Sie sind hier: Home > Politik > Deutschland >

Medien: 169 Opfer seit 1990 - Bericht: Viel mehr Tote durch rechte Gewalt als anerkannt

Kritik an offiziellen Zahlen  

Bericht: Viel mehr Tote durch rechte Gewalt als anerkannt

27.09.2018, 15:26 Uhr | dpa

Medien: 169 Opfer seit 1990 - Bericht: Viel mehr Tote durch rechte Gewalt als anerkannt. 2006 wurde Mehmet Kubaşik in seinem Dortmunder Kiosk getötet.

2006 wurde Mehmet Kubaşik in seinem Dortmunder Kiosk getötet. Er war das achte von zehn mutmaßlichen NSU-Todesopfern. Foto: Nils Foltynowicz. (Quelle: dpa)

Berlin (dpa) - Seit der Wiedervereinigung sind Medienberichten zufolge mehr als doppelt so viele Menschen durch rechtsmotivierte Gewalt ums Leben gekommen wie offiziell bekannt.

"Zeit Online" und der "Tagesspiegel" berichteten, seit 1990 seien mindestens 169 Menschen von Neonazis oder anderen Personen mit extrem rechten Einstellungen getötet worden. Die Bundesregierung geht dagegen nur von 83 Toten im selben Zeitraum aus, wie das Innenministerium im Juni auf eine Anfrage der Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau und ihrer Linksfraktion mitgeteilt hatte.

Dem Bericht zufolge gibt es - zusätzlich zu den angegebenen 169 - bei 61 weiteren Todesopfern "zumindest starke Indizien dafür, dass es sich um rechtsmotivierte Gewalttaten handelt".

Die offizielle Statistik erfasst Straftaten in dem Moment, in dem die Polizei Ermittlungen aufnimmt. Sollte sich später herausstellen, dass eine Straftat fälschlicherweise erfasst, nicht erfasst oder falsch kategorisiert wurde, wird dies nachträglich korrigiert. Nachmeldungen und Korrektoren finden allerdings nur bis zum 31. Januar des Folgejahres Eingang in die jährlichen Statistiken.

Wenn Staatsanwälte oder Richter zu einer anderen Einschätzung kommen, wird dies in der Praxis nur bei besonders schwerwiegenden Taten berücksichtigt. So war es beispielsweise im Falle der Mordserie des rechtsextremen NSU.

Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums erklärte auf Anfrage: "Die Bundesregierung nimmt entsprechende Berichte nicht behördlicher Einrichtungen mit der gebotenen Aufmerksamkeit zur Kenntnis." Auf welcher Bewertungsgrundlage diese Zahlen erhoben worden seien, sei dem Ministerium aber nicht bekannt.

Die Art und Weise, wie Daten zur politisch motivierten Kriminalität bundesweit erhoben würden, sei "stets Gegenstand der Überprüfung durch die polizeilichen Gremien von Bund und Ländern". Mögliche Ansätze zur Weiterentwicklung würden dort diskutiert und gegebenenfalls umgesetzt.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
30% auf alle bereits reduzierten Artikel!
bei TOM TAILOR
Anzeige
Dein Wunschmix: Daten, MIN/SMS wie du es brauchst
Prepaid wie ich will von congstar
myToysbonprix.deOTTOUlla Popkenamazon.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal