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Sexsteuerautomat und Verrichtungsboxen: Erfolgsmodell aus Bonn

Erfolgsmodell: Sexsteuerautomat und Verrichtungsboxen

24.08.2012, 07:33 Uhr | dapd

Sexsteuerautomat und Verrichtungsboxen: Erfolgsmodell aus Bonn. Steuern für Sex: Per Automat will die Stadt Bonn vom Straßenstrich finanziell profitieren (Quelle: dapd, dpa)

Steuern für Sex: Per Automat will die Stadt Bonn vom Straßenstrich finanziell profitieren (Quelle: dapd, dpa)

Der kuriose Sexsteuerautomat für Prostituierte auf dem Straßenstrich hat der alten Bundeshauptstadt Bonn (Nordrhein-Westfalen) im ersten Jahr seit seiner Aufstellung rund 35.200 Euro in den Stadtsäckel gespült. Seit August 2011 müssen die Straßenhuren in Bonn für sechs Euro pro Nacht an einem umgerüsteten Parkscheinautomaten ein Ticket ziehen.

In den ersten zwölf Monaten druckte das Gerät rund 5870 Steuerbons aus. "Die Sexsteuer wird von den Prostituierten akzeptiert", bilanzierte eine Sprecherin der Stadt zufrieden.

Die Idee gilt als Innovation und hatte im vergangenen Jahr bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Zwar erhebt die frühere Hauptstadt bereits seit Anfang 2011 eine Sexsteuer. In Bordells und Saunaclubs wird die Abgabe seitdem auch automatisch eingezogen. Doch war es bislang schwierig, die Prostituierten auf dem Straßenstrich zu belangen. Die Stadt argumentierte damals auch mit einer Steuergerechtigkeit, die nun gegeben sei.

Dann aufs Verrichtungsgelände

Der Automat ging am 29. August 2011 in Betrieb. Seitdem machen auf dem Straßenstrich Kontrolleure die Runde, Prostituierte müssen ein Ticket vorzeigen, das jede Nacht von 20.15 Uhr bis 6 Uhr in der Früh gilt. Abos gibt es nicht. Für das Geschäft selbst fahren die Straßenhuren mit ihren Freiern dann auf ein eigens ausgewiesenes "Verrichtungsgelände" in der Nähe. "Das Angebot Verrichtungsboxen wird angenommen, aus den umliegenden Wohngebieten kommen keine Beschwerden mehr", sagt die Stadtsprecherin stolz.

Jedoch: Einige der Straßenhuren "fuhren schwarz". Im ersten Jahr seien sieben Buß- und rund 20 Verwarngelder festgesetzt worden. Aber immerhin: "Auseinandersetzungen mit Mitarbeitern des Stadtordnungsdienstes sowie des Kassen- und Steueramtes gab es nicht." Im Durchschnitt würden sich jede Nacht rund 15 Prostituierte auf dem Straßenstrich anbieten.

Insgesamt brachte die Sexsteuer - also mit den Einnahmen aus Bordells, Saunaclubs und Erotikcentern - der Stadt bis Ende Juni rund 470.000 Euro ein. Die Steuereinnahmen sind nicht zweckgebunden und fließen in den allgemeinen Haushalt.

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