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"Markus Lanz": "So kann man nicht mit erwachsenen Menschen umgehen"


"So kann man nicht mit erwachsenen Menschen umgehen"

Eine TV-Kritik von Charlotte Zink

01.07.2021Lesedauer: 3 Min.
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Thea Dorn (Literaturkritikerin): In der jüngsten Lanz-Folge nahm Dorn den Ex-Nationaltorwart Jens Lehmann in Schutz.
Thea Dorn (Literaturkritikerin): In der jüngsten Lanz-Folge nahm Dorn den Ex-Nationaltorwart Jens Lehmann in Schutz. (Quelle: Archivbild/imago images)
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Warum können wir öffentlich nicht mehr richtig streiten und diskutieren? Dieser Frage widmete sich Markus Lanz mit seinen Talk-Gästen. Und dabei wurde es im Studio teilweise ganz schön hitzig.

Die Gäste:

  • Giovanni di Lorenzo, "Zeit"-Herausgeber
  • Emilia Roig, Politikwissenschaftlerin
  • Thea Dorn, Autorin
  • Sascha Lobo, Blogger

Ausgangspunkt der Sendung war eine aktuelle Allensbach-Umfrage, die ergeben hatte, dass 44 Prozent aller Deutschen der Ansicht sind, es sei besser, bei der Äußerung einer politischen Meinung vorsichtig zu sein. Das sind so viele wie noch nie seit Beginn der Umfrage im Jahr 1953.

Lanz selbst bestätigte das Bild vom debattenscheuen Deutschen: Gehe es um Themen wie Integration oder Migration, erlebe er regelmäßig, dass seine Gäste anfingen rumzudrucksen, und dass sich bei Diskussionsversuchen die Fronten verhärteten. "Ich spüre wie die Leute, die ich versuche, darauf anzusprechen, Angst davor haben, was am nächsten Tag passiert", so der Moderator.

Über ähnliche Erfahrungen berichtete auch "Zeit"-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo. So habe vor Kurzem eine nicht näher benannte Ikone der linken Szene ein gesamtes Interview zurückgezogen, weil sie sich in diesem "leicht kritisch" über die sogenannte Cancel Culture geäußert habe. "Das überlebe nicht mal ich", sei die Begründung des Interviewten gewesen, so di Lorenzo.

Blogger Sascha Lobo verstand diese Sorge nicht wirklich. Wäre das kritische Interview veröffentlicht worden, hätte es wohl "nur Widerworte" gegeben, mutmaßte er. "Das ist verharmlosend, Sascha", widersprach di Lorenzo. Viel eher sei in solchen Fällen mit der Zerstörung der Reputation zu rechnen, so der Journalist.

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Lehmann-SMS dient als Beispiel

Im Allgemeinen sehe er es als "Verarmung" an, dass sich ein Trend entwickelt habe, Menschen wegen kontroverser Äußerungen "in eine Schublade zu packen, ohne genau hinzuschauen".

Eine schwere Delle in seinem Ruf hatte sich jüngst beispielsweise Ex-Nationaltorwart Jens Lehmann zugezogen: In einer SMS hatte der sich rassistisch über Fußballer Dennis Aogo geäußert, in der Folge trennten sich zahlreiche Geschäftspartner von Lehmann.

"Das ist zu hart", so di Lorenzos Meinung angesichts der drastischen Konsequenzen. Lehmanns Äußerung sei ein Fehler gewesen, "aber man muss auch zugestehen, dass man sich rehabilitiert", sagte der Journalist. "Mir sind auch schon Dinge rausgerutscht, dafür schäme ich mich", gab di Lorenzo offen zu.

Autorin Thea Dorn war ebenfalls der Meinung, im Fall Lehmann habe es eine "Überreaktion" gegeben. "So kann man nicht mit erwachsenen Menschen umgehen", sagte die Autorin. Eine andere Auffassung vertrat Lobo. Er sehe Lehmann nicht als Opfer in der ganzen Diskussion, stellte er klar. Tatsächlich brauche es manchmal Widerspruch, damit sich ein Lerneffekt einstelle, begründete Lobo.

"Wie entwickeln wir eine andere Art zu diskutieren?"

Dass Lehmann aus seinem Fehler gelernt habe, sei nach dem Vorfall in seinem Interview mit der "Zeit" erkennbar gewesen, so Lobo. Wenn man zu dem Sportler jedoch nur gesagt hätte "nicht nochmal", hätte sich ein Lerneffekt vielleicht nicht derart eingestellt, führte er aus.

Zustimmung erhielt Lobo von Politikwissenschaftlerin Emilia Roig. Die Gesellschaft lerne durch den Fall Lehmann, befand sie außerdem.

Aus der Sendung etwas lernen, das wollte Lanz: Zum Ende startete er deswegen den Versuch, herauszufinden, wie sich die Debattenkultur in Deutschland verbessern lässt. "Wie entwickeln wir eine andere Art zu diskutieren?", so seine Frage.

Man dürfe sich "nicht entmutigen lassen" und müsse einfach weiter machen, so Thea Dorns Antwort. Und das, ohne ein "Polarisierungsspiel" mitzuspielen. Auch wenn das manchmal ganz schön weh tun könne.

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Verwendete Quellen
  • Markus Lanz vom 20.6.2021
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