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Panzerwagen überfährt Demonstranten: 33 Tote in Venezuela

Bereits 33 Tote in Venezuela  

Panzerwagen überfährt Demonstranten

05.05.2017, 13:42 Uhr | dpa

Panzerwagen überfährt Demonstranten: 33 Tote in Venezuela. Demonstranten versuchen sich während eines Protests vor Tränengas zu schützen. (Quelle: AP/dpa/Fernando Llano)

Demonstranten versuchen sich während eines Protests vor Tränengas zu schützen. (Quelle: Fernando Llano/AP/dpa)

Venezuelas Präsident tanzt im Staats-TV, auf der Straße geht die Polizei brutal gegen Demonstranten vor. Ein Panzerwagen fährt in eine Menschenmenge. Die Zahl der Toten steigt auf 33. Droht ein Bürgerkrieg?

Der Machtkampf im sozialistischen Venezuela droht außer Kontrolle zu geraten: Bei blutigen Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten überfuhr ein Panzerwagen in der Hauptstadt Caracas mehrere Menschen, zudem wurde an anderer Stelle ein 17-jähriger Mann getötet - damit stieg die Zahl der Toten seit Ausbruch der Proteste Anfang April auf 33.

"Ein Jugendlicher, der noch das ganze Leben vor sich hatte", sagte der Bürgermeister des Stadtteils Las Mercedes, Gerardo Blyde. Allein am Mittwoch gab es über 300 Verletzte bei den Protesten in dem südamerikanischen Land.

Bei der dramatischen Situation mit einem Panzerwagen der Nationalgarde, der durch Molotow-Cocktails in Brand geraten war, wurde mindestens ein junger Mann schwer verletzt. Es gab zudem Szenen mit brennenden Demonstranten, schweren Straßenschlachten und massivem Tränengaseinsatz. Viele Menschen hatten sich mit Gasmasken gerüstet.

Die Demonstranten werfen Präsident Nicolás Maduro vor, er wolle eine Diktatur errichten. Sie fordern Neuwahlen und die Freilassung politischer Gefangener.

Ein Land stirbt

Das Land mit den größten Ölreserven steckt seit Monaten in einer dramatischen Krise. Wegen des rapiden Währungsverfalls, Misswirtschaft und der Rückzahlung von Auslandsschulden in Milliardenhöhe fehlt Geld, um ausreichend Lebensmittel und Medikamente einzuführen. Kinder sterben in Krankenhäusern, weil es an allem fehlt. Die Mordrate steigt und steigt und im einst reichsten Land Südamerikas hungern die Menschen.

Auch vier Abgeordnete des Parlaments wurden bei den Auseinandersetzungen verletzt. Vizepräsident Freddy Guevara traf dabei eine Tränengasbombe und erlitt eine Beinverletzung. "Eine von seiner Diktatur verursachte Verletzung ist eine Ehrenmedaille", meinte er an Maduro gerichtet.

Maduro tanzt in der Wahlbehörde

Maduro beantragte bei der nationalen Wahlbehörde die Wahl einer Verfassungsgebenden Versammlung mit rund 500 Mitgliedern. Die Opposition befürchtet, dass die geplante Zusammensetzung mit vielen Sympathisanten der Sozialisten hin zu einer Diktatur führen könnte. Zudem versucht Maduro aus ihrer Sicht, Neuwahlen zu entgehen. Er entgegnete nun: "Wollt Ihr Wahlen? In einigen Wochen haben wir eine für die Verfassungsgebende Versammlung." In sozialen Medien wurde tausendfach ein Video geteilt, das Maduro beim Tanzen in der Wahlbehörde zeigt, während draußen die Polizei mit Tränengas Demonstranten beschießt.

Überraschende Kritik kam aus eigenen Reihen. Generalstaatsanwältin Luisa Ortega sagte dem "Wall Street Journal": "Wir können nicht ein friedliches und legales Verhalten von den Bürgern verlangen, wenn der Staat Entscheidungen trifft, die nicht mit dem Gesetz vereinbar sind." Sie verteidigte zudem die bestehende Verfassung mit einer bisher zumindest auf dem Papier noch bestehenden Gewaltenteilung.

Seit 2014 geht es steil bergab

Diese stamme schließlich von Hugo Chávez. Der vor vier Jahren verstorbene Präsident hatte 1999 das Sozialismusprojekt begonnen. Mit den lange Zeit sprudelnden Öleinnahmen wurden Millionen armen Menschen ein besseres Leben ermöglicht und der Bildungs- und Gesundheitssektor gestärkt. Doch seit 2014 geht es steil bergab in dem ölreichen Land.

Die Ehefrau des inhaftierten Oppositionsführers Leopoldo López, Lilian Tintori, forderte von der Regierung ein Lebenszeichen, nachdem Gerüchte über einen dramatisch verschlechterten Zustand kursierten. Sie harrte stundenlang vor dem Gefängnis Ramo Verde aus. López war nach blutigen Protesten 2014 zu über 13 Jahren Haft verurteilt worden.

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