im gleichen Beruf und mit vergleichbarer Berufserfahrung 16,9 Prozent.

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Eine der Ursachen für die Lohnkluft: die geringere Tarifbindung in den neuen Ländern. In Betrieben mit Branchentarifvertrag arbeiteten 49 Prozent der westdeutschen, aber nur 35 Prozent der ostdeutschen Beschäftigten. Laut einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) lagen die Tagesentgelte aus Vollzeitbeschäftigung zuletzt im Schnitt im Osten bei 86 Euro, im Westen dagegen bei 110 Euro. Innerhalb Ostdeutschlands wurden die Unterschiede beim Entgelt demnach seit der Jahrtausendwende allerdings deutlich kleiner – innerhalb Westdeutschlands wuchsen sie dagegen stark.

Arbeitslosigkeit: Die durchschnittliche Arbeitslosenquote betrug im vergangenen Jahr 4,8 Prozent im Westen im Osten waren es 6,9 Prozent. Es gibt also noch deutliche Unterschiede. 2005 waren es aber noch 9,9 Prozent im Westen und 18,7 Prozent im Osten. Ein Grund für Angleichung ist laut Experten neben der allgemeinen Verbesserung der Lage auf dem Arbeitsmarkt auch die Abwanderung aus Ostdeutschland und das Altern der Gesellschaft vor allem im Osten.

Langzeitbezug von Hartz IV: Unterschiede werden auch bei der Langzeitarbeitslosigkeit deutlich: Ende 2018 bezogen 45,7 Prozent aller arbeitslosen Hartz-IV-Bezieher im Westen seit vier Jahren oder länger Hartz IV in Ostdeutschland waren es 55,2 Prozent. Unter den Bundesländern war der Anteil in Bayern mit 37,8 Prozent am niedrigsten und in Brandenburg mit 58,5 Prozent am höchsten.

Noch größer ist die Spannbreite zwischen den Kreisen von 14,4 Prozent arbeitsloser Hartz-IV-Beziehern mit mindestens vier Jahren Leistungsbezug im bayerischen Eichstätt bis hin zu 67,4 Prozent in Görlitz (Sachsen) und Oberspreewald-Lausitz (Brandenburg). Nach der Abwicklung vieler Betriebe im Osten hätten etliche Beschäftigte keinen dauerhaften Arbeitsplatz mehr gefunden, meint die Linken-Arbeitsmarktexpertin Sabine Zimmermann.

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Armutsquote: Auch hier gibt es laut Statistischem Bundesamt weiter eine Kluft zwischen Ost und West wobei sich der Unterschied aber stark verringert hat. In den neuen Ländern waren im vergangenen Jahr 17,5 Prozent der Bevölkerung von Armut bedroht, in den alten Ländern 15 Prozent. 2005 waren es im Osten noch 20,4 und im Westen 13,2 Prozent. Im Westen hat sich die Lage also verschlechtert und im Osten deutlich verbessert.

Dass es sich nicht nur um ein Ost-West-Gefälle handelt, zeigt sich etwa im Vergleich der Städte: Duisburg hat mit 27,4 Prozent die höchste Armutsgefährdungsquote, gefolgt von Dortmund (23,9 Prozent), Leipzig (22,0 Prozent) sowie Bremen und Essen (jeweils 21,6 Prozent). Die Schwelle der Armutsgefährdung lag 2018 bei 1.035 Euro im Monat für einen Einpersonenhaushalt wer darunter liegt, gilt als gefährdet.

Rente: Für den gleichen Beitragssatz bekommen Beschäftigte im Osten derzeit noch höhere Rentenansprüche als im Westen – als Ausgleich für die niedrigeren Löhne. Der Rentenwert, der angibt, wie viel ein Entgeltpunkt in der Rentenversicherung wert ist, liegt im Osten dagegen noch bei 96,5 Prozent des West-Werts. Bis zum Jahr 2024 sollen die Werte aber angeglichen werden, auch die Höherwertung der Ostlöhne fällt dann weg.

Wie viel erhalten die Bewohner der einzelnen Bundesländer nach mindestens 35 Jahren Versicherungszeit im Durchschnitt? Die ostdeutschen Länder bilden laut Rentenversicherung das Ende der Statistik mit 1.145 Euro monatlich im Schnitt 2018 in Brandenburg, 1.119 Euro in Sachsen, 1.113 Euro in Mecklenburg-Vorpommern, 1.110 Euro in Sachsen-Anhalt und 1.102 Euro in Thüringen.


Im Westen ist übrigens das Saarland Spitzenreiter mit im Durchschnitt 1.343 Euro monatlich. Der Länder-Durchschnitt lag bei 1.219 Euro. Sozialbeiträge sind bei den Beträgen schon abgezogen, noch nicht berücksichtigt ist die Steuer.

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Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa
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