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Gegen die katholische Kirche: AKK will den Zölibat abschaffen

Gegen die katholische Kirche  

Kramp-Karrenbauer will den Zölibat abschaffen

01.02.2020, 16:35 Uhr | AFP

Gegen die katholische Kirche: AKK will den Zölibat abschaffen. Annegret Kramp-Karrenbauer: Die CDU-Chefin ist auch Mitglied im Zentralkomitee der deutschen Katholiken (Archivbild). (Quelle: dpa/Gian Ehrenzeller/KEYSTONE)

Annegret Kramp-Karrenbauer: Die CDU-Chefin ist auch Mitglied im Zentralkomitee der deutschen Katholiken (Archivbild). (Quelle: Gian Ehrenzeller/KEYSTONE/dpa)

Schluss mit der Ehelosigkeit: CDU-Chefin Kramp-Karrenbauer findet den Zölibat nicht mehr zeitgemäß. Es müsse aber "viel mehr Frauen" in der Kirche geben, forderte die Katholikin.

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer wünscht sich eine Abschaffung des Zölibats für Priester in der katholischen Kirche. Das könne helfen, "mehr Menschen für diesen Dienst zu begeistern", sagte die Katholikin den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland vom Samstag. "Die Lebensentscheidung, ohne Familie zu leben, ist für viele eine zu große Hürde". Zudem wünsche sie sich "viel mehr Frauen in der Kirche": In einem "ersten Schritt" sollten deshalb Frauen als Diakoninnen zugelassen werden.

Kramp-Karrenbauer ist Mitglied im Zentralkomitee der deutschen Katholiken. Dessen Vorsitzender Thomas Sternberg äußerte sich zurückhaltend zu ihrem Vorstoß. Es gebe "auch gute Gründe für einen Zölibat", sagte er dem Deutschlandfunk. Er selber diskutiere "sehr ungern, schon gar öffentlich, über das Zölibat", fügte er hinzu.

Entscheidend sei die Frage, wie sichergestellt werden könne, dass es auch in 20 Jahren noch Eucharistiefeiern gebe, sagte Sternberg. Er sprach sich für eine Debatte über die Weihe von so genannten Viri Probati, also verheirateten Männern, aus. So könnten Eucharistiefeiern auch ohne "klassische Priester" sichergestellt werden.

Höhere Strafen für Kinderpornografie

In dem Interview äußerte sich Kramp-Karrenbauer auch zu anderen gesellschaftspolitischen Fragen. So sprach sie sich dafür aus, die Strafen für Kinderpornografie deutlich zu erhöhen. "Wir sollten dringend jede Form von sexuellem Missbrauch als Verbrechen einstufen", sagte die CDU-Chefin.

Bisher handele es sich bei manchen Taten nur um Vergehen, bei denen man mit sehr milden Strafen davonkommen könne. Notwendig sei es etwa, den Strafrahmen für den Besitz und die Beschaffung von kinderpornografischem Material deutlich zu erhöhen, forderte Kramp-Karrenbauer. Auch Plattformbetreiber seien hier in der Verantwortung.

Eizellspenden: "Sehr grundsätzliche und ernsthafte Diskussion"

Zurückhaltend zeigte sich die CDU-Chefin gegenüber Forderungen, Eizellspenden zu legalisieren. "Das ist wie bei allen Themen rund um den Schutz des Lebens für die CDU eine sehr grundsätzliche und ernsthafte Diskussion", sagte sie dem RND. "Es rührt an unseren Kernbereich. Aber wir stellen uns als CDU dieser Debatte."

Die FDP hatte gefordert, das Embryonenschutzgesetz zu reformieren und dabei unter anderem Eizellspenden zuzulassen, die anders als in anderen EU-Ländern in Deutschland verboten sind.

Mehr Technikspielzeug für Mädchen

Kramp-Karrenbauer äußerte sich in dem Interview auch zur Frage geschlechterspezifischer Erziehung. Sie plädierte dafür, Technikspielzeug mehr am Interesse von Mädchen auszurichten. "Lasst doch Mädchen einen Pferdestall bauen, wenn sie das mehr interessiert als das Raumschiff", sagte sie. "Wenn das ihr Weg zur Ingenieurin und Architektin ist, gut!"

Mit ihrer Forderung nach der Abschaffung des Zölibats äußerte sich Annegret Kramp-Karrenbauer im Widerspruch zur Haltung des Vatikans. Papst Franziskus hatte erst kürzlich bekräftigt, am Zölibat festhalten zu wollen. Ausnahmen könne es allerdings für katholische Priester in besonders entlegenen Weltgegenden geben.

Zur Frage der Zulassung von Frauen zum Diakonat setzte der Papst im Jahr 2016 eine Kommission ein, die dies prüfen soll. Bisher ist dieses Kirchenamt Männern vorbehalten. Diakone können allerdings im Gegensatz zu Priestern verheiratet sein.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur AFP

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