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Heterogenere Klassenzimmer - Studie: Inklusion an Schulen kommt langsam voran

Heterogenere Klassenzimmer  

Studie: Inklusion an Schulen kommt langsam voran

03.09.2018, 12:29 Uhr | dpa

Heterogenere Klassenzimmer - Studie: Inklusion an Schulen kommt langsam voran. Der Anteil der Schüler, die noch an Förderschulen lernen, nahm von 4,9 Prozent im Jahr 2008 auf 4,3 Prozent 2017 ab.

Der Anteil der Schüler, die noch an Förderschulen lernen, nahm von 4,9 Prozent im Jahr 2008 auf 4,3 Prozent 2017 ab. Foto: Holger Hollemann. (Quelle: dpa)

Gütersloh (dpa) - Das gemeinsame Lernen von Kindern mit und ohne Behinderung an Regelschulen - die Inklusion - kommt einer Studie zufolge voran: Der Anteil aller Kinder, die an Förderschulen lernen, nahm von 4,9 Prozent im Jahr 2008 auf 4,3 Prozent 2017 ab, wie die Bertelsmann Stiftung mitteilte.

Allerdings gebe es regionale Unterschiede, auch wenn sich die Abstände unter den Bundesländern tendenziell etwas verringerten. Und: In Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz gehen derzeit sogar wieder mehr Kinder auf eine Förderschule. Von Bildungs- und Sozialverbänden kam viel Kritik an Bund und Ländern: Die Rahmenbedingungen stimmten nicht.

Mit Blick auf die Bundesländer zeigt sich: In Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Bremen ist der Anteil der separat an Förderschulen unterrichteten Kinder besonders gering. Auch in Ostdeutschland sei der Anteil der Kinder an Förderschulen erheblich gesunken. In Nordrhein-Westfalen und Hessen fielen die Rückgänge moderat aus.

Vor allem beim Förderbedarf Lernen sei im bundesweiten Schnitt ein Rückgang zu verzeichnen, ergab die Analyse des Bildungsforschers Klaus Klemm im Auftrag der Stiftung. Bei speziellem Förderbedarf wird unterschieden etwa nach Schülern mit Lernschwierigkeiten, mit geistigen oder körperlichen Handicaps oder auch Beeinträchtigungen der emotionalen und sozialen Entwicklung.

Insgesamt seien die Klassenzimmer in Deutschland heterogener geworden, betonte Stiftungsvorstand Jörg Dräger. Allerdings werde das "Unbehagen" vieler Lehrer angesichts dieser wachsenden Vielfalt nicht ernst genug genommen. Nötig sei vor allem zusätzliche sonderpädagogische Kompetenz in den Kollegien. Auch der Verband Bildung und Erziehung forderte mehr sonderpädagogisches Personal.

Bund und Länder hätten weder eine Strategie noch Standards vorgelegt, wie Inklusion umgesetzt werden solle, monierte die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Daher falle das Bild regional stark unterschiedlich aus, werde die Inklusion in vielen Bundesländern "halbherzig bis zögerlich" angegangen. Wenn die Politik die Inklusion nicht vor die Wand fahren wolle, müsse sie ein Bund-Länder-Programm schaffen. Auch nach Ansicht des Sozialverbands VdK ist eine "bundesweite, verbindliche Gesamtstrategie für inklusive Bildung" überfällig.

Deutschland hat sich mit Ratifizierung der 2009 in Kraft getretenen UN-Behindertenrechtskonvention zur Inklusion verpflichtet.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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