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Steigende Geburtenzahlen - Bericht: Viel zu wenige Kitaplätze für die ganz Kleinen

Steigende Geburtenzahlen  

Bericht: Viel zu wenige Kitaplätze für die ganz Kleinen

21.10.2018, 16:17 Uhr | dpa

Steigende Geburtenzahlen - Bericht: Viel zu wenige Kitaplätze für die ganz Kleinen. In Deutschland fehlen einem Medienbericht zufolge aktuell 273.

In Deutschland fehlen einem Medienbericht zufolge aktuell 273.000 Kitaplätze für unter dreijährige Kinder. Foto: Julian Stratenschulte/Illustration. (Quelle: dpa)

Berlin (dpa) - Trotz Investitionen von Bund und Ländern in den Ausbau von Kindertagesstätten bleibt die Suche nach einem Kitaplatz für unter Dreijährige für viele Eltern schwierig.

In Deutschland fehlen aktuell noch immer 273.000 Plätze für diese Altersgruppe, wie die "Welt am Sonntag" unter Berufung auf Zahlen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln berichtet. Das entspreche einer Betreuungslücke von 11,6 Prozent. 2017 hatten dem Bericht zufolge noch 279.000 Kitaplätze für unter Dreijährige gefehlt, was einer Lücke von 12,1 Prozent entsprach. Das Bundesfamilienministerium verwies auf die "große Erfolgsgeschichte" der Kindertagesbetreuung.

Als Grund dafür, dass die Lücke kaum kleiner geworden ist, werden in dem Zeitungsbericht steigende Geburten- und Zuwandererzahlen genannt. Außerdem gebe es immer mehr Eltern, die sich einen Kitaplatz für ihr Kind wünschten. "Die Kommunen müssen sich darauf einrichten, dass sie in zehn Jahren für alle Kinder ab zwei Jahren eine Betreuung anbieten müssen", sagte IW-Familienpolitik-Experte Wido Geis-Thöne der Zeitung. Seit August 2013 haben Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr bundesweit einen Anspruch auf einen öffentlich geförderten Betreuungsplatz.

Experten befürchten, dass sich die Versorgungslücke in den nächsten Jahren wegen des Erziehermangels noch dramatisch vergrößert. Der familienpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Marcus Weinberg, forderte in der "Welt am Sonntag", die Rekrutierung neuer Fachkräfte müsse als "nationale Aufgabe" begriffen werden.

Eine Sprecherin des Bundesfamilienministerium erklärte, die "Erfolgsgeschichte" der Kindertagesbetreuung lasse sich in Zahlen messen: Allein in der U3-Betreuung seien in der vergangenen Dekade rund 400.000 Plätze geschaffen worden. Dazu leiste der Bund mit dem Sondervermögen "Kinderbetreuungsausbau" einen wichtigen Beitrag: Mit vier Investitionsprogrammen stelle der Bund von 2008 bis 2020 mehr als 4,4 Milliarden Euro zur Verfügung.

Familienministerin Franziska Giffey sagte im Deutschlandfunk: "Wir waren, als das begann mit dem Rechtsanspruch, bei 10 Prozent der Unter-drei-Jährigen im Schnitt in Deutschland. Wir sind jetzt bei über 30 Prozent. Die Tendenz ist steigend." Auch die SPD-Politikerin verwies auf den Erziehermangel: "Wir hätten sofort mehrere 100 Kita-Plätze schaffen können in den bestehenden Einrichtungen, ohne einen einzigen Stein zu bauen, wenn wir genügend Personal gehabt hätten."

Das Statistische Bundesamt hatte kürzlich mitgeteilt, dass immer mehr Eltern ihre Kleinkinder in eine Kita schicken: 789.600 Kinder unter drei Jahren besuchten demnach zum Stichtag 1. März 2018 in Deutschland eine Tageseinrichtung. Das sind rund 27.200 mehr als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. Den Statistikern zufolge gab es Anfang März bundesweit 55.933 Kindertageseinrichtungen, 640 mehr als zum Vorjahreszeitpunkt.

Bei den unter Dreijährigen sind es der Statistikbehörde zufolge vor allem Zweijährige, die in einer Kita betreut werden: Von ihnen besuchten im März 2018 knapp 63 Prozent eine Kita.

Im Bundestag wird gerade ein "Gute-Kita-Gesetz" beraten. Damit sollen Deutschlands Kitas besser und für Geringverdiener kostenlos werden. Bis 2022 sollen dafür 5,5 Milliarden Euro vom Bund an die Länder fließen. Das Familienministerium will mit den Ländern in jeweils einzelnen Vereinbarungen festhalten, wie die Mittel verwendet werden.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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